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Nach Flammenhölle von London - keine Entwarnung für deutsche Dämmer!

Nach Flammenhölle von London - keine Entwarnung für deutsche Dämmer!

News Team
16.06.2017, 09:18 Uhr
Beitrag von News Team

Nach dem Hochhausbrand in London mit zwölf Toten fordert die Berliner Feuerwehr einen schärferen Brandschutz.

Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling sagte am Donnerstag im rbb-Inforadio, Hochhäuser seien in Deutschland sicher, weil kein brennbares Dämm-Material verwendet werden darf. Bei Häusern, die unter 22 Meter hoch sind, sei solches Material hingegen erlaubt.

"Das bemängeln wir als Feuerwehr, weil wir da schon schlechte Erfahrungen gemacht haben - nicht hier in Berlin, aber schon in anderen Städten. Deswegen versuchen wir, den Gesetzgeber dazu zu bewegen, dass er dieses brennbare Material als Dämmmaterial nicht mehr zulässt, sondern nur noch mineralisches Material, das nicht brennen kann und damit die Brandausbreitung über die Fassade nicht ermöglicht."

Dabei finde die Feuerwehr aber nicht immer Gehör, so Gräfling. "Es ist schwierig. Ich habe auch vor kurzem erst gehört, dass die europäische Gesetzgebung dagegen spricht. Außerdem werden wir, wenn wir so reden, in die Nähe eines namhaften Herstellers für mineralische Dämmplatten gebracht. Es geht aber um Sicherheit, es geht nicht um Geld. Denn keiner wird Verständnis dafür haben, wenn man einige Euro gespart hat - und dafür dann die Sicherheit der Bewohner riskiert."

Energiewende nicht auf Kosten des Brandschutzes

Laut einem Bericht der "Welt" haften noch auf Millionen Quadratmetern Fassadenfläche Dämmplatten aus früheren Zeiten und nach alten Regeln, wie die Zeitung schreibt. Was damit geschehen soll, sei unklar.

"Hauseigentümer und Mieter dürfen nicht die Versuchskaninchen der Baustoffindustrie sein.“ So kommentierte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke die Brandkatastrophe in London. Es lege die Vermutung nahe, dass eine polystyrolähnliche Fassadendämmung ein wesentlicher Grund für das rasche Ausbreiten des Brandes war. Deshalb sei der Einsatz von Polystyrol zur Dämmung von Gebäudefassaden sofort auszusetzen.

Nach Angaben von Haus & Grund gebe es schon seit längeren Hinweise, dass polystyrolhaltige Dämmungen im Brandfall extrem gefährlich sind. Hier müsse nun schnellstens Klarheit geschaffen werden. Im Zweifel müssten bereits montierte Polystyroldämmungen auf Kosten der Industrie entfernt und entsorgt sowie durch nicht brennbare Stoffe ersetzt werden. „Es reicht, dass die Bewohner von Häusern und Wohnungen über Jahrzehnte erhöhten Gefahren ausgesetzt wurden. Die Kosten der Gefahrenbeseitigung muss nun der Verursacher tragen, also die Dämmstoffindustrie“, forderte Warnecke.

Expertentipp Dämmung: Energie sparen, Fehler vermeiden

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