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Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Die perfidesten Stolpersteine unserer Zeit

Nepper, Schlepper, Bauernfänger: Die perfidesten Stolpersteine unserer Zeit
Service Tipp
15.01.2018, 09:47 Uhr
Beitrag von Service Tipp

Die gute alte Zeit, in der man nur darauf achten musste, genügend Briefporto aufzukleben und die Kontoauszüge zusammenzufalten, damit keiner darauf gucken konnte, ist vorbei. Die heutige Welt ist viel komplizierter. Hauptsächlich liegt das an der Digitalisierung. Denn obwohl sie unser Leben natürlich auch stark erleichtert, birgt sie auch Negativfaktoren. Das können ganz einfache Stolperstricke sein, die wir beim Kaufen beachten müssen, geht aber bis hin zu brandgefährlichen Betrugsmaschen im großen Still. Über die komplette Bandbreite berichtet der folgende Artikel. Er verrät nicht nur die Probleme, sondern auch die Lösungen.

Eine neue Opferrolle


Wer die Nachrichten verfolgt, könnte glauben, dass andauernd neue Problemstellen entstehen, die Verbrechern ihr Tun erleichtern oder es uns erschweren, gefühlt sicher zu leben. Doch ist das wirklich so?

Warum jeder über die Stolpersteine fallen kann
Die Antwort darauf lautet leider „ja“. Denn Tatsache ist, dass sich die Probleme vervielfältigt haben. Nehmen wir das verlorene Portemonnaie als Beispiel: vor 30 Jahren wäre man damit „nur“ Bargeld und vielleicht den Personalausweis losgewesen. Sofern letzterer aber nicht gerade in die Hände eines Meisterfälschers geriet, brauchte man kaum Probleme zu fürchten.
Heute indes verlöre man viel mehr. Im Personalausweis steckt ein Chip, auf dem alle Daten gespeichert sind. Wir tragen Bank- und Kreditkarten mit uns und Unmengen ähnlicher Dokumente. Sie alle sind wesentlich leichter auszulesen und zu kopieren, als die Obrigkeit zugibt – nicht umsonst gehört Identitätsdiebstahl zu den am schnellsten wachsenden Kriminalitätsformen.

Senioren haben zwar tatsächlich eine größere „Digital-Angriffsfläche“, aber prinzipiell kann jeder zum Opfer werden.
Senioren haben zwar tatsächlich eine größere „Digital-Angriffsfläche“, aber prinzipiell kann jeder zum Opfer werden.

Risikogruppe Senioren?
Leider sind häufig Senioren diejenigen, die darunter leiden. Das liegt daran, dass viele Stolpersteine digitalisiert sind – einer Entwicklung, an der ältere Mitbürger zwar immer stärker teilhaben, aber selten dermaßen am Sicherheits-Puls der Zeit bleiben, wie Jüngere.
Allerdings: Durch die Vielfalt der Tricks kann jeder zum Opfer werden. Ganz so, wie ein Taschendieb sowohl Oma das Portemonnaie aus der Handtasche ziehen kann, wie dem jungen Mann aus der Gesäßtasche.

Technik macht’s (leider) möglich
Das große Problem ist dabei, dass sich unsere Technik-Welt auf der Überholspur befindet. Eben noch waren soziale Netze ein Jugend-Ding. Heute hat alleine Facebook zwei Milliarden Aktivnutzer – ein Drittel der Weltbevölkerung.
Täglich kaufen mehr Menschen im Web ein. Und je weiter diese Entwicklung geht, desto natürlicher ist es, dass Sicherheitslücken entstehen – und längst sind nicht mehr nur Einzelpersonen das Ziel, sondern, etwa im Fall von Hacker-Attacken, Abertausende.

Ständig auf dem Quivive sei
Doch es gibt zumindest eine gute Nachricht. Denn auch wenn sich in eng getakteter Schlagzahl neue Stolpersteine auftun, kann man sie zumindest mit einiger Sicherheit umgehen.

  • Auch wenn etwas noch so einfach wirkt, sich nicht blindlings darauf stürzen. Erst recht nicht, wenn es brandneu ist.
  • Alles, was als besonders komfortabel gepriesen wird, immer mit Skepsis betrachten – gerade bei digitalen Anwendungen geht Komfort oft zulasten der Sicherheit, wie die jüngsten Lücken beim Online-Banking zeigen.
  • Sich über alles, was man nutzt, dauerhaft auf dem Laufenden halten.

