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Multiresistente Superkeime könnten sich zu einem der größten Probleme der Me ...

Massenhafter Antibiotika-Einsatz: Forscher warnen vor Millionen Toten

Von News Team - Dienstag, 19.03.2019 - 21:17 Uhr

Der massive Einsatz von Antibiotika in der Tierzucht führt weltweit zu Resistenzen. Bakterien breiten sich in der Folge rasant aus - gegen sie ist kein Mittel gefeit. Bereits heute sterben jährlich rund 700.000 Menschen aufgrund resistenter Keime. Doch die Zahl wird, fürchten Wissenschaftler, erheblich steigen.

Schon in gut 20 Jahren, nämlich 2040, werden wir wieder in einem so genannten präantibiotischen Zeitalter leben. Das bedeutet, dass mehr Menschen an Infektionen als an Krebs sterben werden - weil es keine wirksamen Mittel mehr gegen multiresistente Keime gibt. Diese These untermauert der Filmemacher Michel Wech eindrucksvoll in seinem hochaktuellen Dokumentarfilm „Resistance Fighters – Die globale Antibiotika-Krise“, den Arte am Dienstag erstmal ausgestrahlt hat und der noch bis zum 17. April in der Mediathek zu sehen ist.

Nichts für empfindsame Zuschauer

Wer ihn sehen will, wird zuvor gewarnt, dass der Film nichts für empfindsame Zuschauer ist - denn was uns Michael Wach nüchtern darlegt, ist der reine Horror - nur leider mit realem Hintergrund.

Deutschland setzt drei Stoffe für den absoluten Notfall regulär in der Mast ein

Vor allem der massive Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft fördert die Multiresistenzen. So werden den Informationen zufolge allein in der Tiermast in Deutschland drei von acht Wirkstoffen eingesetzt, die die Weltgesundheitsorganisation WHO als absolute Reserve eingestuft. Dabei sollten sie eigentlich nur im absoluten Notfall auf der Intensivstation eingesetzt werden. In der Tiermast aber geht es noch nicht mal darum, die Tiere vor Krankheit zu schützen: Das Wachstum soll beschleunigt werden. Was nicht dem Wohl der Tiere, sondern allein dem Profit der Menschen dient.

Unbehandelbarer Tripper in England aufgetaucht

Filmemacher Wech lässt Mediziner und Mikrobiologen weltweit erläutern, welche Folgen der hemmungslose Antibiotika-Einsatz hat. Ein Beispiel: In England wurde Anfang 2018 erstmals ein Fall von Gonorrhoe oder Tripper bekannt, bei dem kein Antibiotikum mehr half. Der Mann hatte sich vermutlich bei einer Frau in Südostasien infiziert. Tripper zählt zu den weltweit verbreitetsten Geschlechtskrankheiten - und kennt keine Grenzen.

15 Millionen Kilo Wirkstoffe in der US-Fleischmast

Weitere Zahlen: 2016 wurden in der US-Tiermast 15 Millionen Kilogramm Wirkstoffe eingesetzt. Das bedeutet, dass auf ein Kilo produziertes Fleisch 300 Milligramm Antibiotika kommen. Auch hier gibt es bereits resistente Superkeime, nämlich Klebsiella-Bakterien, die zu den klassischen Krankenhaus-Erregern gehören. Sie können unter anderen Lungenentzündung oder Infektionen von Blasen und Nieren verursachen oder OP-Wunden infizieren.

Mehr Menschen sterben an Krankenhauskeimen als an Verkehrsunfällen

In Deutschland sterben bereits heute mehr Menschen an Krankenhauskeimen als an Verkehrsunfällen. Nach Hochrechnungen des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) infizieren sich pro Jahr deutschlandweit etwa 500 .000 Menschen im Krankenhaus, 15 .000 Menschen sterben an den Folgen. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) geht von noch höheren Zahlen aus.

Ebenfalls in Deutschland zeigen Messungen, dass beispielsweise Hühnerfarmen in Niedersachsen sie zahlreich über Abluftschornsteine in die Luft blasen.

Ökonom rechnet mit weltweit Millionen Toten durch Resistenzen

Weltweit sterben bereits heute jährlich geschätzt 700.000 Menschen aufgrund von Antibiotika-Resistenzen. Sollte sich, wie von den Fachleuten befürchtet, der Trend verstärken, könnte sich die Zahl explosionsartig vergrößern. Der britische Ökonom Jim O’Neil rechnete er für die Vereinten Nationen aus, dass man bis 2050 mit zehn Millionen Toten pro Jahr rechnen müsse.

