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Gehirnjogging muss nicht anstrengend sein - wichtig ist der Spaß
Gehirnjogging muss nicht anstrengend sein - wichtig ist der SpaßFoto-Quelle: diego cervo - Fotolia

Gehirnjogging kann vor Demenz schützen - So einfach haltet ihr euch mit Freude geistig fit

Von News Team - Freitag, 19.04.2019 - 11:36 Uhr

In den USA ist das „Gehirnjogging“ mittlerweile fast ein Volkssport. Und auch bei uns wimmelt es von Angeboten, mit denen Menschen im Alter ihr Gehirn trainieren können. Es gibt Ratgeber in Buchform, diverse Apps für das Mobiltelefon und Übungsprogramme im Internet. Was aber bringt das Gehirnjogging wirklich?

Und hilft es, wie einige Anbieter versprechen, einer Demenz-Erkrankung vorzubeugen? Wir geben einen Überblick über den momentanen Stand der Forschung.

Das Gehirn und das Alter: Ja, das Gehirn altert, aber anders als viele Jahrzehnte lang angenommen. Es sterben nicht Unmengen von Nervenzellen ab. Forscher haben das Gegenteil herausgefunden: Auch im älteren Gehirn können sich noch neue Vernetzungen bilden. Das Gehirn bleibt plastisch, wie der Neurologe sagen würde, auch, wenn die neuronale Plastizität im Alter nachlässt. Wie das Gehirn altert und warum, ist noch nicht endgültig geklärt, hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen.

Das Gehirn produziert im Alter weniger chemische Botenstoffe
Das Gehirn produziert im Alter weniger chemische Botenstoffe

Es scheint sicher zu sein, dass die Substanz Myelin, die die Nervenfasern umhüllt, im Alter abnimmt. Dadurch verlangsamt sich die Übertragung von Informationen, was kognitive Funktionen beeinflusst. Zudem vermuten Forscher, dass das Gehirn im Alter weniger chemische Botenstoffe produziert, was wiederum eine Rolle beim fortschreitenden Gedächtnisverlust spielen könnte. Aber: „Das sehr düstere Bild des geistigen Abbaus ab 25 Jahren ist definitiv falsch“, sagt der Schweizer Psychologe Philippe Rast.

Auch "Hans" kann Neues lernen, nicht nur "Hänschen"

Widerlegt haben Forscher mittlerweile die These, dass nur der „Hänschen“ etwas Neues lernen kann, der „Hans“ hingegen nimmermehr. In Hamburg ließ ein Wissenschaftler ältere Menschen drei Monate das Jonglieren üben. Und siehe da, in den beteiligten Hirnregionen stellte der Neurologe ein deutliches Wachstum fest.

Gehirntraining wirkt

Training wirkt, das zeigt auch die sogenannte Cogito-Studie aus dem Jahr 2010, die bislang umfangreichste Studie, die sich mit dem Thema Gehirntraining befasst hat. An dieser Studie nahmen auch 103 Erwachsene im Alter von 65 bis 80 Jahren teil. Das Ergebnis: Die Gruppe, die Übungen zu Auffassungsgabe, Merkfähigkeit und Erinnerungsvermögen gezielt trainierte, zeigte am Ende deutliche höhere kognitive Leistungen als die untrainierte Kontrollgruppe.

Allerdings, darauf weisen Forscher auch hin, ist es nicht damit getan, nun jeden Tag Kreuzworträtsel zu lösen. Erstens wäre dieses Training sehr einseitig, zweitens geht es beim effektiven Gehirnjogging darum, sich immer wieder vor NEUE Herausforderungen zu stellen und damit dem Gehirn auch NEUE Anreize zu schaffen. Das Gehirn braucht Veränderungen, um fit zu bleiben.

Die Immobiliengruppe Erl ist vielfach preisgekrönt im Bereich der Pflegeimmobilien.
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Abwechslung ist deshalb das Gebot der Stunde. Und das gilt nicht nur für Rätselaufgaben aus Büchern oder Apps. Wichtig für die geistige Fitness ist, dass das Gehirn ganzheitlich gefordert wird. Je abwechslungsreicher Sie also Ihren Alltag gestalten, desto größer ist der Trainingseffekt.

Neues wagen

Deshalb: Wagen Sie Neues, und gehen Sie einen anderen Weg zum Bäcker als den, den Sie sonst immer gehen. Und probieren Sie ein neues Koch-Rezept aus. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung, ist die Grundlage dafür, dass das Gehirn gut funktionieren kann. Und trinken Sie ausreichend, am besten Wasser. Wasser ist der Grundbaustein des Stoffwechsel und damit auch des Gehirnstoffwechsels.

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Lernen Sie mal wieder ein Gedicht auswendig und putzen Sie sich die Zähne statt mit der rechten jetzt mit der linken Hand (für Linkshänder gilt das umgekehrt). Pflegen Sie soziale Kontakte, lernen Sie neue Menschen kennen. Ein anregendes Gespräch über Gott und die Welt ist das beste Training fürs Gehirn. Oder Sie melden sich für die Nord-Walking-Gruppe an. Ohnehin gehört regelmäßiges körperliches Training zum Gehirnjogging dazu. Denn nur durch ausreichend Bewegung wird das Gehirn gut genug durchblutet und kann entsprechende Leistung bringen.

Einkaufsliste merken, dann wegstecken

Auch Merkfähigkeit lässt sich im Alltag bestens üben. Hier ein Tipp von Nina Strößenreuther, Psychologin und Gedächtnistrainerin am Klinikum Nürnberg Nord: „Schreiben Sie eine Einkaufsliste, und prägen Sie sich dabei die Sachen ein, die Sie kaufen wollen. Dann stecken Sie die Liste in die Jackentasche und schauen im Geschäft erst kurz vor der Kasse wieder darauf.“

Nichts ist unmöglich, auch nicht im Alter. Das Gehirn lernt zwar nicht mehr ganz so schnell wie bei sehr jungen Menschen, aber es lernt. Ja, Sie können auch mit 60 eine neue Sprache lernen. Oder Klavier. Oder Töpfern. Oder, oder, oder. Hauptsache Sie bleiben in Bewegung. „Wer rastet, der rostet“, sagt die Gedächtnistrainerin Maria Mittermeier. „ Das gilt nicht nur für unsere Gelenke, sondern auch für den Kopf."

Freude entscheidend

Wichtig an allem, was Sie üben und trainieren, ist aber vor allem eines: Sie sollten mit Freude dabei sein. „Spaß ist der größte Motivationsfaktor. Nur dann bleibt man dabei und trainiert stetig und häufig weiter“, sagt Strößenreuther.

All das hilft, um auch im Alter geistig fit zu bleiben. Und nicht nur dass: Wer sein Gehirn regelmäßig fordert und fördert, reduziert nachweislich das Risiko einer Demenzerkrankung. Der bekannte Fernseh-Moderator und Buchautor Eckhart von Hirschhausen schwört dabei auf das Tanzen. Den positiven Effekt hat er am eigenen Leib via MRT dokumentiert und ist seither ein großer Verfechter der Tanz-Therorie. „Offenbar“, sagt Hirschhausen, „erhält nichts unsere grauen Zellen so gut wie ein buntes, bewegtes Leben.“

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