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"Ausziehen!" - Was Polizisten mit einer Muslima am Strand machten, bewegt ganz Europa

News Team
25.08.2016, 11:12 Uhr
Beitrag von News Team

Es sind verstörende Szenen, die sich am Strand von Nizza abspielten und die inzwischen über die Grenzen Frankreichs hinaus diskutiert werden. Vier schwer bewaffnete Polizisten nähern sich einer verschleiert im Kies der Cote d´Azur liegenden Frau. Eindeutig machen sie ihr klar, dass sie Kleidungsstücke abzunehmen habe. Die Frau kommt der Aufforderung nach und legt unter den neugierigen Blicken anderer Strandbesucher Schichten ihres Gewandes ab.

Der Hintergrund: In den 13 Kommunen der Cote d´Azur herrscht ein Burkini-Verbot. Wie auf weiteren Bildern zu sehen ist, machten die Einsatzkräfte auch anderen Muslima unmissverständlich klar, dass ihre Körperbedeckung an diesem Strand nicht erwünscht sei. „Ausziehen!“, forderten sie die Frauen mit Blick auf ihr traditionelles Gewand auf.

Ein Burkini ist eine Symbiose aus Burka und Bikini. Das Kleidungsstück erlaubt auch streng gläubigen Muslima Badefreuden nachzugehen, ohne zu viel von ihrem Körper zu zeigen. Strittig ist die Frage, ob die Polizisten nicht zu Unrecht eine Entkleidung der Frau verlangten. Genau genommen trug die Frau auf dem Bild keinen Burkini, sondern hatte Tücher um ihren Körper gelegt.


Und auch grundlegend gibt es – neben viel Zustimmung – jede Menge Kritik am Burkini-Verbot. Die Behörden begründen es mit der angespannten Lage nach den Terroranschlägen von Paris. Der Burkini stelle derzeit eine mögliche Störung der öffentlichen Ordnung dar.

Gegner kritisieren diesen Schritt als unrechtmäßigen Eingriff in Selbstbestimmungsrechte und die Religionsfreiheit. Menschrechtler reichten deshalb einen Eilantrag gegen das Verbot ein. Sie scheiterten. Das Verwaltungsgericht von Nizza hält den Burkini-Bann für "notwendig, angemessen und verhältnismäßig".

1 Kommentar

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Diese Frau trug keinen Burkini, sondern einfach ihre Kleidung.
" In den 13 Kommunen der Cote d´Azur herrscht ein Burkini-Verbot", aber eben kein Verbot, sich bekleidet am Strand aufzuhalten. Somit war die Aufforderung zum Ausziehen nicht gesetzlich gedeckt und reine Willkür und Schikane.

Falls jemand in der Redaktion jemanden kennt der französisch kann:
http://www.lemonde.fr/societe/articl...7_3224.html

Auch ich habe schon bekleidet am Strand von Nizza gesessen. In Zukunft werde ich mein Geld bestimmt nicht mehr dorthin tragen.

Interessant in dem Artikel von Le Monde ist, dass jetzt die Leute verfolgt werden, die das veröffentlicht haben. Wegen "Gefährdung und Verunglimpfung" der Polizei.
Das ist Demokratie, wie es sich die Rechten vorstellen.
  • 25.08.2016, 15:31 Uhr
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