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Was viele nicht wissen: Himalaya-Salz wird in Pakistan abgebaut

Himalaya-Salz: Biomarkt-Betreiber erklärt, warum Kunden nicht zugreifen sollen

Von News Team - Donnerstag, 14.03.2019 - 18:39 Uhr

Der Leipziger Biomarkt „Biomare“ verkauft Himalaya-Salz. Allerdings nur, weil seine Kunden es wollen. Betreiber Malte Reupert selbst hält nicht viel von dem Salz - und informiert in seinem Laden über die Gründe.

„Himalaya-Salz haben wir auf mehrfachen Wunsch wieder im Regal“, steht auf einem Schild, das am Salzregal eines von drei „Biomare“-Märkten in Leipzig angebracht ist. „Um dies mit gutem Gewissen tun zu können, informieren wir Sie über einige Hintergründe.“

Dann führt Betreiber Malte Reupert die Gründe an, warum Kunden seines Erachtens auf das Salz verzichten sollten.

  • Das betreffende Salz komme nicht aus dem Himalaya. Dort gebe es keine Stein-Salzvorkommen.
  • Stattdessen handele es sich um gewöhnliches Steinsalz, wie es auch in Deutschland vorkommt.
  • Ein Großteil der dem Salz zugeschriebenen Eigenschaft „treffen entweder auf alle Steinsalze zu oder sind frei erfunden“.

Es sei naheliegend, dass diese „Geschichten im Umlauf gebracht worden sind, um einen überhöhten Preis erzielen zu können, ist weiter zu lesen. Und am Ende heißt es: „Wir informieren - über Ihren Einkaufskorb entscheiden Sie selbst.“

Vertriebs-Firma findet Hinweise in Ordnung

Die Firma „Heuschrecke“, dessen Himalaya-Salz im „Biomare“-Laden nach kurzer Abstinenz wieder verkauft wird, reagierte auf Facebook. Sie nennt den "Artikel" zwar ein wenig "hetzerisch", inhaltlich aber völlig legitim.

„Das Himalaya-Salz war mal (und ist scheinbar immer noch) ziemlich gehyped, weil ihm irgendwelche positiven Gesundheitswirkungen zugeschrieben werden“, heißt es weiter. Das Problem liege in der Szene, vielleicht sogar der ganzen Ernährungs-Branche. Die Menschen suchten nach einfachen Wegen, um ihre Gesundheit zu verbessern, weil „das, was wirklich hilft, manchmal anstrengend ist“. Solange die Nachfrage besteht, will „Heuschrecke“ das Salz anbieten.

Zumal die Firma das eigene Salz ein wenig verunglimpft sieht. Bei ihrem Salz stehe sowohl auf dem Etikett als auch auf der Homepage, was Himalaya-Salz ist. Ihr Salz, das - wie meist der Fall - aus der Mittelgebirgskette Salt Range in Pakistan stammt, habe nach ihren Erkenntnissen eine überdurchschnittliche Qualität. Gegenüber Meersalz gebe es ferner den Vorteil, dass es plastikfrei ist.

Bundesgerichtshof hält Bezeichnung für irreführend

Die Kritik an dem rosa schimmernden Salz ist nicht neu: Verbraucherzentralen beanstandeten schon vor Jahren die überhöhten Preise - das Salz ist teils fünf- bis sechsfach so teuer wie anderes Salz.

2016 befasste sich auch der Bundesgerichtshof mit Himalaya-Salz. Die Bezeichnung stufte er als irreführend ein, da Verbraucher vermuten könnten, das Salz werde im Hochgebirgsmassiv abgebaut. Stattdessen stammte das Salz - wie das von Heuschrecke - aus der etwa 200 Kilometer entfernten Hügellandschaft Salt Range in der pakistanischen Provinz Punjab. Salt Range sei rein wissenschaftlich zwar womöglich dem Himalaya-Gebiet zuzuordnen, der Durchschnitts-Verbraucher wisse das aber nicht. Werbung mit der Bezeichnung ist deshalb verboten.

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1 Kommentar

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Solche Placebos führen letztendlich nur dazu das sich windige Geschäftemacher zuhauf an einem Kali-Bergwerk einfinden und Streusalz (ein Abfallprodukt ) als Wunderheilmittel verkaufen. Womöglich noch als Blutdruck senkendes Mittel.

Hokus Pokus sucht die Welt,hurra sie will betrogen sein.
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