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Senioren und Pedelec: Erschreckende Unfallzahlen mit Todesfolge

Senioren und Pedelec: Erschreckende Unfallzahlen mit Todesfolge

Wolfgang Stegers
14.07.2018, 15:49 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Helm auf beim Fahrradfahren – in jedem Alter. An diese Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) sollten sich aufgrund ihrer hohen Verletzungsgefahr insbesondere auch ältere Menschen halten. Die Unfallzahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Denn die jüngst veröffentlichte endgültige Verkehrsunfallstatistik von 2017 zeigt: Vor allem ältere Fahrradfahrer verunfallen und verletzen sich. Von den in 2017 insgesamt 382 getöteten Fahrradfahrern waren 155 älter als 75 Jahre. Pedelec-Fahrer sind extrem betroffen. 44 von insgesamt 68 erlitten tödliche Verletzungen. Das sind nahezu Zweidrittel. Bei den Fahrradfahrern sind es 111 von insgesamt 314. In der Altersgruppe ab 60 Jahre liegt die Helmtragequote jedoch unter 30 Prozent. „Bei den schweren Verletzungen ist vor allem der Kopf betroffen. Gerade auf den von Senioren gern genutzten Pedelecs ist ein Kopfschutz wichtiger denn je“, sagt Professor Joachim Windolf von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Tempo 25 km/h und höher beherrschen

Fahrräder mit hybridem Antrieb – die sogenannten Pedelecs -, können allein mit Hilfe des Elektromotors Geschwindigkeiten von 25 km/h erreichen. Pedelecs bieten Menschen mit Handicaps oder Fitnessdefiziten eine mögliche Alternative zum herkömmlichen Fahrrad. „Sie erhöhen die Mobilität und haben in jedem Fall einen positiven Effekt für Senioren“, sind sich die Unfall- und Orthopädieexperten einig.

Koordination, Balance und schnelle Reaktionen

Dieses Tempo muss auch beherrschbar sein. Höhere Geschwindigkeiten und die bei Senioren zunehmenden körperlichen Einschränkungen erhöhen aber auch das Unfallrisiko und die Schwere der Verletzungen. Denn: Radfahren erfordert Balance, Koordination und schnelle Reaktionsfähigkeit. Senioren sind in ihrer Wahrnehmung jedoch oftmals eingeschränkt: Sie hören und sehen nicht mehr so gut und ihr Gleichgewichtssinn ist gestört. Die höheren Geschwindigkeiten der Elektroräder erhöhen das Unfallrisiko und führen zusammen mit altersbedingten Einschränkungen zu schweren Verletzungsmustern.

Schädel-Hirn-Trauma

Daten aus dem Trauma Register der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zeigen, dass das schwere Schädel-Hirn-Trauma bei den lebensgefährlich verletzten Radfahrern die Hauptverletzung ist. „Die Chance, ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu überleben, nimmt mit zunehmendem Alter ab“, sagt Spering. Dabei könne schon ein leichter Unfall durch die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten – so wie es bei Älteren oft der Fall ist – zu einer schweren Hirnblutung führen. „Ein Helm schützt den Kopf im Falle eines Sturzes. Daher sollte jeder Radler einen Helm nutzen“, empfiehlt die Gesellschaft für Unfallchirurgie.

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