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Premiere Peugeot 3008 Hybrid4: Franzosen vereinen Diesel- und Elektromotor

Premiere Peugeot 3008 Hybrid4: Franzosen vereinen Diesel- und Elektromotor

Wolfgang Stegers
02.03.2012, 16:32 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Hybridisch, so erklärt Meyers Konversationslexikon von 1887, ist „von zweierlei Herkunft", das hybridische Geschöpf „ein Blendling". Dabei haben die Verfasser sicher nicht an hybridische Fahrzeuge gedacht, wie sie jetzt von allen Automobilherstellern angeboten werden. 110 Jahre später von Toyotas mutigem Vorpreschen mit dem Prius 1997 ausgelöst, ist das „hybridische Autos" Brückentechnologie für eine kommende, elektrisch befeuerte Mobilität. Bei den Hybridfahrzeugen werden zwei Motoren miteinander „verschnitten": der Verbrenner mit dem Elektroantrieb. Bisher waren es in der Branche Benzinmotoren, die den elektrischen Partner erhielten. Nun hat sich der weltgrößte Hersteller von Dieselmotoren an die Hybridisierung mit dem selbstzündenden Motor seines Erfinders Rudolf Diesel aus dem Jahr 1892 gewagt.Herausgekommen ist der Peugeot 3008 Hybrid4.

Der Allrandantrieb als „Zugabe"

Die französischen Ingenieure haben eine sehr aufwendige Konstruktion gewählt und gleichzeitig die Motoren getrennt. Im Bug werkelt der Diesel-Verbrenner und treibt die beiden Räder der Vorderachse an. Hinten hingegen kommt der Elektromotor zum Einsatz. Er wirkt als Heckantrieb. So vereinigt der Wagen zwei Antriebe. Wenn beide Motoren gleichzeitig wirken, kommt als dritter der Allrad hinzu. Dann werden von den beiden unterschiedlichen Motoren die jeweiligen Achsen getrennt bedient – gemeinsam ergeben sie den Hybrid4.

Warum Dieselmotor?

Der Dieselmotor, das ist unbestritten, ist sparsamer als ein Benziner. Sein Wirkungsgrad ist höher, weil er den Kraftstoff effizienter verbrennt. Daher lag es nahe, ihm einen Elektromotor beizustellen. Dieser „zieht" seine Kraft aus einer Batterie, in der die elektrische Energie gespeichert ist. Sie muss aber geladen werden, Strom muss hineinfließen. Der wiederum kommt nicht aus der Steckdose (erst später, wenn die ersten, so genannten PlugIn-Hybride von Toyota und Volvo auf den Markt kommen), sondern der Strom wird mit Bordmitteln vom Generator erzeugt. Damit dafür aber möglichst nicht der Verbrennungsmotor als Antrieb für den Stromerzeuger benutzt und kostbarer Sprit verbrannt werden muss, wird die Energie des rollenden Fahrzeugs angezapft.

Der Clou: Beim Bremsen Strom anstelle von Wärme erzeugen

Immer wenn der Wagen frei rollt und die Elektronik erkennt, dass der Fahrer den Fuß vom Gaspedal genommen oder auf das Bremspedal gestellt hat, nutzt der Elektromotor den Schwung aus, um jetzt nicht als Antrieb, der Strom verbraucht, zu fungieren - sondern als Kraftwerk, das Strom erzeugt. Der wird in der Batterie gespeichert. Besonders viel Strom kann beim Bremsen gewonnen werden. Denn mit aller Kraft wirkt die elektrische Bremse. Ihr Widerstand rührt nicht von Reibung her, sondern ist magnetischer Widerstand, aus dem fließende Elektrizität, Strom, gewonnen wird. Der Fachbegriff für diese Art der Energieumwandlung wird Rekuperation genannt. Anders als bei der Reibbremse, die Wärme erzeugt und ungenutzt an die Luft abgibt, wird der Strom genutzt, um den Dieselmotor zu unterstützen. Dadurch wird weniger Treibstoff verbrannt oder aber durch stärkere Beschleunigung der Fahrspaß erhöht.

Verbrauch von unter 100 Gramm C02 pro Kilometer

Den neuen 3008 Hybrid4 bietet Peugeot in zwei Varianten an. Die stärker auf Sparsamkeit getrimmte erreicht einen Verbrauch von 3,8 l Dieselkraftstoff pro 100 Kilometer, während die besser ausgestattete und damit auch schwerere sich mit 4 Liter begnügt. Abstriche beim Fahrspaß muss man sich bei keiner machen. Der Elektromotor im Heck leistet 27 kW (37 PS) und der Diesel unter der Haube 120 kW (163 PS). Zusammen ergeben dies 147 kW oder 200 PS mit einem starken Drehmoment von 450 Newtonmeter und einem C02-Ausstoß in der Eco-Variante von 99 Gramm pro Kilometer. Die 100-Gramm-Marke zu unterschreiten wird ein einigen europäischen Ländern mit einem Steuerbonus belohnt.

Aufwendige Umwelttechnik hat ihren Preis. Der Peugeot 3008 Hybrid4 kostet in der günstigsten Variante 34.150 Euro.

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