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Kleiner Junge drei Tage blind - teilt die dringende Warnung seiner Mutter!

Kleiner Junge drei Tage blind - teilt die dringende Warnung seiner Mutter!

News Team
28.04.2017, 15:05 Uhr
Beitrag von News Team

Für den kleinen Samuel war es ein Spaß, seiner Mama beim Waschen zu helfen. Doch am Ende wäre er fast erblindet. Wie der "Kölner Express" berichtet, ist ein Waschmittelkissen direkt vor seinen Augen geplatzt.

Seine Mutter Jemima Strain reagierte sofort. Im Krankenhaus waschen die Schwestern Samual anderthalb Stunden lang die Augen mit Kochsalzlösung aus. Der Junge aus Großbritannien hat aber Verbrennungen und kommt in eine Spezialklinik. Es dauert drei Tage, bis er seine Augen wieder öffnen kann.

Auf Facebook macht die schockierte Mutter ihrem Ärger über Waschmittelhersteller Luft. Sie warnt eindringlich davor, die Pads in die Nähe von Kindern zu bringen. „Bitte passt auf, dass eure Kinder die Pads nicht berühren. Die Boxen sind nicht kindersicher und die Warnhinweise darauf winzig... Ich wusste nicht, wie schlimm die Inhaltsstoffe sind.“

„Die Ärzte sagten, dass sie die Hersteller gebeten hätten, keine Waschmittel-Pads mehr zu produzieren, da sie vergangenes Jahr 40 Prozent der Augenverletzungen durch chemische Stoffe verursacht hätten. Wenn wir ihm die Augen nicht ausgewaschen hätten, dann hätte der Junge weitere Verbrennungen erlitten.

Kinder haben sich durch so etwas ihre Hornhaut verbrannt. Die Hersteller sollten darauf achten, die Boxen kindersicher zu machen – und das Problem endlich ernst nehmen. Bitte lasst eure Kinder nicht beim Waschen helfen. Die Pads können lebensgefährlich sein, wenn sie verschluckt werden. Bitte haltet die Pads von Kindern fern!“

Bundesinstitut warnt vor "Liquid Caps"

Neue attraktiv portionierte Flüssigwaschmittel in Form von sogenannten „Liquid Caps“ können für Kinder ein relevantes Gesundheitsrisiko bergen. Zu diesem Schluss kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nach Auswertung von Vergiftungsunfällen im In- und Ausland und Beratung durch seine Kommission „Bewertung von Vergiftungen“. [/k]

BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel warnt:

Gerade für Kinder sind die bunten, glänzenden, wie große Bonbons aussehende „Liquid Caps“ sehr attraktiv. Um Vergiftungsunfälle zu vermeiden, sollten Eltern immer darauf achten, dass diese Produkte nicht in die Hände von Kindern gelangen können.

Besonders geöffnete Packungen sind für Kinder anziehend. Das BfR hat den Herstellern empfohlen, die Produkte künftig sicherer zu gestalten. Die Hersteller haben bereits einige Maßnahmen ergriffen.

Alle Eltern sollten die Nummer des Giftnotrufes im Handy gespeichert haben. Informationen finden Sie HIER!

Liquid Caps sind eine Produktinnovation im Bereich der Waschmittel, auch bekannt als Gel Caps oder Waschmittelkissen. Es handelt sich dabei um hochkonzentrierte Flüssigwaschmittel in einer dünnen Folienummantelung, die sich beim Waschen im Wasser auflöst. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass Waschmittel-Caps ein erhöhtes Vergiftungsrisiko bergen. In Großbritannien, Frankreich und Italien, in denen die Caps schon länger auf dem Markt sind, werden jährlich ca. 400-500 Anfragen zu Vergiftungsunfällen mit „Liquid Caps“ gemeldet. Seit 2012 haben zwei deutsche Giftinformationszentren rund 150 Fälle mit ca. 10 % mittelschweren Gesundheitsbeeinträchtigungen dokumentiert. Damit unterscheiden sich die „Liquid Caps“ in ihrem gesundheitlichen Risiko deutlich von anderen marktüblichen Wasch- und Reinigungsmitteln.

Wenn die „Liquid Caps“ sich in der Reichweite von Kindern befinden, besteht die Gefahr, dass Kinder sie als „Süßigkeiten“ in den Mund nehmen und zerbeißen. Aufgrund der handlichen Größe, der bunten Farbe, der glänzenden Verpackung und der weichen, glatten Oberfläche der „Liquid Caps“ kann eine Verwechselung auch für Erwachsene im hohen Alter, bei bestimmten Erkrankungen oder beginnender Demenz nicht ausgeschlossen werden. Da die Caps im Vergleich zu anderen Waschmitteln deutlich höhere Konzentrationen an Tensiden enthalten, ist es wahrscheinlich, dass schon von kleinen Mengen gesundheitliche Risiken ausgehen. Wie auch bei anderen Tensiden sind Husten, Übelkeit und Erbrechen deutliche Anzeichen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen. Ein Verschlucken von waschaktiven Stoffen in die Lunge (Aspiration) muss dann in jedem Falle ärztlich ausgeschlossen werden.

Auf der Basis der deutschen Fälle und nach den Erfahrungen aus anderen Ländern sieht das BfR bei den „Liquid Caps“ Handlungsbedarf, um gesundheitliche Risiken für den Verbraucher zu vermindern. Das BfR hat die Hersteller aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um diese Produkte in Form, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit für Kinder weniger attraktiv zu gestalten. Inzwischen haben die meisten Produktlinien auf Farben, die auf Kinder besonders anziehend wirken, verzichtet, die Verpackungsverschlüsse verstärkt und Warnhinweise auf den Verpackungen angebracht. Außerdem prüfen die Hersteller, ob das Folienmaterial mit Bitterstoffen und einer anderen Oberfläche versehen werden kann. Das BfR empfiehlt, diese Planungen zügig umzusetzen und mit weiteren Maßnahmen, wie dunklen, matten Folienoberflächen, zu ergänzen.

Eltern sollten die Packungen nach Gebrauch sofort wieder verschließen, keine Einzelportionen griffbereit auf der Waschmaschine liegen lassen und Nachfüllbehälter nicht in der Reichweite von Kindern aufbewahren.

Auch erklärende Gespräche mit Kindern und Betreuungspersonen können helfen, das Vergiftungsrisiko zu vermindern.


Wo seid ihr? Das sind Deutschlands vermisste Kinder


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