wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Insekten-Vernichtungsmittel in unserer Nahrung - Die Regierung schaut einfac ...

Insekten-Vernichtungsmittel in unserer Nahrung - Die Regierung schaut einfach zu

News Team
10.10.2017, 08:49 Uhr
Beitrag von News Team

Der Fipronil-Skandal, im Rahmen dessen Anfang August Millionen Eier zurückgerufen wurden, hat offenbar größere Ausmaße als bekannt. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ist das Insektengift über verseuchte Eier in die Lebensmittelkette gelangt, auch zahlreiche weitere Produkte sollen betroffen sein. Dies bestätigten die Behörden auf Anfrage der Zeitung.

Nach dem Skandal im Sommer starteten Behörden einen Test, ob auch eihaltige Lebensmittel mit dem Insektizid verseucht sind. Bis Ende Oktober sollen knapp 800 Proben ausgewertet werden. Doch schon nach gut der Hälfte der Tests, ist das Ergebnis erschreckend. So teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit:

Nach vorläufiger Auswertung wurden (…) in 103 Proben Rückstände von Fipronil gefunden.

25 lagen dabei "über dem einschlägigen Rückstandhöchstgehalt", das sind mehr als 20 Prozent der getesteten Produkte. Häufige Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen wurden in den Kategorien "Vollei getrocknet", "Likör mit Eierzusatz", "Eiersalat" und "Feine Backwaren" festgestellt.

Keine große Rückruf-Aktion - Kritik an Regierung


Für eine groß angelegt Rückruf-Aktion fehle laut Ministerium die Rechtsgrundlage. Unternehmen werden angehalten, die betroffenen Produkte in einem "stillen Rückruf" aus dem Sortiment zu nehmen, Kunden würden aber nicht informiert.

Überwachungsbehörden kritisieren, dass die Regierung den Skandal unter den Teppich kehren will. Angeblich sollen sogar Labore dazu angehalten worden sein, hier und da ein Auge zuzudrücken. Ein Mitarbeiter eines Untersuchungsamtes sagte der "SZ":

Wenn man ein verarbeitetes Produkt untersucht, untersucht man verdünntes Ei. Da müsste man entsprechend empfindlicher messen, zum Beispiel, indem man mit einem erhöhten Injektionsvolumen oder mit größeren Einwaagen arbeitet. Wir wurden aber angehalten, nicht so genau hinzusehen. (…) Wenn man uns erlaubt hätte, weiter runterzumessen, hätten wir noch viel mehr gefunden.

Niedersachsen fordert "Null Toleranz"


Mehrere Landesministerien bestreiten auf Anfrage der "SZ", ensprechende Anweisungen gegeben zu haben. Das Verbraucherschutzministerium in Kiel will die Bestimmungsgrenze bei der Vermessung sogar "um das bis zu 10-Fache verringert haben", um möglichst "empfindlich messen zu können".

Das Land Niedersachsen fordert von der Regierung "Null Toleranz" im Fipronil-Skandal. Das müsse auch für verarbeitete Produkte gelten. "Das wäre ein deutliches Signal an die Panscher", so Agrarminister Christian Meyer. Der Grünen-Politiker beklagt:

Aber Bundesagrarminister Schmidt verwässert ein solches striktes Vorgehen durch zu hohe erlaubte Rückstandswerte, um möglichst wenig zurückzurufen.

Verbraucherschützer schlagen bereits Alarm. "Fipronil hat auch in verarbeiteten Produkten nichts zu suchen. Rückrufe wären dringend notwendig", sagt Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.

Das Krisenmanagement der Behörden beim Fipronil-Skandal hatte deutliche Mängel.

Fipronil kann Insekten rasch töten. Das Gift wird eingesetzt, um Pflanzen vor Schädlingen zu schützen oder Haustiere von Parasiten zu befreien. Bei der Produktion von Lebensmitteln ist es ausdrücklich verboten.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Für uns im Einsatz! Dieses Video ist, was die Retter da draußen verdienen

Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren