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Arglistige Täuschung - Textilfarbe in Lebensmitteln gefunden

Arglistige Täuschung - Textilfarbe in Lebensmitteln gefunden

News Team
19.09.2016, 13:13 Uhr
Beitrag von News Team

Als dieser angeblich natürliche Farbstoff 2015 auf den Markt kam, galt er als Wundermittel. Jetzt fanden Wissenschaftler eine Chemikalie, die vermutlich schädlich für Kinder ist.

Laut Deklaration sollte es sich bei dem Farbstoff um einen reinen Hibiskus- und Rote-Bete-Extrakt handeln. Als natürliches Färbemittel begeisterte es die Branche, weil so Lebensmittel, die unter Licht- oder Wärmeeinwirkung oder bei einer Änderung des PH-Wertes schnell ihre appetitliche Rotfärbung verlieren, dauerhaft eine stabile Farbe bekamen.

Gerade weil es aber so viel intensiver färbte als andere natürliche Lebensmittelfarbstoffe, schöpften Lebensmittelhersteller Verdacht und wandten sich an die Lebensmittelexperten der Universität Hohenheim. Anhand von drei Proben, die den Wissenschaftlern von Lebensmittelherstellern aus Deutschland, Frankreich und der Türkei überlassen wurden, wurde die Zusammensetzung analysiert. Das Mittel hatten die Lebensmittelhersteller direkt von Händlern angeboten bekommen.

Das Ergebnis der Untersuchung überraschte. Zwar konnten Rote-Bete-Pigmente (Betalaine) nachgewiesen werden. Von den ebenfalls deklarierten Hibiskus-Pigmente (Anthocyane) fehlte allerdings jede Spur. Stattdessen stießen die Forscher auf Hinweise auf den Textilfarbstoff „Reactive Red 195“. Prof. Dr. Carle von der Universität Hohenheim erklärt:

Was “Reactive Red 195“ im Körper genau bewirkt, wissen wir nicht. Bekannt ist, dass die Chemikalie zu den Azofarbstoffen gehört. Einige stehen im Verdacht, bei Kindern zu Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen zu führen.

Seit 2010 müssen Lebensmittel, die Azofarbstoffe enthalten in der EU den Warnhinweis tragen: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“.
Für Lebensmittel war der spezielle Farbstoff „Reactive Red 195“ zu keinem Zeitpunkt in Lebensmitteln erlaubt gewesen. Prof. Dr. Carle geht deshalb davon aus, dass die Chemikalie mit Absicht beigemischt und verheimlicht wurde:

Ein Versehen erscheint uns unwahrscheinlich. Die Vorgehensweise legt nahe, dass hier ein Experte am Werk war, der das Lebensmittelrecht kennt und weiß, wie man durch täuschende Produktdeklaration die Gesetze umgehen kann.

(Quelle: Medizin-Aspekte.de)

1 Kommentar

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Und wir wundern uns über immer neue Krankheiten...
  • 19.09.2016, 13:21 Uhr
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