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Warum schaffen wir den Individualverkehr nicht einfach ab ???

10.03.2018, 14:40 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Die Antwort darauf dürfte sich letztlich in der heutigen Gesellschaft erübrigen.
Aber sich Gedanken darüber zu machen, wie der Individualverkehr verringert werden kann und
wenn das aufgrund des nicht ausreichend zur Verfügung stehenden öffentlichen Nah- und
Fernverkehrs kaum möglich ist, die Umweltbelastung durch Kraftfahrzeuge nicht weiter zu erhöhen oder gar zu verringern, wäre in der jetzigen Zeit doch wohl sinnvoll und zwingend geboten.
Das sieht im Hinblick auf die nicht mehr zu übersehende Klimaveränderung wohl auch fast jeder
ein, jedoch wollen aber die wenigsten etwas dafür tun.
Ich möchte mal als einfacher Bürger des Mittelstandes meine Gedanken dazu offen legen.
Dazu bekenne ich auch, dass ich nicht den Individualverkehr abschaffen möchte, denn dafür ist das Auto viel zu sehr in die Lebensgewohnheit jedes Einzelnen eingebettet. Aber Einschränkungen dürften jedem Einzelnen möglich sein, ohne dass die individuelle Mobilität darunter leidet.
Ich stelle hierzu einfach einige Fragen:
1. Müssen die Autos immer größer werden?
2. Ist es notwendig, dass wir immer schneller voran kommen?
3. Müssen die Autos dazu immer kraftvoller und mit mehr PS angetrieben werden?
4. Brauchen wir immer mehr Komfort im Auto?
Alle diese Fragen können einfach mit einem „Nein“ beantwortet werden, und zwar mit folgenden
Begründungen:
zu 1.:
Bei jeder Vorstellung eines neuen Modells, egal welcher Marke, kommt immer ein Mehr an
Breite, Länge, Radstand pp. hinzu. Wer braucht das? In den gängigen Modellen ist Raum
genug für Personen und Gepäck. Mittlerweile sind frühere Kleinwagen in ihrem Umfang
fast groß wie frühere Mittelklassewagen usw. Die brauchen naturgemäß auf der Straße mehr
Platz. Außerdem kommen in den letzten Jahren immer mehr mittlere bis große SUV´s hinzu,
deren Ausmaße noch größer sind, so dass diese beim Parken mit einem Parkraum kaum
auskommen, um noch einigermaßen gut die Tür öffnen zu können und das Fahrzeug
dann ohne Verrenkungen beim Aussteigen verlassen zu können.
Die meisten Fahrer benötigen auch keine allradgetriebenen Fahrzeuge, da sie ja doch immer
befestigte Straßen oder Wege befahren, die leicht mit Antrieb auf einer Achse bewältigt
werden können, auch im Winter!
zu 2.:
Die Autos werden immer schneller, von 0 auf 100 in weniger Sekunden und die
Endgeschwindigkeit wird auch erhöht.
Warum eigentlich? In der Regel kommen wir beim heutigen Verkehrsaufkommen eher nicht
schneller ans Ziel. Wir stehen im Stau oder schleichen durch die Stadt.
Höchstgeschwindigkeiten können kaum ausgefahren werden, weil fast Überall
Geschwindigkeitsbegrenzungen dem entgegenstehen oder die Verkehrslage dies nicht
erlaubt.
Zu 3.:
PS-Starke Fahrzeuge sind nicht erforderlich, siehe auch zu 2. Sie benötigen ein mehr an
Kraftstoff, egal ob Diesel oder Benzin. Beim Diesel werden immer mehr
gesundheitsschädliche Stickoxide, die dem Menschen schaden und beim Benzin mehr
umweltschädlich Gase ausgestoßen, die das Klima verändern. Also was soll es, man kann
den Teufel nicht mit dem Beelzebub bekämpfen, der Schaden entsteht bei der Gesundheit
oder beim Klima, letztlich also für alle Lebewesen.
zu 4.:
Und wie steht es um den Komfort im Auto und beim Fahren? Abgesehen von den
Erneuerungen und Fortschritten bei der Sicherheit, wobei auch da einiges infrage zu
stellen wäre, gibt es wenige Notwendigkeiten. Am ehesten fällt mir hier die Sitzheizung ein.
Nun gut, Po und Rücken kann ich auch mit wärmenden Überzug des Sitzes warm
halten! Und da gibt es eine Menge anderer Bauteile auf die man getrost verzichten kann.
Den gesamten Pool eingebauter Finessen kann sowieso kaum jemand nutzen, ohne einen
gesondertes Seminar mitzumachen, um alles begreifen zu können und alles auf einmal ist
während der Fahrt sowieso nicht zu gebrauchen.
Muss das also sein, immer schneller, größer, komfortabler?

