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BREAKFAST4KIDS - von Gerd Quedenbaum

12.11.2017, 13:38 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

BREAKFAST4KIDS
- von Gerd Quedenbaum
zu einem Leitartikel von Stephan Tribbels.
Super-Sonntag am 12.11.2017
"Nur ja nicht mit leerem Bauch in die Schule"

Helfen, wo es Not tut - das ist selbstverständlich. Man kann es mit der Hilfe aber auch übertreiben. So hat sich in der Region Aachen ein Verein aufgetan, unter dem neudeutschen Titel "Breakfast4kids". Auf dem ganzseitigen Titelblatt der Zeitung wird um "weitere Spenden" gebeten.
Natürlich soll jedes Schulkind sein Pausenbrot und/oder sein Obst bekommen, aber ist das nicht erste Fürsorgepflicht der Angehörigen, der Versorger bzw. der Erzieher ?
Es ist schlicht unverständlich, daß es überhaupt Eltern, Mütter, Väter, Großeltern, Tanten, Onkels oder Nachbarn gibt, die zusehen, wenn ein Kind ohne Pausenbrot in die Schule gehen muß. Einen Verein zu gründen, der auch noch hilft, solche Menschen aus der Verantwortung zu entlassen, frei nach der Devise, "wenn Du Dein Kind nicht versorgst, dann machen wir es eben", das erscheint doch reichlich übertrieben. Und man sollte sich auch fragen, ob das erzieherisch gut ist. Wird da nicht der ohnehin "moderne" Abstand (à le Grün nach links) zwischen Eltern und Kindern noch vergrößert ?
Ein Wahnsinn, daß in diesem Staat für jede soziale Fehlentwicklung ein Verein oder sonstige Einrichtung gegründet werden muß, in jedem Falle eine Spendensammelstelle mehr. Gehört es heute nicht mehr zum Selbstverständnis, daß jeder Bürger zuerst einmal selbst verantwortlich ist, für sich und für das Wohlergehen seiner Familie ? Es wäre gewiß weitaus gesünder, Menschen die ihre Familie, die ihre Kinder gleich wie vernachlässigen, kräftig in den Allerwertesten treten, statt deren Gewissensmangel, deren Geistesarmut auch noch zu unterstützen.
Es gibt in unserem Lande genug andere Probleme an und mit Kindern, die weit mehr Aufmerksamkeit finden müßten; denken wir nur an die zig-Tausende Kinder, die in den Städten des Nachts auf der Straße herum lungern, an die elternlosen Flüchtlingskinder und an die weltweit millionenfach hungernden und verhungernden Kinder. Oh-ja, für die wird auch gespendet, aber die brauchen anderes und davon weit mehr als sammelnde Vereine geben können. Aufmerksamkeit, Zuneigung, Anleitung - und Betreuung, das ist Aufgabe der Erwachsenen. Das Pausenbrot für den Schultag ist darin nur ein klitze-kleines
Selbstverständnis.

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