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Augengrippe-Epidemie ist ausgebrochen! So gefährlich sind die Adenoviren und ...

Augengrippe-Epidemie ist ausgebrochen! So gefährlich sind die Adenoviren und so schützen Sie sich

News Team
02.11.2016, 17:18 Uhr
Beitrag von News Team

Die Ärzte im Westen Deutschlands sprechen von einer Epidemie. Rasend schnell breitet sich in diesen Tagen die Augengrippe im Raum Bonn aus. Erste Behandlungszentren wurden errichtet. Gegen den Erreger helfen keine Antibiotika. Es handelt sich um Adenoviren

Diese Erregergruppe löst eine Vielzahl von Erkrankungen aus, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert.

Die Gesundheitsbehörde klärt auf:

Äußern können sich der Erkrankungen an den Atemwegen, im Magen-Darm-Trakt oder am Auge. Insbesondere die Entzündungen von Binbindehaut und Hornhaut sind hoch ansteckend. Die Viren gelten als extrem widerstandsfähig. Nach vier Wochen nach Ausbruch der Infektion klagen Patienten über Beschwerden wie eine Trübung des Augenlichts.

Wie werden Adenoviren übertragen?

Von Mensch zu Mensch

Die Viren werden meist über Hände verbreitet, an denen die Errreger haften. Zu einer Ansteckung kann es zum Beispiel kommen, wenn Erkrankte erst ihre entzündeten Augen berühren und danach anderen Menschen die Hand geben. Werden anschließend mit dieser Hand die Augen berührt, können die Viren so weitergereicht werden und zu einer Ansteckung führen.

Über verunreinigte Gegenstände

Berühren Erkrankte erst das mit Adenoviren besiedelte Auge und anschließend Gegenstände oder Oberflächen wie Türgriffe, Handläufe oder Armaturen, können die Erreger daran haften bleiben. Andere Menschen können sich dann über die Berührung der Gegenstände anstecken. Adenoviren werden auch über gemeinsam benutzte Waschlappen oder Handtücher weitergegeben sowie über gemeinsam benutzte Augentropfen, Augensalben oder Tropfpipetten. Das gleiche gilt für Gegenstände, die mit dem entzündeten Auge in Berührung kommen, wie zum Beispiel Fotoapparate, optische Spielzeuge wie Kaleidoskope oder Messgeräte in der Augenheilkunde, sogenannte Tonometer. Bei Zimmertemperatur haften die Erreger unter Umständen einige Wochen auf Oberflächen und bleiben dort ansteckend.

Welche Krankheitszeichen haben Erkrankte?

Ansteckende Augenbindehaut- und Augenhornhautentzündung (Keratokonjunktivitis epidemica). Zu Beginn zeigt sich auf einem oder beiden Augen eine Rötung, gefolgt von einer Schwellung der Augenbindehaut. Betroffene haben ein Fremdkörpergefühl im Auge. Das Auge juckt, tränt und reagiert empfindlich auf Licht. Häufig entwickeln sich auch eine Augenlidschwellung und eine Vergrößerung der Lymphknoten vor dem Ohr. In einigen Fällen kann nach etwa einer Woche die Entzündung auf die Hornhaut des Auges übergreifen. Nach 2 bis 4 Wochen klingt die Bindehautentzündung meistens von selbst wieder ab, während leichte Trübungen der Hornhaut unter Umständen noch einige Zeit bestehen bleiben. In der Regel heilt die ansteckende Augenbindehaut- und Hornhautentzündung vollständig und folgenlos aus. Nur selten verschlechtert sich das Sehvermögen dauerhaft.

Wann bricht die Krankheit aus und wie lange ist man ansteckend?

Die Erkrankung bricht in der Regel 5 bis 12 Tage nach der Ansteckung aus. Die Gefahr einer Übertragung beginnt mit den ersten Krankheitszeichen und dauert in der Regel mindestens 2 Wochen an.

Wer ist besonders gefährdet?

Die Augenbindehautentzündung tritt in allen Alterstufen auf.

Was muss ich bei einer Erkrankung beachten?

• Es gibt keine ursächliche Behandlung gegen das Virus. Nur die Beschwerden können gelindert werden.
• Vermeiden Sie es, Ihre Augen mit den Händen zu berühren, da ansonsten die Erreger über die Hände weiter gereicht werden können.
• Waschen Sie sich sofort gründlich die Hände mit Wasser und Seife, wenn Sie entzündete Augen berührt haben.
• Wer erkrankt ist, sollte zuhause bleiben und auf strenge Hygiene achten, um das Virus nicht weiter zu verbreiten.
• Verwenden Sie Handtücher und andere Hygieneartikel wie Waschlappen, Cremes, Puder, usw. nur für sich selbst.
• Die Arbeit in oder der Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten sollte erst wieder aufgenommen werden, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Im Einzelfall kann die Vorlage eines ärztlichen Attestes vor einer Wiederzulassung in eine Gemeinschaftseinrichtung notwendig sein.
• Gehen Sie nicht in öffentliche Badeanstalten und Saunen für die Dauer der Erkrankung.
• Wichtig vor einem Augenarztbesuch: Informieren Sie die Praxis, wenn Sie den Verdacht haben an einer infektiösen Bindehautentzündung erkrankt zu sein. Das Praxisteam kann so Schutzmaßnahmen ergreifen.
Wie kann ich mich schützen
• Besonders wichtig: Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich dieHände mit Wasser und Seife!
• Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt mit Erkrankten.
• Reinigen Sie Flächen im Umfeld von Erkrankten am besten mit Einmaltüchern und entsorgen Sie diese anschließend in den Hausmüll. Dabei kann das Tragen von Einmalhandschuhen einen zusätzlichen Schutz vor einer Ansteckung bieten.
• Der Einsatz von Desinfektionsmitteln kann erforderlich sein, sofern dies vom Gesundheitsamt oder von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt empfohlen wurde.
• Teilen Sie möglichst keine Gegenstände, die nah an das Auge gehalten werden, wie etwa Fotoapparate, Kameras, Ferngläser oder Kaleidoskope mit anderen Menschen.
• Benutzen Sie ausschließlich Ihre eigenen Schminkutensilien und Kosmetikprodukte wie Cremes, Puder oder Schminkstifte.
• Verwenden Sie nur Ihre eigenen Augentropfen.


Wo kann ich mich informieren?

Das örtliche Gesundheitsamt steht Ihnen für weitere Beratung zur Verfügung. Da Nachweise von Adenoviren im Bindehautabstrich gemeldet werden müssen, liegen dort Informationen zur aktuellen Situation und große Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung vor.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet auf den Seiten des Robert Koch-Institutes.

(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

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