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Traktor Tuning – Wie Sie das Optimum aus Ihrem Motor rausholen

Traktor Tuning – Wie Sie das Optimum aus Ihrem Motor rausholen

21.09.2017, 11:14 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Traktor Tuning – Wie Sie das Optimum aus Ihrem Motor rausholen


Obwohl die meisten Standardtraktoren heutzutage stolze 400 PS und mehr an Motorleistung aufbringen, ist bei Anwendern der Wunsch da, die tatsächliche Zugkraft zu verstärken oder zumindest optimal auszunutzen. Wie gelingt dies bei einem Schlepper? Welche legalen "Tuning-Tricks" bringen mehr Power und Spaß? Die wichtigsten Tipps für Profis:

Leichter fährt sich besser aber mehr Zugkraft braucht Gewichte


In der Autofahrschule lernt jeder Schüler: Kraftstoffverbrauch sparen und schneller vom Fleck wegkommen gelingt mit leerem Kofferraum und ohne Hänger oder Dachträger besser. Gleiches gilt auch für die Trecker Welt: das Eigengewicht reduzieren! Jeder Schlepper kann in der Regel nur maximal das 0,7-fache seines Eigengewichts ziehen. Experten sprechen dann vom "Triebkraftbeiwert". Praktisch ausgedrückt: Ein Traktor mit 10.000 Kilogramm kommt bei einem Triebkraftbeiwert von 0,4 auf eine Zugkraft von 4.000 daN (Deka-Newton), was einer Zugkraft von rund vier Tonnen entspricht.
Die Zugkraft lässt sich also jederzeit steigern, wenn Zusatzgewichte zum Einsatz kommen. Hierfür bieten die Hersteller Heckgewichte, Radgewichte oder Frontgewichte an. Die Extraportion an Gewicht hat allerdings den Nachteil, dass sie zu einem höheren Kraftstoffverbrauch führen und bei Straßenfahrten der Reifenverschleiß schneller erfolgt als auf Feld und Wiesen. Tipp: Zusatzgewichte stets nur dann anbringen, wenn sie unmittelbar für die Aufgabe benötigt werden.

Spezialfall Hinterachse: mit Frontgewichten ausgleichen


Anbaugeräte wie etwa Pflug und Grubber, die an der Hinterachse mittels Dreipunktaufhängung angebracht sind, erhöht ebenfalls das Gewicht. Allerdings nur im hinteren Bereich des Schleppers. Die Zugkraft nimmt automatisch zu, sobald sich ein Bodenarbeitsgerät in eine feste Bodenschicht bewegt. Dann hebt die Hydraulik das Arbeitsgerät wenige Zentimeter an, auch der Widerstand verringert sich so. Ganz wichtig: Während des Vorgangs wird die Vorderachse stark entlastet. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, dieses Treckerteil durch Frontgewichte zu beschweren.

Chiptuning bringt satte 30 Prozent Leistungssteigerung


Dieselmotoren mit einer Common-Rail-Einspritzung verfügen über eine Software im Motorsteuergerät. Dieses lässt sich unkompliziert mittels Chiptuning verändern – so gelingt eine Leistungssteigerung von bis zu 30 Prozent. Die erhöhte Motorleistung muss dann nur noch auf den Boden übertragen. Grund: Jeder Trecker kann nur 25 Prozent seiner Motorleistung in reine Zugkraft umwandeln. Verfügt ein Modell beispielsweise über einen 400-PS-Motor, so schafft er nur eine Zugleistung von 100 PS. Bildhaft ausgedrückt: Eine stationäre Seilwinde wird von einem 100 PS starken Motor angetrieben. Sie könnte so also die gleichen Arbeitsgeräte bewegen wie der Schlepper mit seinen 400 PS unter der Haube.

Vergrößerung der Aufstandsfläche immer sinnvoll


Je größer die sogenannte "Aufstandsfläche" der Reifen ist, desto mehr Motorleistung eines Treckers lässt sich auf die Reifen übertragen. Einzige Ausnahme: Bei einem feuchten Boden sollten sich die Reifen tiefer den Untergrund wühlen, um eine trockene Schicht mit Halt zu erreichen. Wie lässt sich die Aufstandsfläche vor Ort rasch vergrößern? Einfach schnell den Reifendruck des Schleppers absenken, idealerweise auf etwa 0,7 bar. Bei jedem Reifentyp und -hersteller gelten allerdings andere Werte. Details finden Interessierte in Unterlagen der Anbieter. Beim Absenken des Reifendrucks ist zu beachten: Bei zu viel Luftablassen biegen sich die Laufflächen vorne durch und die Reifen rollen über die Flanken ab. Und bei Fahrten über befestigte Straßen sollte der Reifendruck stets höher als 1, 0 bar sein, um Verschleiß zu vermeiden.

Lösung zwei: Zwillingsräder montieren


Die Aufstandsfläche lässt sich außerdem durch eine Zwillingsbereifung des Traktors verbreitern. Wer dann vor der Feldarbeit zusätzlich noch der Luftdruck aller dicken Reifen absenkt, holt die maximale Aufstandsfläche heraus. Diese entspricht dann der Fläche eines Raupenschleppers. Einziger Nachteil von Zwillingsreifen am Traktor – so darf das Gefährt nicht auf öffentlichen Straßen bewegt werden, weil es viel zu breit dafür ist. Wer seinen Schlepper allerdings nur auf Hof, Privatgelände und auf dem eigenen Feld einsetzt, der sollte dies Option "XXL-Doppelbereifung" wählen.

Schweres Gerät Raupenschlepper und Knicklenker


Optimale Zugkräfte entfalten Raupenschlepper und Knicklenker. Sie schlagen jeden konventionellen Traktor ohne zusätzliches Tuning an Maschine und Ausstattung. Gerade Raupenschlepper mit vier Raupenlaufwerken sind leistungsstarke Einsatzgeräte mit höchster Zugkraft. Zum einen bringen sie deutlich mehr Gewicht auf die Waage als der normale Schlepper mit Rädern, zum anderen sind die Anstandsflächen an den Raupen viel größer als bei den Reifen. Bei den Knicklenkern verhält es sich ganz ähnlich: Sie haben ein vergleichbar hohes Eigengewicht. Insofern ist auch die Verwendung von Raupenschleppern und Knicklenkern definiert: Sie sind im Bereich der Bodenbearbeitung und bei schweren Feldarbeiten den verhältnismäßig kleinen Standardschleppern eindeutig überlegen. Umgekehrt zeigen die Traktoren bei der Grünlandbearbeitung und als Transportgerät ihr Talent, ihre Wendigkeit und Geschwindigkeit.

Fazit


Nur zusätzliche Veränderungen – neben einer Steigerung der Motorleistung – machen den Trecker zur echten Kraftmaschine. Wer die Zugkraft seines Gefährts verbessern will, sollte auf jeden Fall eine optimale Ballastverteilung sicherstellen, ebenso für eine passende Bereifung und den richtigen Reifendruck sorgen. Grundsätzlich gilt es vor Anschaffung eines neuen Modells auch zu überlegen: Wo liegen die Hauptaufgaben in Zukunft? Genügt ein konventioneller Schlepper oder ist ein Raupenschlepper beziehungsweise ein Knicklenker die bessere Anschaffung? Mit dem optimalen Trecker lassen sich optimale Leistungen erzielen. Und mehr Spaß bei der Arbeit auf Feld und Flur.

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