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Elektrofahrräder im Test: Katastrophale Ergebnisse

Elektrofahrräder im Test: Katastrophale Ergebnisse

Wolfgang Stegers
29.05.2013, 22:53 Uhr
Beitrag von Wolfgang Stegers

Da aber staunten die Prüfer der Stiftung Warentest und des ADAC nicht schlecht, als sie die Ergebnisse der diesjährigen Untersuchung mit denen des vor zwei Jahren verglichen. Das katastrophale Ergebnis für dieses Jahr: Mehr als die Hälfte der 16 getesteten Elektroräder fielen glatt durch, so dass neun nur mit „mangelhaft“ bewertet werden konnten. Im letzten Test waren es nur zwei von 12.

Mittlerweile ist jedes zehnte in Deutschland verkaufte Fahrrad ist eine Elektrobike, ein Pedelec. Das sind jene Fahrräder mit elektrischem Hilfsmotor, die bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h beim Treten wattstark helfen, nicht versicherungspflichtig sind und daher auch nicht das kleine Kennzeichen tragen müssen.

Die Mehrzahl der Räder fiel mit „mangelhaft“ glatt durch

Verantwortlich für das desaströse Abschneiden im aktuellen Pedelec-Test von ADAC und Stiftung Warentest sind die Elektro-Fahrräder der Hersteller Leviatec, Kreidler, KTM, Sinus, Flyer, Top Velo, Fischer, Victoria und Raleigh. Diese Fabrikate sind bei der jüngst in Berlin vorgestellten Untersuchung glatt durchgefallen. Neun Mal lautete das vernichtende ADAC Urteil „mangelhaft“!

Elektromagnetische Störwellen überlagern Rettungsfunk

Bei fünf Rädern brachen im Belastungstest Rahmen, Lenker oder die Aufnahmen für die Hinterachse, drei Modelle wurden wegen mangelhafter Bremsen abgewertet. Ein Pedelec (Raleigh/ Impulse iR HS) sendet so starke elektromagnetische „Störwellen“ aus, dass damit sogar die Funkdienste von Polizei, Feuerwehr und Rettung massiv gestört werden können. Auch dafür blieb den Testern nur das Urteil „mangelhaft“. Die Modelle von Pegasus und Kalkhoff überschritten den elektromagnetischen Grenzwert zwar ebenfalls geringfügig, dennoch gab es für sie die Testnote „ausreichend“.

Nur zwei Modelle erhielten ein „gut“

Lediglich zwei Modelle (E-Courier SX von Stevens und Obra RT von Kettler) erhielten das ADAC Urteil „gut“. Das sportliche Elektro-Fahrrad von Stevens überzeugte mit guten Laufeigenschaften, kurzer Ladedauer und guter Reichweite. Die Schaltung sowie die Transportmöglichkeit für das Gepäck lassen allerdings noch Raum für Optimierungen. Das ebenfalls positiv bewertete Pedelec von Kettler erwies sich im Test als komfortabel und durch die Lenkerposition zum gemütlichen Fahren geeignet. Es ist allerdings nicht allzu wendig.

Die Spanne der erzielten Reichweite lag über alle getesteten Modelle hinweg zwischen 25 und 75 Kilometern. Die Modelle von Kalkhoff und Raleigh überzeugten mit einer Reichweite von 75 Kilometer, fielen allerdings durch ihre elektromagnetische Wirkung negativ auf.

Forderung des ADAC für mehr Qualität und Produkttests

Fazit der Tester: Weder der Name des Herstellers noch der Preis sind verlässliche Indikatoren für die Qualität eines Elektro-Fahrrads. Verbraucher können sich nur durch umfangreiche Produkttests informieren, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Nach Ansicht des ADAC ist es nicht akzeptabel, dass die Zukunft der Elektromobilität durch mechanische, sicherheitsrelevante Unzulänglichkeiten bei Pedelecs – wie sie im aktuellen Test vorliegen – gefährdet wird.

Der Club fordert die Hersteller daher auf, umgehend dafür zu sorgen, dass Rahmen, Lenker und Bremsanlage der Elektroräder den Anforderungen Stand halten und ein Höchstmaß an Sicherheit für Nutzer sowie andere Verkehrsteilnehmer bieten. Außerdem muss der elektromagnetische Grenzwert für Strahlungsemissionen zwingend eingehalten werden. Entsprechende Hinweise müssen auch deutlich an die Verbraucher kommuniziert werden.

