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Beliebteste Fahrzeugklasse:    Die unbändige Lust am SUV

Beliebteste Fahrzeugklasse: Die unbändige Lust am SUV

Wolfgang Stegers
12.01.2018, 12:39 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Wer hätte das gedacht: Viel verachtet, kritisiert und immer noch angefeindet, hat sich allen Protesten zum Trotz der Geländewagen für den Stadt- und Reiseverkehr zur beliebtesten Fahrzeugklasse gemausert.

Am SUV kommt keiner mehr vorbei. Weder die Käufer noch die Hersteller. Und nun ist es müßig darüber zu streiten, ob nun das Angebot die Nachfrage oder der Wunsch die Produktion befeuert. Tatsache ist, dass zum ersten Mal die SUVs die Kompaktklasse der Golfs, also das C-Segment der „Small Family Cars“ oder auch untere Mittelklasse genannt, überholt hat. Ford Focus, Opel Astra, BMW Einser, Mercedes A-Klasse, Audi A 3, Skoda Octavia oder Seat Leon sind nicht länger das Rudel der Platzhirsche.

2017: Das bisher beste SUV-Jahr


Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes wurden im letzten Jahr 820 552 SUV und Geländewagen zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil. Damit wurde die Kompaktklasse mit ihrem 23,3-Prozentanteil überholt. Denn hier waren es für das Bundesgebiet 802 999 Automobile. Keine Frage, deutsche Autofahrer wissen die SUVs zu schätzen. Und hier sind es vor allem die kleinen hochbeinigen Gefährte, die für den Boom sorgen. Der Durchmarsch der sportlichen Geländewagen geht durch alle Klassen. Er betrifft den Bentley Bentayga oder den Lamborghini Urus ebenso wie Q2 von Audi oder Mokka von Opel. Ja selbst Nissan Juke und Dacia Duster tummeln sich in der einst elitären Klasse der SUVs.

Präsent in allen Klassen


„Top down“ und wieder rauf zu Highend-Luxusmarken wie Maserati oder Rolls Royce, ja sogar Ferrari wird einen SUV anbieten, durchwirbeln diese „Straßen-Panzer“ oder bequemen Kutschen die angestammten Reviere. So deklinieren sie sich als Mini-SUV, Compact-SUV, Midsize-, Fullsize-SUV durch. Neu hinzugekommen sind auch die Coupé-SUVs, jener Crossover-Mix aus der ursprünglichen zweisitzigen Limousine mit zwei Plätzen und stark abgeflachtem Dach und einem Geländewagen. Der BMW X6 war sicherlich erfolgreicher Vorreiter jener gewöhnungsbedürftigen Karosserien, dem Land Rover mit dem Evoque und Mercedes mit dem GLE-Coupé folgte. Der angekündigte Audi Q8 und wer weiß, welche Hersteller noch auf diesen Zug aufspringen werden.

Über hundert SUV-Modelle


101 SUV-Modelle werden derzeit auf dem deutschen Markt angeboten. Es sind noch weitere in der Pipeline. Bisher waren sie ein gutes Geschäft mit hohen Gewinnmargen für die Hersteller. Aber mit der Dieselkrise und den verschärften Verbrauchs- und Abgasgrenzwerten kehrt Unruhe ein. Einmal sind die schweren SUV-Boliden mit ihren schlechten Aerodynamikwerten rechte Säufer - daher meist mit verbrauchsärmeren Dieselmotoren ausgerüstet, um die CO2-Bilanz nicht gänzlich zu verhageln. Andererseits kennzeichen die Emissionen von Feinstaub und Stickoxide die derzeitigen Probleme des Selbstzünders.

Zum Aussterben verdammte Dinosaurier?


Was tun SUV? Sind es automobile Dinosaurier, zum Aussterben verdammt? Da killen die europaweiten CO2-Werte ab 2021 mit einem zugelassenen Ausstoß von 95 Gramm Kohlendioxid viele Geländewagen und SUVs – egal ob Diesel oder Benziner. Da sie aber bei den Kunden (auch bei älteren) mit ihren Ansprüchen auf Komfort, Bequemlichkeit und Sicherheitsempfinden so gewünscht sind, müssen sich die Hersteller etwas einfallen lassen. Tesla hat bereits das erste rein batterie-elektrische SUV im Angebot. Deutsche Firmen werden folgen.


Verkaufsstar: Mitsubishi Outlander Plugin-Hybrid


Aber auch die Hybridisierung, der Zusammenschluss von Elektro- und Diesel/Benzinantrieb, wird verstärkt im SUV angeboten. Vor allem Mitsubishi hat mit dem Plugin-Hybrid Outlander ein Zeichen gesetzt. Er gehört in die Effizienzklasse A+ und ist seit Jahren europaweit der meistverkaufte Plugin-Hybrid mit einer rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern.

Was bleibt? Die SUVs sind zu beliebt, als dass sie in Zukunft verschmäht werden würden. Sie werden sich aber einschränken müssen – bei Verbrauch, Gewicht und Ausmaßen. Das Monster-SUV ist tot. Es lebe das neue, effiziente und kleine SUV.

4 Kommentare

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Ich mag es, eine erhöhte Sitzposition im Auto zu haben, wegen der besseren Übersicht, aber ich finde es lächerlich, einen Geländewagen für Autobahn und Stadtverkehr zu nutzen!

Deshalb fahre ich einen Minivan mit besseren Verbrauchs- und Abgaswerten als sie ein SUV hat und mit viel mehr Platz!

Streng genommen würde für meine Zwecke meistens auch ein Kleinwagen reichen, aber ab und zu sind halt mal Sportgeräte und/oder Sportfreunde zu transportieren.

Übrigens fiel meine Wahl auf den sehr preiswerten und seit fünf Jahren problemlos laufenden Dacia Lodgy. Der kann bis zu 7 Personen transportieren oder viel Gepäck. Dazu ist er mit dem gleichen Motor billiger in der Anschaffung, sparsamer, bequemer und um einiges schneller als der Duster aus gleichem Hause. Nur halt nicht ganz so cool, denken viele!
  • 14.01.2018, 12:20 Uhr
  • 0
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Darf mich jetzt nicht mehr als Deutsche fühlen, weil ich diese Benzinfresser und Umweltschädlinge einfach nur bescheuert finde?
  • 12.01.2018, 12:48 Uhr
  • 1
Hier wurde ein Kommentar durch den Ersteller entfernt.
Die Mehrheit sieht es genauso wie Du! Die SUV sind zwar für sich gesehen die meistverkaufte Kategorie, aber wenn man alle anderen Sparten zusammenzählt, sind sie trotzdem eine Minderheit. Kleinwagen, Kombis, Van's und Minivans, Sportwagen, Cabrios und Limousinen finden immer noch ihre Käufer, daran wird sich auch nichts ändern. Zumal sich herumgesprochen hat, dass männliche SUV Fahrer noch kleinere Pimmel als Porsche Fahrer haben!
  • 14.01.2018, 12:31 Uhr
  • 0
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