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Kleiner Junge (8) von Lkw erfasst und getötet - Macht Abbiege-Assistent zur Pflicht JETZT

News Team
14.06.2018, 11:07 Uhr
Beitrag von News Team

Ein kleiner Junge (8) ist bei Grün von einem rechtsabbiegenden Lkw erfasst und getötet worden. Wie die Polizei über den schrecklichen Unfall vom Mittwoch in Berlin mitteilte, war das Kind mit seiner Mutter unterwegs.

Der Junge erlitt schwerste Verletzungen und verstarb noch am Unfallort. Neben der Mutter wurden mehrere Zeugen von Seelsorgern betreut. Eine 48-jährige Zeugin sowie der 59-jährige Lkw-Fahrer erlitten einen Schock und wurden von Rettungskräften zu stationären Behandlungen in Kliniken gebracht.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) forderte sofort Konsequenzen:



Die Zahl der durch abbiegende LKW getöteten Radfahrenden steigt seit einigen Jahren an – von 28 in 2013 auf 38 in 2017. Schuld in allen Fällen 2017 war der Lastwagen-Fahrer. 21 Todesfälle dieser Art gab es bereits in diesem Jahr, darunter 5 Kinder. Der ADFC rechnet 2018 mit bis zu 45 Todesfällen dieser Art. Denn sowohl der Radverkehr als auch der Straßengüterverkehr in den Städten nehmen zu.

60 Prozent der Unfälle könnten durch Abbiegeassistenten verhindert werden

Laut Unfallforschung der Versicherer könnten LKW-Abbiegeassistenten 60 Prozent dieser schweren Unfälle verhindern. Entsprechende Produkte sind sowohl für Neufahrzeuge als auch als Nachrüstsystem auf dem Markt, werden aber aus Kostengründen äußerst selten eingebaut.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork: „Wir haben 2011 den runden Tisch Abbiegeassistent beim Bundesverkehrsministerium initiiert, wir haben wegen der jüngsten Zuspitzung der Unfallzahlen eine Task Force zur Entwicklung eines Maßnahmenplans gefordert – und der Verkehrsminister zeigt auf die EU und ein offenbar wirkungsloses Förderprogramm. Das ist verantwortungslos!“

Bürgerbewegung startet Online-Petition

Auch die Bürgerbewegung Campact will das nicht mehr länger tolerieren. Janine Schulz aus Bremen wurde auch von einem abbiegenden LKW überrollt. "Ich habe gerade so überlebt. Die meisten, die solche Unfälle erleben, können keine Petition mehr starten", sagt die Erzieherin in einer aktuellen Video-Botschaft.

VIDEO: Janine Schulz hat überlebt - gerade so



Schon über 137.000 Menschen fordern jetzt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Handeln auf. Sie unterstützen Janine Schulzes Appell auf WeAct, der Petitionsplattform von Campact, für die Einführung von Abbiege-Assistenten.

Automatische Abbiege-Assistenten warnen LKW-Fahrerinnen und -fahrer beim Abbiegen akustisch vor Objekten im toten Winkel und können Notbremsungen einleiten. Zuverlässige Anlagen kosten etwa 1.500 Euro. Sie würden Unfälle, wie ihn Janine Schulz erlebt hat, vermeiden. Als sie die Straße überquerte, stoppte der LKW nicht, sondern fuhr über Beine und Hüfte. Zwei Wochen künstliches Koma, 20 Operationen und ein Jahr Krankenhausaufenthalt waren die Folge. Schmerzen hat sie immer noch. "Ich fordere Minister Scheuer persönlich auf, den Abbiege-Assistenten zur Pflicht zu machen", sagt Schulz und spricht damit für die über 137.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner - unter ihnen auch viele weitere Betroffene.

1 Kommentar

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Ich würde lieber die Fahrradfahrer an jeder Kreuzung zu Ihrer eigenen Sicherheit zum anhalten zwingen.Als Autofahrer kann man manchmal 3 Mal schauen,es kommt nichts und plötzlich ist doch ein Fahrradfahrer da.
  • 14.06.2018, 19:58 Uhr
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