7 Kommentare

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Mein Mann und ich holen uns die Fitness mit unseren Pedelecs über die Geschwindigkeit und die Distanz. Früher waren 16 kmh bei Gegenwind schon anstrengend, heute fahren wir bei Gegenwind und Berg auf 22 kmh.
Unsere tägliche Distanz beläuft sich auf 20 km. Außerdem kann man die Unterstützung ja einstellen.Daher finde ich die Pedelecs einfach toll. Sie nehmen vielen Strecken den Schrecken.
Außerdem komme ich nicht mehr verschwitzt bei der Arbeit an. (8km eine Strecke mit Steigung)
  • 16.01.2014, 08:28 Uhr
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Ich hätte mir mein Elektro-Rad schon 10 Jahre früher kaufen sollen, dann hätte ich mich vermutlich erheblich mehr bewegt. In den 5 Jahren bin ich mit meinem 17Zoll E-Bike Ysi von Flyer über 6000 Kilometer in meinem Alltag geradelt. Da es im Teutoburger Wald nicht nur platt ist, ist das Rad die beste Motivation jeden Hügel in Angriff zu nehmen und alle Wege je nach möglichem eigenen Kraftaufwand zu schaffen.
Das Lebensgefühl wächst enorm, selbst nach einem richtig miesen Tag, man ist schnell, man radelt über den Dingen, man fühlt sich wie 20 einhalb!
Pst: Manchmal schummle ich und fahre mit der Vespa!
  • 03.10.2013, 01:34 Uhr
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Ich finde das verrückt : Es wird gesagt, der Mensch muss sich mehr bewegen. Es werden Fitnissstudios entwickelt, damit der Mensch sich mehr über wer weiss für Geräte wieder bewegt. Natürlich mit fachlicher Anleitung. Kostet nicht wenig Beiträge.
Dann werden Fahrräder entwickelt mit allem Pi, pa und Po. Gänge mindestens x, wenn
Nicht mehr. Es heisst, die Gänge braucht man, um die Hoehenunterschiede besser meistern zu können. Dazu braucht man noch das sportliche Outfit. Also,auch das.
Jetzt kommen elektrisch betriebene Beihilfen, um die Hoehenunterschiede besser meistern zu können. Und so weiter, und so fort. Und das alles, um das Geld den Bürger aus der Tasche zu ziehen. Dabei ist es so einfach sich an der frischen Luft zu bewegen.
Einfach mit dem, was uns gegeben wurde, unsere Beine und unsere Füsse. Wenn wir diese täglich an der frischen Luft bewegen und vernünftig belasten würde das schon reichen und das ist sogar alles umsonst und obendrein können wir die Natur geniessen.
  • 29.05.2013, 20:58 Uhr
Das ist erstmal richtig mit den eigenen Füßen. Aber jeden Morgen übern Berg (Hügel) 13 Kilometer zur Arbeit zu laufen, geht nicht. Aber mit dem E-Bike geht das klasse und ins Schwitzen kommt man trotzdem ganz schön!
  • 03.10.2013, 01:39 Uhr
...es macht keinen guten Eindruck, wenn man verschwitzt bei der Arbeit ankommt. Daher sind Pedelecs einfach klasse. Ansonsten kann man die Unterstützung ja einstellen.
  • 16.01.2014, 08:33 Uhr
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Servus aus Wien, sehe das etwas differenzierter. Es gibt ja auch nicht nur Faulpelze, die sichs leichter machen, sondern auch Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind (wie z.B. ich, dank COPD). Diesen Menschen ist mit so einem Rad sehr geholfen, weil sie sich an der frischen Luft befinden, weil sie selber auch Bewegung machen, der Motor es ihnen nur erleichtert und weil sie so auch leichte Steigungen bewältigen können. Nun meiner Ansicht sollte der Motor nur eune Unterstützung sein und das Fahrzeug verkehrssicher und allen Normen entsprechend. Es ist Ja wunderbar , dass sie mir sagen, dass weit über die Hälfte Schrott ist. Aber gibts auch einen positiven Test, der mir wirklich ehrlich sagt was gut und brauchbar ist
  • 29.05.2013, 16:16 Uhr
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Vielleicht ist die Technik noch nicht ganz ausgereift? Elektro-Fahrräder sind mir irgendwie nicht ganz geheuer...
  • 29.05.2013, 14:38 Uhr
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