wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Eine ominöse Zahl: 6.000 Tote durch Diesel-Stickoxide?

Eine ominöse Zahl: 6.000 Tote durch Diesel-Stickoxide?

Wolfgang Stegers
19.03.2018, 19:28 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Stickstoffoxide aus dem Dieselauspuff sollen für sechstausend zusätzliche oder vorzeitige Todesfälle verantwortlich sein. Was ist denn mit Gasherden, Heizpilzen oder Gasöfen, die die Grenzwerte an Stickoxid um ein Vielfaches überschreiten? Dieselmotoren werden entscheidend besser.

Vor kurzem hat das Umweltbundesamt, UBA, eine Studie vom Mai letzten Jahres veröffentlicht, die für heftiges Aufsehen sorgte. Zielgenau zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Dresden, das Fahrverbote auf den Straßen möglich macht, wurde amtlicherweise bekannt gemacht, im Jahr 2014 soll es 6000 Dieseltote gegeben haben. Stickstoffoxid, NOx, wurde als Killergas dingfest gemacht.

Munition für Fahrverbote


Warum wird erst jetzt die Erkenntnis veröffentlich und nicht schon vor einem Jahr? Hätte man dadurch vielleicht Leben retten können? Oder passte es besser zur Strategie „Diesel raus aus den Städten“? Die Präsidentin des Amtes, Maria Krautzberger, findet „es anstrengend, dass wir heute wieder eine Diskussion darüber führen, ob Stickoxide der Gesundheit schaden. Sie tun es.“ Nach der Feststellung über die Schädlichkeit sei mehr als ein Jahrzehnt vergangen, dass zu viel Stickoxid in der Luft den Mensch krank mache und Leben koste.

Gasherde 4000 Mikrogramm NOx


Wenn dem nun so ist, frage ich mich, warum das Umweltbundesamt nicht schon früher Alarm geschlagen und darauf hingewiesen hat, dass Gasherde und –öfen sowie Heizpilze mit Spitzenwerten von 4000 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wesentlich mehr Stickoxide ausstoßen – und das direkt „vor der Nase“ der Köche oder sich Wärmenden. Nirgendwo ist zu lesen, diese seien Heizquellen zu verbieten, vor allem jetzt, da der Winter wieder zurückgekehrt ist und mancher derartige Heizungen anwirft.

Aber darauf weiß Das Umweltbundesamt auch einen Antwort. Zitat Krautzberger in der Onlineausgabe „Der Zeit“: „Und natürlich stirbt niemand sofort, wenn er täglich mehrere Stunden lang zu viele Stickoxide einatmet...Unsere Studie hat statistisch berechnet, dass 2014 rund 6.000 Menschen vorzeitig an Herz-Kreislauf-Krankheiten starben, die auf eine Langzeitbelastung mit Stickstoffdioxid zurückzuführen sind.“

Euro 6 b ab September


Aber warum heißt es dann immer: Stickstoffoxid aus Dieselauspuff tötet in Deutschland 6.000 Menschen? Ich hoffte, Gasöfen und Holzheizungen kommen zu ähnlich niedrigem Stickstoffdioxidausstoß wie Dieselmotoren. Euro 5 erlaubt 180 mg NOx pro Kilometer, die derzeit gültige Euro 6 Norm 80 Milligramm, ab September mit Euro 6b oder c 60 mg Noxe. Der bevorstehende Termin ist auch der Grund, warum manche Hersteller derzeit keine Dieselmotoren in ihren schweren Wagen anbieten, sie müssen die Motoren bei veränderter Prüfnorm auf die neuen Vorgaben anpassen und auch mit SCR-Kats und Harnstoff-Einspritzung ausrüsten.

PS Weltweit sind fast 90 Prozent aller Pkw-Motoren Benziner, Dieselwagen sind lediglich in Westeuropa stark vertreten. Tendenz abnehmend, Je weniger Diesel auf der Straße fahren und umso sauberer sie sind, werden die heute an stark belasteten Straße die Werte lokal zwar zurückgehen, der NOx-Eintrag in die Luft, bedingt durch Gas- und Holzheizung oder Schiff- und Luftverkehr, kaum weniger werden.

8 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Jaja, 6.000 Stickoxidtote konnte man ausmachen. Dreimal kurz gelacht. Vermutlich handelte es sich dann um Suizide?
Wie viele Bauern und Winzer, Maler, Bauarbeiter usw. zu Tode kommen, weil sie mit Lösungsmitteln, Petisiziden, Isektiziden und unnatrülichen Düngemitteln vergiftet sind, das weiß natürlich niemand! Wozu auch?

Diese politische Verarsche geht mir auf die Nerven! Für wie dämlich wird eigentlich das Volk gehalten und wer wählt die Marionetten in Berlin und Brüssel?
  • 23.03.2018, 12:08 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich frage mich nur womit so ein riesiges Kreuzfahrtschiff angetrieben wird und wieviel Stickoxid bei einer Fahrt da in die Atmosphaere geblasen wird. Die ganze Diskussion ist meiner Meinung nach eine Erfindung der Autoindustrie um mehr Hybridfahrzeuge zu verkaufen. Was wurde denn aus dem Wasserstoffauto von BMW, oder dem Elektroauto mit einer Zink-Luft Batterie das in den 90zigern mit Erfolg und in einem Mercedes Transporter getestet worden ist. Die Reichweite betrug damals schon mit einer Ladung 1200km.
  • 19.03.2018, 22:52 Uhr
Die grossen Superfrachter, die unsere Waren weltweit verteilen, werden wohl noch "getreidelt"?
  • 19.03.2018, 23:31 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
Ich frage mich - wie hat man festgestellt, dass es von Dieselmotoren kam ??
Hat man diese Leute obduziert ??
Oder hatte es vielleicht berufliche Folgen ??
Hier werden Diesel verboten, ins Ausland verkauft und dort fahren sie lustig weiter
Und diese Luft - wird dann wieder zu uns herüber geweht ... ein Teufelskreis
  • 19.03.2018, 21:13 Uhr
Du bist aber gut. Seehofer macht die Grenzen dicht und das soll, wie ich hörte, auch für die Luft gelten . . .
  • 19.03.2018, 21:17 Uhr
Ach Wolfgang, - jetzt musste ich so lachen
Ja, wenn über DL eine Kuppel wäre, - würde das Ganze sogar Sinn machen
Aber sooo ...
  • 19.03.2018, 21:20 Uhr
Wahrscheinlich werden rund um Deutschland so eine Art von "Luftsperren", wie man sie von manchen Kaufhauseingängen kennt, montiert . . . oder sowas . . .
  • 19.03.2018, 21:26 Uhr
Wäre nicht schlecht ...
Mal Seehofer fragen
  • 19.03.2018, 21:34 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren