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Vitamin-D-Produktion in der Sonne ankurbeln (Symbolfoto)

Vitamin D im Blut nicht nachweisbar, doch Frau lebt trotzdem - Jetzt haben Mediziner Rätsel gelöst

Von News Team - Freitag, 19.04.2019 - 07:37 Uhr

Eigentlich bedeutet das den Tod. Ohne Vitamin D ist Leben in der Theorie nicht möglich. Eine heute 58-Jährige, die an Morbus Bechterew - einer chronisch entzündlichen rheumatischen Erkrankung, die mit Schmerzen und der Versteifung von Gelenken einhergeht - leidet, beweist offenbar das Gegenteil. Ihre Vitamin-D-Konzentration im Blut war über Jahrzehnte praktisch nicht nachweisbar. Eine genetische Untersuchung konnte nun das Rätsel lösen.

Im renommierten New England Journal of Medicine wird der Fall beschrieben. Die Kanadierin war seit dem 33. Lebensjahr in Behandlung. Im Erwachsenenalter führt ein so dramatischer Vitamin-D-Mangel normalerweise unbehandelt zu einer Osteomalazie, also einer Knochenerweichung, bei Kindern zu einer schweren Rachitis. Die Frau hatte aber weder das eine noch das andere.

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Jedoch war ihr Morbus Bechterew weit fortgeschritten. Innerhalb von 20 Jahren schrumpfte die Frau um 20 Zentimeter auf 1,37 Meter. In dieser Zeit brachen immer wieder grundlos die Knochen. Ihre Ärzte behandelten sie mit Hormonen, um den Vitamin-D-Mangel zu korrigieren. Doch das Vitamin verschwand auf unerklärliche Weise aus ihrem Körper, war einfach nicht nachweisbar.

Nur kleines Zeitfenster

Wie Julien Marcadier vom Alberta Children’s Hospital in Vancouver jetzt berichtet, leidet die 58-Jährige unter einem vollständigen Mangel des Vitamin-D3-Bindungshormon. Dies habe mit einer neuen Nachweismethode herausgefunden werden können, eine Erklärung war dies jedoch noch nicht.

Neu ist: Vitamin D erreicht dem Artikel zufolge auch ohne das Bindungshormon sein Ziel - allerdings nur für ganz kurze Zeit, so dass es von Labortests nicht erfasst werden konnte. Es sei denn, die Tests würden direkt nach einer Vitamin-D-haltigen Mahlzeit gemacht.

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Ursächlich für das lahme Bindungshormon ist offenbar ein Gendefekt. Hintergrund könnte sein, dass ihre Eltern weitläufig verwandt sind. Doch bei den Eltern und Geschwistern der Patientin gab und gibt es keine größeren Auffälligkeiten. Deren Bindungshormon funktioniert ausreichend.

Nicht abschließend geklärt werden konnte, ob der Mangel an dem Vitamin-D-Bindungshormon Ursache für den Morbus Bechterew war. Die Ärzte halten dies jedoch für wahrscheinlich.

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