Cannabis gefährlicher als Alkohol (Symbolbild)
Cannabis gefährlicher als Alkohol (Symbolbild)Foto-Quelle: Pixabay / gemeinfrei

Cannabis gefährlicher als Alkohol - Langfristige Hirnschäden bei Teenagern beobachtet

News Team
Beitrag von News Team

Eine aktuelle Studie untersuchte die langfristigen Folgen von Cannabis und Alkohol auf die geistige Leistungsfähigkeit von Jugendlichen. Das Ergebnis legt nahe, dass Kiffen noch schädlicher ist als Trinken.

Wie die Seite Kinder- und Jugendärzte im Netz aus Köln aktuell berichtet, beobachtete eine kanadische Studie kanadische Gymnasiasten über 4 Jahre hinweg und dokumentierte die Auswirkungen des Cannabiskonsums und des Alkoholkonsums auf die geistige Leistungsfähigkeit der Jugendlichen. Professor Patricia Conrod, PhD, vom CHU Sainte-Justine Forschungszentrum der Universität von Montreal und ihre Kollegen im „American Journal of Psychiatry“ stellten folgende Zusammenhänge fest:

Langzeitfolgen von Cannabiskonsum

  • veränderte Selbstbeherrschung bzw. Hemmungkontrolle
  • schlechteres Kurzzeitgedächtnis
  • schlechteres Erinnerungsvermögen
  • schlechteres logisches Denken

Langzeitfolgen von Alkoholkonsum

  • schlechteres Erinnerungsvermögen
  • schlechteres logisches Denken

Besonders beunruhigend fanden die Wissenschaftler den Zusammenhang, dass Cannabiskonsum die Hemmungskontrolle anhaltend negativ beeinflusst. Das bedeutet im Klartext, dass Kiffen zu weiterem Suchtverhalten führen kann, wie Professor Conrod erläutert:

Dies könnte erklären, warum der früh einsetzende Cannabiskonsum ein Risikofaktor für andere Süchte ist.

Cannabis - Gefährlich für junge Gehirne
Pixabay / gemeinfreiCannabis - Gefährlich für junge Gehirne

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Im Video: Drogenbeauftragte warnt vor Verharmlosung von Cannabis


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Weniger überraschend ist, dass der Konsum von Cannabis und Alkohol bei Jugendlichen mit einer generell niedrigeren Leistung in allen kognitiven Bereichen verbunden war. Insgesamt beteiligten sich 3.826 kanadische Jugendliche von der 7. bis zur 11. Klasse an der Studie. Sie machten einmal im Jahr einen Test, der ihre Erinnerungsfähigkeit, Wahrnehmungslogik, Verhaltenskontrolle (Hemmungskontrolle) und ihr Arbeitsgedächtnis prüfte. Außerdem machten sie Angaben zu ihrem Alkohol- und Cannabis-Konsum (mit einer 6-Punkte-Skala von "nie" bis "jeden Tag") und wurden entsprechend in Gruppen eingeteilt.

Studie belegt: Kiffen schädlicher als Saufen
Pixabay / gemeinfreiStudie belegt: Kiffen schädlicher als Saufen

Kritiker der Studie argumentieren, dass es umgekehrt vor allem Jugendliche mit niedrigem Leistungsvermögen sind, die Cannabis nutzen. Nur deshalb würde Cannabis-Konsum mit geringen geistigen Fähigkeiten verknüpft. Die Studie widerlegte diesen Zusammenhang zwar nicht, aber sie wies darüber hinaus nach, dass die mentalen Fähigkeiten von Jugendlichen, die Cannabis konsumieren, im Laufe der Zeit verringerten. Die Ergebnisse legen nahe, dass besonders das sich entwickelnde Gehirn empfindlich auf Suchtmittel reagiert.

Wichtigste Erkenntnis ist dabei, dass Cannabiskonsums bei Jugendlichen wichtige kognitive Funktionen längerfristig und zum Teil stärker als Alkoholkonsum beeinträchtigt.


Cannabis wird von Jugendlichen meist geraucht
Pixabay / gemeinfreiCannabis wird von Jugendlichen meist geraucht