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Lkw kracht in Stauende, Mädchen in Feuer-Wrack, Rettungsgasse verstopft: Sol ...

Lkw kracht in Stauende, Mädchen in Feuer-Wrack, Rettungsgasse verstopft: Soldaten werden zu Helden

News Team
18.10.2017, 10:03 Uhr
Beitrag von News Team

Drei Bundeswehrsoldaten sind jetzt mit dem Hans-Dietrich-Genscher-Preis ausgezeichnet worden.

Ihre Heldentat: Marcel Dewitt, Marco Lindenhahn und Nico Lüttich waren auf der A2 unterwegs und fuhren auf einen Unfall zu, der sich an einem Stauende zugetragen hatte. Sie leisteten Erste Hilfe, löschten Feuer, sprachen mit den Unfallopfern und stiegen in ein brennendes Auto, um der eingeklemmten Annika Lahn (15 Jahre) zu helfen.

Dieses Zusammenwirken, die parallelen Handlungen führten zur Überbrückung bis Feuerwehr und Rettungsdienst vor Ort eintrafen. Die ruhige Anwesenheit der Helfer, das Nicht-allein-lassen und das Sprechen mit dem Mädchen zeigen auch auf, dass aktives Helfen und nicht passives Herumstehen um den Unfallort, betroffenen Menschen die Kraft gibt, die Situation zu überstehen - auch im Nachhinein.

"Vermeintlich einfache Handlungen können letztlich dazu beitragen, dass ein Mensch die Chance erhält, zu überleben bzw. Hoffnung zu schöpfen und damit mental stabilisiert wird", unterstrich Thomas Mähnert.

Vater war völlig aufgelöst

Feldwebel Dewitt und Oberfeldwebel Lindenhahn, Fluggerätemechaniker vom Fliegerhorst Wunstorf, eilten nachdem sie ihr Fahrzeug gestoppt hatten, sofort an den Unfallort. Sie sahen einen aufgelösten Vater Michael Lahn, sprachen beruhigend mit ihm und verschafften sich einen Überblick.

Um das Unfallauto herum lagen die Überreste des Caravans und der LKW, der das Stauende übersehen hatte und ungebremst aufgefahren war. Im PKW, dessen Motorraum angefangen hatte zu brennen, sehen sie das Mädchen. Sie steigen ins Auto ein, sprechen mit ihr, steigen wieder aus, organisieren Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Kasten von den herumstehenden LKW-Fahrern.

Dann kam noch der Mann aus dem Panzerbataillon


Sie löschen das Feuer, versorgen die Ellenbogenverletzung von Annika und versuchen mit allen Mitteln die Tür aufzuhebeln und Annika aus dem Auto zu bekommen. Währenddessen kommt ein weiterer, für sie fremder Soldat hinzu: Oberstabsgefreiter Nico Lüttich, aktuell beim Panzerbataillon 393 in Bad Frankenhausen/Thüringen stationiert, setzt sich wie selbstverständlich auf die Rückbank des Wagens und bleibt bei dem Mädchen und lenkt sie mit Fragen nach alltäglichen Dingen ab - auch als das Feuer ein zweites Mal aufflackert.

Diese ineinandergreifenden Aktionen und die seelische Unterstützung überbrücken die Wartezeit auf die Feuerwehr und den Rettungsdienst, die wegen einer nicht gebildeten Rettungsgasse starke Schwierigkeiten hatten, überhaupt zum Unfallort vorzudringen.

In einem außergewöhnlichen Augenblick ihres Lebens kamen sich hier völlig fremde Menschen ganz nah. "Diese drei jungen Männer haben instinktiv, schnell und beispielhaft reagiert, und damit einer in einem brennenden Auto eingeklemmten Jugendlichen in einer ausweglosen Situation geholfen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes Lebensretter und haben den Hans-Dietrich-Genscher-Preis, der ihnen für ihr heldenhaftes Handeln verliehen wird, mehr als verdient", sagte der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius.

Der Laudator des diesjährigen Hans-Dietrich-Genscher-Preises betonte weiter:

Noch dramatischer wird dieser Fall dadurch, dass die Feuerwehr das in einem brennenden Auto eingeklemmte Opfer nicht erreichen konnte, weil keine korrekte Rettungsgasse gebildet wurde. Darum müssen wir immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig die Rettungsgasse ist. Die linke Spur links, alle anderen rechts, es ist so einfach. Wer diese einfache Regel nicht beachtet, gefährdet, wie wir an diesem Fall mal wieder sehen, Leben.

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