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In der Notfallversorgung von Infarkt-Patienten machen Rettungskräfte mitunte ...

Notruf bei Herzinfarkt: Frauen werden schlechter versorgt als Männer

Von News Team - Mittwoch, 13.02.2019 - 13:52 Uhr

Herzerkrankungen sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen - das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Doch in der Notfallversorgung von Infarkt-Patienten machen Rettungskräfte mitunter einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Sie lassen Frauen nicht dieselbe Behandlung zukommen wie Männern.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der George Washington University in den USA.

Untersucht wurde die Behandlung von Frauen und Männern, die wegen Brustschmerzen einen Notruf abgesetzt hatten und von Sanitätern versorgt wurden. Dafür haben die Forscher 2,4 Millionen Notrufe aus drei Jahren (2010 bis 2013) ausgewertet. Im Fokus der Studie stand nicht die Versorgung durch Notärzte.

Weniger Aspirin, seltenere Blaulicht-Fahrten

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass sich die Behandlung von Frauen und Männern durch Rettungssanitäter in zwei wesentlichen Punkten unterscheidet - zum Nachteil der Frauen: Ihnen wurde demnach seltener eine empfohlene Behandlung etwa durch Aspirin zuteil als Männern.

Auch in der Einschätzung der Dringlichkeit machten die Sanitäter in den untersuchten Fällen einen Unterschied zwischen den Geschlechtern: Befand sich ein Mann an Bord des Rettungswagens, war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie auf dem Weg ins Krankenhaus Blaulicht und Sirene einschalteten. Was sie im Vergleich bei Frauen häufiger unterließen.

Was Frauen tun können

Deshalb sollten Frauen bei der Notfallversorgung ihre Befürchtungen von sich aus ansprechen, sagte Dr. Suzanne Steinbaum von der American Heart Association (AHA) vor dem Hintergrund der aktuellen Studie dem amerikanischen Medizin-Portal Webmd.


Im Video:

Neuer Schnelltest zur Herzinfarkt-Diagnose - Gewissheit innerhalb einer Stunde" bearbeiten


Und zwar ganz direkt: „Sagen Sie: Ich habe Brustschmerzen. Ich bin kurzatmig. Deshalb habe ich die Sorge, dass etwas nicht mit meinem Herzen stimmt.“

Atypische Symptome bei Frauen

Ebenso wichtig sei es, die "atypischen Symptome“ für einen Herzinfarkt zu kennen. Denn die seien bei Frauen andere als bei Männern.

Rückenschmerzen, Schmerzen in Schulter, Kiefer oder Magen können demnach beim weiblichen Geschlecht auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen. Ebenso Atembeschwerden, Übelkeit und kalte Schweißausbrüche.

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Die US-Herzexpertin rät Betroffenen außerdem, immer eine Aspirin zur Hand zu haben. „Sollten sie mögliche Symptome für einen Herzinfarkt spüren, nehmen sie eine Tablette, während jemand den Notarzt alarmiert.“

Unklar ist den Wissenschaftlern, was der Grund für die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen durch Rettungskräfte im Falle eines möglichen Infarkts ist.

Herzerkrankungen sind Männersache? Von wegen!

Eine Möglichkeit: Sanitäter bringen Brustschmerzen bei Frauen seltener als ein Symptom für einen Herzinfarkt in Verbindung bringen als bei Männern.

Das liegt womöglich an dieser weit verbreiteten Meinung: Herzerkrankungen seien vor allem Männersache. Doch das stimmt nur bedingt.

Mit Blick auf den Herzinfarkt wird diese Annahme zwar durch die Statistik gestützt, denn tatsächlich kommt es bei Männern weitaus häufiger vor, dass sich plötzlich ihr Herzgefäß verschließt.

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Zudem verläuft ein Herzinfarkt bei Männern häufiger tödlich als bei Frauen, wie aus dem aktuellen Herzbericht hervorgeht, der kürzlich von der Deutschen Herzstiftung für das Jahr 2018 veröffentlicht worden ist.

Allein eine von drei Frauen stirbt am Herzen

Doch der Infarkt ist eine Ausnahme: Bei anderen Herzkrankheiten offenbart die Statistik eine höhere Sterblichkeitsrate bei Frauen.

