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Krätze ist in Deutschland auf dem Vormarsch

Krätze auf dem Vormarsch: Die Milben werden immer widerstandsfähiger

Von News Team - Montag, 06.05.2019 - 18:17 Uhr

Sie ist hochansteckend und kann fiese Entzündungen verursachen: Ärzte haben einen Anstieg von Krätze (Skabies) festgestellt. Die Hintergründe sind unklar. Was dabei beunruhigt ist, dass die Anwendung von Antibiotika gegen die Milben zunehmend wirkungslos bleibt. Was ihr wissen müsst.

Die Diagnose Skabies (Krätze) wird in Deutschland in den letzten Jahren auffallend häufig gestellt, wie Cord Sunderkötter, Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Universitätsklinikum Halle mitteilt. Analog dazu sei der Verbrauch an Antiskabiosa deutlich gestiegen - nach einer Aufstellung der Barmer Ersatzkasse binnen einem Jahr um 60 Prozent.

Verwechslungsgefahr mit Neurodermitis

Krätze wird von der winzigen Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei hominis) verursacht. Diese gräbt sich in die Haut von Menschen und löst dort vor allem durch Ausscheidungen einen quälenden Juckreiz aus. Deshalb kommt es vor, dass Skabies mit Neurodermitis verwechselt oder für Exzess gehalten wird.

Krätze ist nicht meldepflichtig

Bevorzugt suchen die Milben Hautfalten - auch im Intimbereich - oder trockene Hautpartien wie an den Handgelenken aus.

Genaue Zahlen liegen nicht vor, da die Skabies in Deutschland nicht meldepflichtig ist.

Weshalb sich Krätze ausbreitet

In vielen Teilen der Welt hängt die Ausbreitung von Krätze mit engen Räumlichkeiten und mangelnden hygienischen Bedingungen zusammen. Da derartige Verhältnisse in Deutschland allerdings eher selten vorkommen, muss es nach Einschätzung der Dermatologischen Gesellschaft andere Gründe geben.

Ansteckung über Intimkontakte

Da Skabies unter anderem bei Intimkontakten übertragen wird, könnte der Anstieg auf Promiskuität zurückzuführen sein - er korreliert mit generell wieder ansteigenden Zahl von sexuell übertragbaren Infektionen.

Kinder als unterschätzter Faktor

Daneben sind Sunderkötter zufolge Kinder eine häufig unterschätzte Infektionsquelle. Sie weisen demnach meist mehr Milben auf, werden dabei aber oft unzureichend behandelt und haben zu Familienangehörigen engen Körperkontakt.

Ansteckungen sind prinzipiell auch über Bettwäsche und Kleidung möglich, wobei die Milbe maximal zwei Tage ohne Wirt überlebt.

Bis der Juckreiz losgeht, dauert es

Da die Inkubationszeit bei einem Erstbefall mit bis zu fünf Wochen sehr lang ist, kann der Ort der Ansteckung häufig nicht mehr nachvollzogen werden.
Resistenz gegen Antiskabiosa steigt

Milben zunehmend resistent

Mit der Zunahme der Skabies sind die Milben gegenüber dem Antiskabiosum der ersten Wahl (Permethrin) unempfindlicher geworden. Für einen ausbleibenden Therapieerfolg führt Sunderkötter drei mögliche Erklärungen an:

  • eine fehlerhafte Anwendung
  • eine erneute Infektion durch Kontaktpersonen
  • eine tatsächliche Unempfindlichkeit von Skabiesmilben gegenüber bestimmte Antiskabiosa

Was tun bei mutmaßlicher Ansteckung?

Da Krätze nicht von selbst verschwindet und hoch ansteckend ist, solltet ihr bei Verdacht auf Skabies unbedingt den Arzt aufsuchen und sich - trotz möglicher Resistenzen - mit Antiskabiosa behandeln lassen. Auch Menschen im engeren Umfeld sollten sich einer Behandlung unterziehen, wie das "Zentrum für Gesundheit" rät. Auch wenn sie noch keine Symptome aufweisen.

Weiter sind Hygienemaßnahmen wichtig:

  • Kleidung und Bettzeug möglichst kochen
  • Stofftiere zur Reinigung geben
  • Empfindliche Kleider und Stofftiere mindestens 24 Stunden in einer Tüte ins Gefrierfach legen - bei mindestens minus 25 Grad Celsius.
  • Alternativ könnt ihr Kleidung und ähnliches in dunkle Plastiksäcke stecken, wo sie mindestens 72 Stunden bei 21 Grad und mehr gelagert werden sollten. Dann verhungert die Milbe.
  • Möbel und Teppiche sowie Bettzeug reinigen, idealerweise vom Fachmann. Beutel unbedingt nach dem Staubsaugen entsorgen.

Weitere Informationen gibt's beim Robert-Koch-Institut.

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