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Karriere der Mittelklasse: Die achte Generation des VW Passat

Karriere der Mittelklasse: Die achte Generation des VW Passat

Wolfgang Stegers
05.07.2014, 16:50 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Stillstand ist Rückschritt, heißt es bei Volkswagen. Um die führende Position in der Mittelklasse weiter auszubauen, muss der neue Passat mit einer Reihe von Weltneuheiten glänzen und sich von der Konkurrenz absetzen. Gleichzeitig darf er sich preislich nicht von seiner Kundschaft verabschieden. Hat der neue Passat das Zeug dazu?b

„Mit diesem Auto beginnt eine neue Ära“, mit diesen Worten hat Konzernchef Martin Winterkorn den Startschuss für den neuen Passat gegeben. Das ehemals eher biedere Modell, beliebt als kostengünstiges Vertreterauto und geschätzt als solider Familienwagen, soll nun als Premium-Fahrzeug in eine neue Klasse katapultiert werden. Es ist „ein Auto mit Premium-Anspruch, aber ohne Premium-Kosten“, betont der VW-Chef bei der Weltpremiere des Mittelklassewagens. Premium, das bedeutet hochwertige Verarbeitung, ausgesuchte Materialien, angenehmer Fahrkomfort, ausgewogenes Design sowie eine Menge an elektronischen Hilfen, wie sie bisher der luxuriösen Oberklasse von Mercedes, BMW und Audi vorbehalten waren.

Besonders stolz ist der oberste Entwickler und Technikchef bei Volkswagen, Jakob Neußer auf die neuen technoligischen Features. Der Passat kann jetzt sogar erkennen, wenn ein Kind zwischen parkenden Autos auf die Fahrbahn zu laufen droht. Das am Wagenboden installierte Radar- und Kamerasystem erspäht die Kinderbeine – und löst im Ernstfall eine vielleicht lebensrettende Vollbremsung aus.

Mit der achten Generation der „Stau-Assistent“ im Passat angekommen. Damit wird bis zu Tempo 60 das autonome Fahren ermöglicht. Ohne dass der Fahrer lenken, Gas geben oder Bremsen müsste, folgt der Wagen im Stopp-and-Go-Verkehr dem vorausfahrenden Fahrzeug. Er hält die Spur und lenkt automatisch. Allerding muss der Fahrer dabei die Hände am Lenkrad haben, sie in den Schoß legen und derweil sein Smartphone bedienen, geht nicht.

Rückwärtsfahren mit dem Anhänger


Aber damit nicht genug. Ein- und Ausparken geschieht automatisch, Kameras bieten eine 360-Grad-Rundumsicht und besonders schätzenswert ist die „Trailerfunktion“. Sie macht das Rangieren mit dem Anhänger kinderleicht. Will der Fahrer rückwärts mit dem Gespann einparken oder in die Garage fahren, hält der Fahrer an, legt den Rückwärtsgang ein, drückt die erforderliche Taste und lenkt das Gespann über den Einstellschalter des Rückspiegels. Der funktioniert wie ein Joystick und gibt die Befehle an die Lenkung. Niemals zuvor war Rückwärtsfahren mit dem Gespann einfacher.

Fahrer fällt in Ohnmacht? Automatischer Nothalt


Bemerkenswert auch, der so genannte Notfall-Assistent. Er übernimmt die Führung des Fahrzeugs. Sobald Sensoren erkennen, dass weder Brems-, Lenk- noch Beschleunigungsaktivitäten ausgeführt wurden, wird der Fahrer alarmiert. Reicht das Wachrütteln nicht, diagnostiziert die Elektronik, einen Ohnmachtsanfall, weil der Fahrer nicht in der Lage ist den Wagen zu bedienen. Der Randstreifen wird dann zum Nothalt angesteuert und setzt bei eingesetzter Warnblinkanlage einen Notruf ab.

Diese beiden Assistenzsysteme feiert Volkswagen als Weltneuheit. Diese Neuerungen sind beachtlich. Auch die Qualität der Verarbeitung wie die verwendeten Materialien sind ein großer Sprung nach vorn Richtung „Premium“. Wenn auch diese Klassifizierung eher aus dem Marketingsprech kommt, so ist damit der Anspruch verbunden, sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben und eigene Maßstäbe zu setzen.

Elektrische Reichweite: 50 Kilometer


Das gilt nicht nur für Komfort und Bedienung, auch die Motoren sollen zukunftssicher die Standards von morgen erfüllen (wie die Abgas- und Verbrauchsvorschrift Euro 6) und den Einstieg in die Elektromobilität vollziehen. Mit dem Plug-in Hybrid, der an der Steckdose aufladbaren Fahrbatterie, ist es ein weicher Übergang. Fünfzig Kilometer lassen sich rein elektrisch fahren. Ist der Strom aufgebraucht, übernimmt der Verbrennungsmotor den Antrieb. Dabei wird die Batterie aber immer wieder aufgeladen, um den Verbrenner zu unterstützen.

Zur Luxusausstattung gezwungen?


Volkswagen ist im Schwitzkasten – von oben drückt die eigene Konzernmarke Audi, der die Wolfsburger nicht zu nahe kommen dürfen, um den Luxusanspruch der Ingolstädter nicht zu gefährden. Und von unten aber drücken, viel gefährlicher, die koreanischen Schwestermarken Hyundai und Kia. Denn auch sie haben erkannt, dass erst mit einem gewissen Hauch von Luxus sich gutes Geld verdienen lässt, als über Kampfpreise, bei denen man, um den Erfolg der Verkaufszahlen und des Marktanteils willen, auf Gewinne verzichtet.
Mit der rumänischen Tochter Dacia füllt Renault bereits die Nische der preiswertesten Fahrzeuge an. Wie lange noch? Das hängt von chinesischen Autoherstellern wie Cherry ab, der mit seinem Mittelklassemodell für knapp über zwanzigtausend Euro bereits auf den osteuropäischen Märkten erfolgreich ist.

Für Volkswagen und seinem wichtigen Volumenmodell Passat, der seit seiner Einführung 22-Millionen mal verkauft wurde, bedeutet es aber, der Fahrer darf bei dem Preis für den Mittelklassewagen und all seinem teuren Zubehör nicht in Ohnmacht fallen. Der nackte Grundpreis beträgt 25 900 Euro.

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