Leider eine persönliche Bringschuld, denn selbst Behörden sind ob der Masse vielfach überfordert. Doch um sich zu schützen, muss man die Probleme kennen. Dazu zeigen wir nun die zehn aktuell Kritischsten.

1. Von Phishing und Skimming


Was ist das?
Phishing und Skimming sind Betrugsmaschen. Beim Phishing geht es darum, durch echt wirkende E-Mails, Webseiten usw. Benutzer glauben zu lassen, dass es sich um seriöse Angebote handelt; hier findet also primär ein stark online-zentrierter Betrug statt.
Skimming indes kann sowohl on- wie offline erfolgen. Dabei werden die Daten von Bank- oder Kreditkarten ausgelesen (etwa über einen unauffälligen Scanner vor dem Kartenschacht eines Geldautomaten) und dazu verwendet, Kopien dieser Karten anzufertigen.

Beim Geldautomaten-Skimming liest ein Sensor die Kartendaten aus. Eine Zahlenfeld-Folie anschließend den PIN – schon haben Kriminelle alles, was sie brauchen.
Beim Geldautomaten-Skimming liest ein Sensor die Kartendaten aus. Eine Zahlenfeld-Folie anschließend den PIN – schon haben Kriminelle alles, was sie brauchen.

Welche Gefahr entsteht?
In beiden Fällen geht es letztlich um Diebstahl. Eine Phishing-Mail soll hauptsächlich dafür sorgen, dass man seine Konto- oder Logindaten eingibt. Skimming hat zur Folge, dass mit den kopierten Kartendaten unerlaubte Abbuchungen erfolgen.

Wie kann man sich schützen?
Phishing ist dabei das schwieriger zu erkennende Übel. Der einzige Schutz besteht darin, niemals online Kontonummern oder gar PINs einzugeben. Gegen Skimming helfen indes ein wachsames Auge und das Meiden von „einsamen“ Geldautomaten, auf denen sich solche Auslesegeräte unbeobachteter installieren lassen. Zudem hilft es seine Transaktionen inmitten einer vielfrequentierten Bankfiliale durchzuführen.

2. Die NFC-Falle


Was ist das?
NFC steht für „Nahfeldkommunikation“. Eine Technik, die in vielen Geräten (Smartphones) und Karten steckt und es ermöglicht, diese kontaktlos zu verwenden. Etwa, indem man seine Bankkarte nur vor einen Sensor halten muss, um zu zahlen.

Welche Gefahr entsteht?
NFC basiert auf sogenannten RFID-Chips. Diese können teilweise aus mehreren Metern Distanz ausgelesen werden. Kritisch ist hierbei die Tatsache, dass bei NFC-Geldkarten eine PIN-Eingabe nur bei Transaktionen >25€ erfolgen muss. Somit können kleinere Beträge unbemerkt aus der Distanz, etwa in einem Café, gestohlen werden. Bei Pässen & Ausweisen droht ferner Identitätsdiebstahl.

Wie kann man sich schützen?
Viele Nutzer wissen oft gar nicht, dass sie NFC-Produkte besitzen. Smartphones haben die Funktion oft im Hintergrund aktiviert, sie muss händisch ausgeschaltet werden. Bei Karten kommt hinzu, dass bei neuesten Exemplaren NFC zwangsweise inkludiert ist. Dagegen hilft nur die Verwendung auslesesicherer Schutzhüllen – und am besten Verzicht auf Kontaktlos-Nutzung.

3. Stolperstrick Auslandsshopping


Was ist das?
Noch vor wenigen Jahren war Einkaufen im Ausland etwas, das man nur vor Ort erledigen konnte. Heute funktioniert es von zuhause. In diesem Fall geht es weniger um kriminelle Machenschaften, sondern um die vielen anderen Probleme.

Beim Auslands-Shopping steckt meist keine böse Absicht dahinter, sondern die Verkäufer-Unkenntnis der feinheiten des deutschen Zoll-Systems.
Beim Auslands-Shopping steckt meist keine böse Absicht dahinter, sondern die Verkäufer-Unkenntnis der feinheiten des deutschen Zoll-Systems.

Welche Gefahr entsteht?
Es beginnt damit, dass viele vergessen, dass aus Nicht-EU-Staaten ab einem Warenwert von 22€ zusätzlich Einfuhrumsatzsteuer und ab 150€ Zollgebühren fällig werden. Und es endet längst nicht damit, dass man mit anderen Gewährleistungsfristen rechnen muss. Doch neben diesen finanziellen Risiken bestehen auch solche technischer Natur: etwa weil Netzstecker nicht passen, das Gerät nicht auf das deutsche 230-Volt-Netz eingerichtet ist oder, im Falle von DVDs, diese für einen anderen der weltweiten Regionalcodes eingerichtet sind – sie laufen dann u.U. nicht auf deutschen Abspielgeräten.

