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Impfungen können Leben retten.

Streitthema Impfen - Experte deckt die größten Impf-Lügen auf

Von News Team - Donnerstag, 25.04.2019 - 16:34 Uhr

Beim Impfen scheiden sich die Geister. Während die einen sich möglichst gegen alle möglichen Erkrankungen immunisieren lassen würden, lehnen andere Impfungen rigoros ab. Sie befürchten schwerwiegende Nebenwirkungen. Doch häufig berufen sich Impf-Kritiker auf Behauptungen, die sich zwar hartnäckig halten, jedoch völlig überholt sind. Ein Gesundheitsexperte räumt mit den größten Impf-Mythen auf.

Die Gesundheitsbehörden warnen vor der Gefahr, dass eigentlich ausgerottete Krankheiten zurück kommen könnten, wenn sich die Menschen nicht mehr flächendeckend immunisieren lassen. Viele Politiker fordern längst eine Impfpflicht wie es sie in Frankreich beispielsweise schon gibt.

Doch statt mit Gesetzen die Menschen zu bevormunden, ist es doch viel wichtiger, eventuelle Vorbehalte zu widerlegen. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich Instituts, räumte bei "Spiegel Online" mit den größten Impf-Mythen auf. Mit stichhaltigen Argumenten.

Behauptung 1: Impfungen können Krankheiten auslösen

Antwort: FALSCH.
In den meisten Impfstoffen sind nur noch Teile des Erregers enthalten. Sie können sich nicht mehr vermehren und daher auch die Krankheit nicht auslösen, so Cituchek. Auch in Lebendimpfstoffen (z. B. Masern, Mumps, Röteln, Gelbfieber) kommen nur abgeschwächte Varianten des Erregers vor.

Diese Erreger können sich begrenzt vermehren. Aber sie können die entsprechende Infektionskrankheit nicht mehr auslösen.

Das kann passieren: Nach einer ersten Masernimpfung treten bei 5 bis 15 Prozent der Menschen sogenannte Impfmasern auf. Diese sind nicht ansteckend und klingen von selbst wieder ab. Zu den Symptomen gehören Fieber, Atemwegsreizungen und ein flüchtiger Ausschlag.

Behauptung 2: Impfungen können Autismus, Allergien und plötzlich Kindstod verursachen

Antwort: FALSCH
Das Gerücht geht auf eine Studie aus dem Jahr 1998 zurück, an der zwölf Kinder teilnahmen. Dem durchführenden Arzt wurde wegen methodischer Fehler und Interessenskonflikten längst die Zulassung entzogen. Laut Cituchek hätten in der Folge mehrere neutrale Untersuchungen die Studien-Ergebnisse widerlegt.

Es gibt keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Impfstoffen und Autismus.

Selbiges gelte auch für Allergien und den plötzlichen Kindstod (SIDS). Es ist sogar ein gegenteiliger Trend zu beobachten. So gingen die SIDS-Fälle seit Einführung der Kombinations-Impfungen 2002 deutlich zurück. Laut einer Statistik des Bundes starben 1991 durchschnittlich noch 1,5 von 1000 Säuglingen am plötzlichen Kindstod. Im Jahr 2003 waren es nur noch 0,2 Todesfälle.

Im Video | WHO: Impfgegner entwickeln sich zu globalen Bedrohung

Behauptung 3: Impfungen belasten das Immunsystem von Kleinkindern

Antwort: FALSCH
Der Experte sagt:

Das Immunsystem von kleinen Kindern ist dafür ausgerüstet, sich mit Krankheitserregern auseinanderzusetzen.

Um das Immunsystem zu stärken, müsse es trainiert werden. Dieses Training solle so früh wie möglich beginnen, und zwar mit einem "ungefährlichen Trainingspartner" wie einem Impfstoff. Echte Krankheitserreger seien dagegen zum Teil lebensgefährlich. Nicht nur für Säuglinge.

Behauptung 4: Polio-Impfungen sind nicht mehr notwendig

Antwort: FALSCH
Die letzte Polio-Erkrankung in Deutschland wurde 1990 registriert. Doch in anderen Ländern kommen die Viren noch immer vor. Eine Impfung ist daher notwendig, bis die Krankheit weltweit ausgerottet ist.

In Deutschland wird heute keine Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff mehr verabreicht. Stattdessen wird ein inaktiver Impfstoff gespritzt. Es gibt kein Erkrankungsrisiko. Dies ist die Konsequenz aus einem früheren Ausnahme-Fall, als bei einer Person unter 3-4 Millionen Geimpften die Krankheit ausgebrochen war.

Behauptung 5: Es sind nicht viele Impfschäden bekannt, weil Nebenwirkungen schwierig zu melden sind.

Antwort: FALSCH
Bevor ein Impfstoff seine Zulassung erhält werden zahlreiche klinische Prüfungen bezüglich Wirksamkeit und Unbedenklichkeit durchgeführt. Auch nach der Zulassung MÜSSEN Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen bzw. Komplikationen gemeldet werden. Seit 2001 gibt es für Ärzte dafür eine Pflicht. Seit 2012 können sich Betroffene auch selbst melden.

Ein Beispiel, dass das System funktioniert, nennt Cituchek auch: So wurde ein FSME-Impfstoff nach einer gemeldeten hohen Fieber-Reaktion sofort vom Markt genommen, angepasst und neu zugelassen.

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