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Zen oder die Kunst, kinderleicht ein Gespann rückwärts zu bugsieren

Zen oder die Kunst, kinderleicht ein Gespann rückwärts zu bugsieren

Wolfgang Stegers
15.10.2014, 08:45 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Und, Sie haben auch feuchte Hände, wenn sie einen Wohnwagen oder Anhänger rückwärts fahren und eine Parklücke treffen wollen. Oder wie wär’s mit einer Slalomfahrt – aber rückwärts mit angekoppeltem Hänger? Das ist hohe Kunst für Könner und Berufskraftfahrer. Mit einer neuen elektronischen Hilfe geht es jetzt kinderleicht.

Ja ich weiß, Etliche hier in der Community haben Vorbehalte gegen die wachsende Flut an Assistenzsystemen, die in die Autos eingebaut werden. Aber wer glaubt, besser als ABS zu bremsen und in jeder Situation den ausbrechenden Wagen ohne ESP abfangen zu können, der muss diesen Beweis noch erbringen.

ABS und ESP haben viele Menschenleben gerettet


Keine Frage das Anti-Blockier und Anti-Schleuder-System haben viele Menschenleben gerettet. Ob nun alle der jetzt angebotenen elektronischen Helfer, wie etwa der Tote-Winkel Assistent oder der Assistent, der vor dem Verlassen der Fahrbahn warnt, ob Müdigkeits- oder Schildererkennung als hilfreich angesehen werden, wird jeder für sich entscheiden. Sicher, es ist auch oftmals eine Frage der Zeit, bis sich der Nutzen des einen oder anderen Systems erschließt.

Premiere für den Nothalte-Assistent


Für mich ist es aber keine Frage, dass die jetzt neu vorgestellten Assistenzsysteme selbst Skeptiker überzeugen. Das ist der einmal der Notfall-Assistent. Es ist so eine Art Totmannknopf, wie man ihn von der Eisenbahn kennt. Lokomotivführer müssen ihn immer wieder drücken, um ihre Reaktionsfähigkeit zu beweisen. Beim Auto lenkt diese Funktion den Wagen automatisch auf den Pannenstreifen der Autobahn oder Schnellstraße. Er kommt zum Stehen, die Warnblinkanlage ist eingeschaltet, ein Notruf abgesendet.

Die Idee dahinter: Immer wieder passiert es, dass Fahrer ihr Bewusstsein verlieren, eine Herzattacke erleben oder sonst wie den Wagen nicht steuern können. Bevor sich nun ein folgenschwerer Unfall ereignet, übernimmt die Automatik das Steuer und fährt sicher zum nächstmöglichen Halt.


Die Kunst ein Gespann in kleinste Lücken zu bugsieren


Weniger um einen Nothalt als vielmehr um die knifflige Situation des Rückwärtsfahrens mit Anhänger geht es bei dem zweiten System. Denn wer je einen Hänger rückwärts in eine Parklücke oder an die Laderampe bugsieren musste, weiß, wie viel Fingerspitzengefühl und Können dazu gehört. Denn jetzt bestimmt in ungewohnter Weise der Anhänger die Richtung. Das Zugfahrzeug muss als Schubwagen den Hänger schieben. Das bedeutet Umdenken für den Fahrer, dem rechten Lenkeinschlag folgt der Hänger mit einem linken. Bei zu starkem Einschlag verkeilt das Gespann und muss wieder gerade gezogen werden.

Die Heckkamera als Einweiser


Diese knifflige Rangierarbeit übernimmt Anhänger-Assistent. Nach dem Einlegen des Rückwärtsgangs wird das System per Knopfdruck aktiviert und die Heckkamera nimmt ein Bild von Hänger und Deichsel auf. Im zentralen Display erscheint das halbierte Zifferblatt einer Uhr mit dem eingespielten Anhänger. So wird seine Richtung angezeigt. Sechs Uhr bedeutet geradeaus, 9 Uhr rechter Winkel nach links, 3 Uhr nach rechts. Über den Einstellknopf für die Rückspiegel kann jetzt wie mit einem Joystick das Gespann gelenkt werden. Im Display müssen die Anhänger-Symbole für die Ist- und die Sollstellung zur Deckung gebracht werden. Das Drehen am Lenkrad wird überflüssig und unterbricht sofort den Vorgang.

Auch automatisch geradeaus rückwärts zu fahren ist bis 6 km/h sind möglich. Wird der Joystick nach hinten gezogen, übernimmt die Elektronik die automatische Querführung des Gespanns. Es besteht auch die Möglichkeit mit dem Spiegelknopf nachzujustieren und etwa einen Slalom zu fahren. Dem Rückwärtsfahren ist die Angst genommen und selbst Routiniers überstehen kniffligste Rangierfahrten.

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