In der Altenpflege gibt es einen starken Personalmangel.
In der Altenpflege gibt es einen starken Personalmangel.Foto-Quelle: Pixabay

Personalmangel im Gesundheitswesen: "Alten- und Krankenpflege nicht gegeneinander ausspielen"

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Beitrag von News Team

Führende deutsche Pflegewissenschaftler und Vertreter der privaten Pflege fordern eine Gesamtstrategie für die Sicherung des Personalbedarfs und die Versorgung von Pflegebedürftigen. Altenpflege und Krankenpflege sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Alten- und Krankenpflege müssen konkurrieren

Die durch die Bundesregierung beschlossenen Personalverbesserungen in Krankenhäusern schaden der Altenpflege. Denn die beiden Bereiche müssen um qualifizierte Arbeitskräfte konkurrieren.

Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Bernd Meurer, betont:

Weil Kliniken alle Pflegestellen gut finanziert bekommen, nimmt der Sog zu, der Kräfte aus der Altenpflege abzieht. Altenpflege und Krankenpflege dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Meurer forderte gleichzeitige Stärkungsmaßnahmen für die Altenpflege. Denn diese muss hart um neue Auszubildende und Mitarbeiter kämpfen. Der bpa hat sogar eine Kampagne gestartet, die junge Menschen für Pflegeberufe begeistern soll.


Branchen-Interne warnen

Der Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Michael Isforth vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung riet der Politik von Einzelmaßnahmen ab.

Was fehlt, ist eine sektorenübergreifende Strategie zur Versorgungssicherheit aus der Perspektive der Pflege.

Sonst würden Krankenhäuser weiterhin mit hohen Prämien Fachkräfte aus der Altenpflege abwerben.

Der Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Heinz Rothgang warnte davor, Verbesserungen für Pflegende durch steigende Eigenanteile allein zu Lasten der Pflegebedürftigen zu finanzieren. "Das Ganze muss zu Ende gedacht werden", so Rothgang, der sich erneut für eine grundsätzliche Reform der Pflegefinanzierung aussprach.