„Allein eine von drei Frauen stirbt am Herzen“, erklärte Prof. Dr. Hugo Katus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, bei der Vorstellung des Herzberichts 2018.

In diesen Fällen haben Frauen eine ungünstigere Prognose

So haben Frauen mit Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche „offensichtlich eine ungünstigere Prognose als Männer mit diesen Erkrankungen“, so Prof. Dr. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Beispiel Herzschwäche: Für mehr als 25.000 Frauen verlief die Krankheit im Jahr 2016 tödlich, bei den Männern waren es mit etwa 15.000 Fällen rund 10.000 weniger.

Beispiel Herzrhythmusstörungen: Daran starben 2016 rund 15.955 Frauen und 10.648 Männer in Deutschland.

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Warum sterben an diesen Herzerkrankungen mehr Frauen als Männer? Experten vermuten, dass genetische Unterschiede ein Grund dafür sein können. Anatomische Unterschiede an Herz und Gefäßen sind möglicherweise ein anderer. Außerdem haben Herz-Kreislauf-Medikamente mitunter bei Männern eine andere Wirkung als bei Frauen.

Doch geschlechterübergreifend gilt: Herzkrankheiten sind in Deutschland seit Jahren die Haupttodesursache.

17 Kommentare

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Dieser "Studie" kann ich absolut nicht zustimmen. Ich hatte vor 2 Jahren einen Herzinfarkt. Ich war mit einer Freundin abends lecker essen. Nachdem ich zuhause war, wurde mir übel, Schweißausbruch usw. Ich dachte, ich hätte eine Lebensmittelvergiftung, weil die Symptome darauf hin deuteten, deshalb den Notruf abgesetzt. Ein Rettungssanitäter hatte gleich ein EKG gemacht. Die Werte gefielen ihm nicht und seine Aussage: Sofort in die Herzklinik...Hier bestätigte sich sein Verdacht ...es wurde ein Herzkatheter gelegt und ich bekam einen Stent.
Dieser Rettungssanitäter hat mir vermutlich das Leben gerettet...ohne, daß er gefragt hat, wie ich versichert sei...dabei bin ich zufällig Privatpatientin...aber, das hat in dieser Notlage keinen interessiert und dafür bin ich sehr dankbar.

Übrigens...ich mag keine pauschalen " Studien" und dann auch noch aus den USA.
Das einzige Argument, das wohl gleich ist, sind die unterschiedlichen Symptome eines Herzinfarktes bei Frau und Mann.
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Monika Dähler Ich habe doch nur geschrieben das alle gleichberechtigt sind Auch beim Rettungsdienst und im Krankenhaus aber auch bei der Krankenkasse .Jeder muss die selbe Hilfe bekommen .Ich war Sani beim Bund und im Roten Kreuz da gab es sowas nicht .mein Bruder ist im Rettungsdienst der könnte dir was anderes erzählen. ich habe das schon verstanden.
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Zahlt den die Kranken Kasse den so schlecht.Bei den Asilanten geht das Schneller Zahlen die Mehr von Der AOK Darf das sein,sind wir Deutschen nur Noch die Hälfte wert?.
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Studie war in USA. Dort sind die Frauen anders gebaut. Also keine Aufregung
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Ach Herr Flimm,ich glaube,sie haben es nicht so ganz verstanden.Hat nichts mit den Krankenkassen zu tun.
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Ich dachte immer es gibt Gleichberechtigung sowas darf nicht sei weder bei Privat noch bei der AOK
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Ach was ... die erste Frage : Privatpatient oder AOK
ich werde dann sagen Privatpatientin und nach der Behandlung sagen, ach, ich hab mich geirrt
Hab ich mit einem Termin schon mal gemacht ...
da können sie dann auch nichts machen
Eben ...
nananananana
Lach nicht ... bekomm beim Orthopäden mal nen Termin ...
ich weiß hab im Januar angerufen, Termin Ende März
Siehst
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Frauen haben andere <Symptome
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Das ist seit 20 Jahren bekannt. Die Pharmazeuten haben nut Medikamente für Männer gemacht und getestet. Dachten bei Frauen habe es die selben Anzeichen. Doch bei Frauen sind ebendie Vorzeichen anders!
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