Okay, manche brauchen das für ihr Image, aber darauf Rücksicht zu nehmen im Hinblick auf unser Aller Umwelt erscheint mir zweifelhaft.
Bei den ganz großen Fahrzeugen mit allem „Schnick und Schnack“ ist ein Bedarf sowieso nicht zu
begründen, diejenigen die so etwas nutzen tun es ja nur weil sie nach außen zeigen wollen was sie sich leisten können und die, die sich das eigentlich nicht leisten können schaffen sich so ein Auto an, um ihren Minderwertigkeitskomplex zu bekämpfen.
Warum fragt nicht jeder nach seinen tatsächlichen vernünftigen Bedürfnissen. Dabei kämen so
manche zu dem Ergebnis, dass auch ein kleineres, nicht so schnelles und komfortables Auto
vollkommen ausreichend wäre. Auf individuelle Mobilität muss dann niemand nicht verzichten,
weil allein dadurch bereits ein erheblicher Rückgang aller Schadstoffe gewährleistet wäre. Allen
wäre geholfen, jedem persönlich und auch der Allgemeinheit.
Für die Autoindustrie würden dann zwar schlechtere Zeiten anbrechen.
Aber sind die das nicht selbst schuld. Dort wurde am Nutzen vorbei und ohne Gedanken an die
Spätfolgen konstruiert und hergestellt.
Hier wurde sogar im Hinblick auf den Schadstoffausstoß wissentlich betrogen und mit
schadstoffarmen Antrieb geworben. Nur um des Umsatzes willen und um den Gewinn zu
maximieren. Reich geworden sind die Vorstände und deren Aktionäre. Die Allgemeinheit war und scheint immer noch, unwichtig zu sein. Von der Entwicklung des Klimas und deren Folgen ganz zu schweigen. Man lebt schließlich jetzt und die Folgen für nachwachsende Generationen sind unwichtig?!
Und jetzt, wo dieser ganze Betrug herausgekommen ist, macht man sich klein. Einige wollen von
nichts gewusst haben und die anderen fürchten um ihre Umsätze und damit auch über eigene
finanzielle Verluste.
Der Politik, welcher die gesamte Entwicklung bereits seit Jahren bekannt sein müsste, hat natürlich auch keine Schuld und die zuständigen Damen und Herren tun so, als wenn alles plötzlich auf sie hereinbreche. Aber konkrete Maßnahmen zur Gegensteuerung werden hinausgezögert und man versucht weiter alles als nicht so schlimm darzustellen, bzw. vermeidet weiterhin sich eindeutig richtig zu positionieren.
Was könnten unsere Autobauer wirklich anbieten, um eine Kehrtwende herbeizuführen?
Bei der Entwicklung und Verbreitung der Schadsoftware hat man sich richtige Mühe gegeben, um die Vertuschung zum Erfolg zu führen. Die gleiche Akribie sollte nun auch in die Entwicklung
alternativer Antriebe gesteckt werden.
Die Elektroversion scheint aber auch nicht die alles entscheidende Alternative zu sein. Schadstoffe kommen hierbei nicht mehr direkt aus dem Auspuff der einzelnen Fahrzeuge, dafür aber aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke. Dadurch wird dem Klima wohl kaum bis nur wenig geholfen, zumindest solange nicht, bis dass zur Herstellung von Strom keine fossilen Brennstoffe mehr genutzt werden.
Außerdem wird bei der Herstellung notwendiger Batterien fast genauso viel Energie benötigt wie
hinterher eingespart werden kann. Von der Entsorgungsproblematik alter Batterien ganz zu
schweigen.
Was wäre noch denkbar – Wasserstoff zur Energiegewinnung? Von dieser Möglichkeit wird aber
nur ganz wenig gesprochen, da scheint noch kein Durchbruch in Sicht, wo bleibt da der
Erfindergeist.

Aber außer dem Individualverkehr gibt es ja noch weitere Verkehrswege, auf denen Schadstoffe in nicht geringem Ausmaß ausgestoßen werden.
Was ist mit dem Binnenschiffsverkehr und dem boomenden Kreuzfahrttourismus. Hier können
wohl noch weitere Maßnahmen erfolgen, durch welche eine Reduktion des Schadstoffausstoßes
erfolgen könnte.
Und da gibt es ja noch den Flugverkehr. Warum wird Flugbenzin nicht besteuert? Dann gäbe es
auch Anreize zum Bau von Antrieben mit geringerem Ausstoß und/oder zu weniger Verbrauch.
Alle meine dargelegten Gedanken würde der Umwelt und damit jedem Einzelnen letztlich zu Gute kommen.
Der Industrie und dem Wachstumswahn unserer Gesellschaft sind solche Gedanken aber nicht
förderlich. Unsere Politiker richten sich nach der Lobby der Industrie und die Meisten von uns
folgen diesem Wahnsinn, ohne darüber nachzudenken was der Umwelt und unseren nachfolgenden Generationen angelastet wird.

Kommentare

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