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13 Kommentare

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Das Thema ist nicht neu, ebenso ist es allgemein bekannt, und ich kann mir nicht vorstellen das Menschen, die immer das billige Fleisch gekauft und gegessen haben, sich dessen nicht bewusst sind oder waren.
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ich habe die Sendung auf ARTE auch gesehen, und auch,
dass die Pharmafirmen dazu gezwungen werden müssten, die Antibiotikaforschung mit den anderen lukrativeren Forschungen zu verbinden!

Wenn die Fachkräfte (Stichpunkt Fachkräfte!) in allen Sparten "ausgehen" bzw. versterben, sieht sich die Regierung wohl genötigt ein entsprechendes Gesetz zu veranlassen!

China z.B. hat den Gebrauch des Notfallmedikaments Colistin in der Massentierhaltung bereits verboten, das wurde in der Sendung auch genannt!
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Antibiotika gehört vor meinen Augen gestoppt, unnötig an Tieren zu vergeben.
Das ist doch schon sehr lange bekannt,
wird nur darüber berichtet, aber tun dagegen, nichts und wieder nichts!
Finde fahrlässig über den Menschen
auch die öfters mit Bakterien zu kämpfen haben. Was sollen diese Menschen machen, wenn Antibiotika nicht mehr hilft? Richtig, Radieschen von unten anschauen, ist das einzigste Mittel dafür,
braucht man keine Pharmazie mehr um zu überleben. In Krankenhäuser dürfte erst recht dies nicht passieren, das Menschen nicht mehr Heim kommen.
Es ist das ganze Leben nur auf Geld
ausgelegt, so etwas dürfte nicht sein
für unsere Welt, Mitmenschen.
Nur das Tiere schneller heranwachsen,
das ist für mich
Antibiotika sollte nur angewandt werden, wenn es von nöten ist, nicht mehr, nicht weniger. Antibiotika sollte auch fertig genommen werden, außer vom Arzt anderes bestätigt wird.
Ist meine Meinung!
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Endlich, endlich kommen derartige Themen in die breite Öffentlichkeit.

Im anschluss kam dann noch diese Doku, die viell. noch sehenswerter ist. Und ich bin heilfroh, dass auch das endlich in die Öffentlichkeit kommt. Und ganz gewiss haben diese Leute, die hier forschen und kritisch, vor allem über Impfungen sprechen, sind weder Aluhutträger, noch Verschwörungstheoretiker!
Wer solches von sich gibt, ist schlicht und ergreifend ein Leugner von extremen Risiken, die Kinder oft sinnlos und vor allem ungeschützt und vorsätzlich ausgesetzt sind.

https://www.arte.tv/de/videos/051576...eue-feinde/
Eigentlich ist das Thema seit Jahren in der Öffentlichkeit. Das kümmert nur weder Pharmaindustrie noch die Politik
Vor Allem gehört die Massentierhaltung abgeschafft ,schon Alleine aus ethischen Gründen
Ja, es gibt extrem viel Schieflage. Im Video, was ich oben verlinkt habe und nach dieser Doku gestern Abend gesendet wurde, wird u.v.a. auch die Rohmilch angesprochen. Ich vermute schon lange, dass die Milchunverträglichkeiten durch das Erhitzen und vor allem durch die Durchmischung von mehreren tausend Milchen herrührt. Das kannte man früher doch nur extrem selten, dass jemand auf Milch empfindlich reagierte.
Wir holten unsere Milch auch beim Bauern. Es gab nichts besseres. Wenn dort die Milch von 3 bis 4 Kühen gemischt wurde, war das reichlich.
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Das ist seit 10 Jahren bekannt.
Aber es wird weiterhin Antibiotikum in der Tierzucht eingesetzt.

Ein Tier erkrankt und schon wird pauschal der ganze Resttierbestand mit behandelt ob nötig oder nicht.
Deine aussage ist falsch !
Die Lösung heißt "Pro-Biotika" für das Leben. Dr. Gerhard Steidl, Allersberg.Ich metabolisiere Para-Rizol seit Mitte der 90 er Jahre, nimmt allen Anaerobiern= Viren, Bakterien,Pilzen,Parasiten die Lebens grundlage in uns Humanzellen "Aerobier"--Mensch und Tier.
Danke Peter
heute laesst sich fast jeder bei der kleinsten sache mit Antibiotika behandeln.Bei Harnwegsinfekt z. B. wird erst gar nicht getestet um was es sich fuer einen Keim handelt sondern es wird gleich mit einem Breitbandantibiotikum behandelt als geziehlt zu agieren.Hausmittel helfen auch bei Erkaeltung. Warum gleich Antibiotika?
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