Wie kann man sich schützen?
Obwohl mehrere Stolpersteine bestehen, lassen sich alle bereits dadurch vermeiden, dass man sich vor dem Erwerb über die wichtigsten Grundregeln des Online-Kaufs im Ausland informiert und sie auch beachtet. Problemlos sind Händler, die innerhalb der EU sitzen – dann fallen nämlich die meisten zollrechtlichen und technischen Probleme weg. Geht es gar nicht anders, als in China und Co. zu ordern, sollte man nur auf großen Plattformen (bspw. alibaba oder aliexpress) kaufen und nur per Rechnung zahlen.

4. Die Inkasso-Nepper


Was ist das?
Betrüger nutzen den Heidenrespekt vieler vor dem Wort „Inkasso“ aus, um an Adressen, die sie durch Datendiebstähle erhalten haben, Mails zu versenden. Eine Unterkategorie des Phishings. In solchen Mails wird dann Bezug auf einen (nicht realen) Kauf oder anderes Online-Verhalten (Streaming, Musikdownload, Gewinnspiele…) genommen und mit Strafen gedroht, falls man nicht Summe X an Konto Y überweist.

Welche Gefahr entsteht?
Dabei handelt es sich um klassischen Betrug, der darauf abzielt, Geld zu bekommen. Neben dieser „Haupt-Masche“ gehen manche Betrüger aber auch noch weiter, indem sie über solche Mails Viren einschleusen. Etwa, um das Mail-Adressbuch zu infiltrieren und weitere „Ansprechpartner“ zu bekommen.

Wie kann man sich schützen?
Der Schutz ist in diesem Fall der einfachste dieses Artikels: ignorieren. Also auf keinen Fall angehängte Dateien öffnen (Viren!) und auch nicht antworten. Erst recht nicht, wenn man sich keiner Schuld bewusst ist und eine angegebene Überweisungs-IBAN auf ein Auslandskonto hinweist.
Denn bei „echten“ Inkasso-Problemen wird man zeitnah auch physische Post bekommen. Darin wird dann nicht nur der genaue Sachverhalt nahegelegt, sondern auch die verpflichtende Inkasso-Registrierungsnummer angegeben sein.

5. Das PayPal-Problem


Was ist das?
PayPal ist einer der größten Online-Finanzdienstleister. Das Arbeitsprinzip des US-Unternehmens besteht darin, Zahlungsmöglichkeiten für Online-Käufe zur offerieren. Man eröffnet ein Konto, verbindet dieses mit seinem Girokonto oder einer Kreditkarte und kann online Geld bezahlen oder empfangen – der Verkäufer bzw. Kunde bekommt nur diese Summe überwiesen und hat nur die hinterlegte E-Mail-Adresse und nicht gleich alle Kontodaten.

Das PayPal-Problem lässt sich schon dadurch umgehen, dass man auf andere Bezahlarten wechselt. Etwa Rechnung oder Nachnahme.
Das PayPal-Problem lässt sich schon dadurch umgehen, dass man auf andere Bezahlarten wechselt. Etwa Rechnung oder Nachnahme.

Welche Gefahr entsteht?
Grundlegendstes Problem daran ist Skimming: Jemand könnte, während man sich bei PayPal einloggt, diese Daten abgreifen – etwa, wenn man drahtlos mit dem Web verbunden ist. Zudem könnte auch durch gefälschte PayPal-Mails Phishing betrieben werden.
Ein weiteres Problem besteht auf Dienstleister-Seite: Natürlich sagt PayPal, dass die eigegebenen Daten Hacker-sicher seien. Tatsächlich darf man davon ausgehen, dass es im Web nirgendwo hundertprozentige Sicherheit gibt. Zudem wird Geld, das man überwiesen bekommt, auf einem PayPal-Konto gutgeschrieben und nicht direkt aufs Girokonto weitergeleitet. Und dieses Konto kann der Dienst bei geringfügigsten Unstimmigkeiten einfrieren, was vor allem für Händler ein vielbeklagtes Risiko ist.

Wie kann man sich schützen?
Schutz beginnt damit, dass man PayPal-Transaktionen nur über physisch (also per Kabel) verbundene Rechner regelt. Zudem sollte man den Dienst ausschließlich als Mittelsmann für Online-Käufe benutzen und nicht als Bankkonto-Ersatz. Letztlich sollte man auch jeden Zahlungseingang zeitnah auf ein hinterlegtes „echtes“ Konto weiter-versenden.

6. Die falschen Helfer an der Haustür


Was ist das?
Es klingelt. Wenn man öffnet, steht man vor einer oder mehrerer Personen, die sich als Handwerker, Kontrolleure oder gar Polizisten ausgeben. Immer haben sie eine legitime Geschichte und immer geht es um etwas anderes, als zu helfen. Und sehr oft sind Senioren das Ziel.

Welche Gefahr entsteht?
Tatsächlich sind die Haustür-Helfer oft entweder:

  • Betrüger, die sich eine (Handwerks-) Leistung im Voraus bezahlen lassen und dann verschwinden Oder
  • Einbrecher, die sich so Zugang zum Objekt verschaffen und es dabei für einen späteren „Bruch“ ausspähen Oder
  • Diebe, die ebenfalls in die Wohnung gelangen und dort Wertsachen mitgehen lassen

In seltenen Fällen handelt es sich um Räuber, die einem nach Einlass mit vorgehaltener Waffe Wertgegenstände abpressen.

Wie kann man sich schützen?
Immer einen Ausweis vorzeigen lassen. Niemals Verträge an der Tür abschließen und keinesfalls Fremde, deren Identität man nicht kennt, in die Wohnung lassen – egal wie gut die Geschichte sein mag.

7. Ja gesagt, abgezockt


Was ist das?
Eine besonders dreiste Abzocke geistert seit einigen Jahren durch die Polizeimeldungen: Die sogenannte „Ja-Masche“. Dabei bekommt man einen Telefonanruf (die Betrüger suchen sich häufig im Telefonbuch „alt“ klingende Namen, wodurch sie auf Senioren schließen). In dem Gespräch werden häufig Umfragen als Grund genannt. Ziel ist es, dem Angerufenen ein „Ja“ zu entlocken.

Schon wenn man darauf achtet, bei unbekannten Nummern nicht mit „Ja“ abzuheben, kann man sich recht gut schützen.
Schon wenn man darauf achtet, bei unbekannten Nummern nicht mit „Ja“ abzuheben, kann man sich recht gut schützen.

Welche Gefahr entsteht?
Das Telefongespräch wird aufgezeichnet. Das „Ja“ wird mittels Schneidprogramm aus dem Zusammenhang gerissen und mit einer, im Gespräch gar nicht gestellten Frage kombiniert, sodass daraus beispielsweise etwas wie „Möchten Sie diese Küche für X Euro kaufen? – Ja!“ wird. Kurze Zeit später bekommt man Post, in der Geld gefordert wird und der Begründung, dass man einen Vertrag abgeschlossen habe.

Wie kann man sich schützen?
Auch wenn es so klingen mag, aber dabei wird kein wirklich rechtsgültiger Vertrag abgeschlossen. Bei unbekannten Nummern sollte man sich niemals mit Ja melden, sondern seinem Namen. Werden Trickfragen wie „hören Sie mich?“ gestellt, mit „Ich höre Sie“ antworten – und falls einem etwas merkwürdig vorkommt, einfach auflegen. Falls man befürchtet, zum Betrugsopfer geworden zu sein, sollte man überdies sofort Strafanzeige stellen.

8. Hinterlistiges auf eBay


Was ist das?
Sowohl auf der Auktionsplattform eBay wie dem angeschlossenen Portal eBay-Kleinanzeigen gibt es eine Menge unterschiedlicher Betrugsmaschen. Eine der aktuellsten besteht darin, sich als Käufer auszugeben, eine Ware per PayPal zu bezahlen, diese aber an einen „Bekannten“ (oftmals angebliche Eltern) versenden zu lassen. Im Nachgang behauptet der Betrüger dann, die Ware nie erhalten zu haben und lässt PayPal das Geld stornieren – obwohl er die Ware hat.

Welche Gefahr entsteht?
Grundsätzlich ist die Gefahr immer, dass man als Käufer Geld oder als Verkäufer Ware verliert. Verschärft wird die Sache jedoch dadurch, dass es mittlerweile so viele eBay-Betrugsmaschen gibt, dass es sehr schwer wird, den Überblick zu behalten.

Wie kann man sich schützen?
Aufgrund der Vielzahl an Tricks hilft es nur, sich vor jedem Kauf alle davon zu Gemüte zu führen – und das jeweilige Angebot dann genauestens darauf abzuklopfen. Betrugs-Hinweise sind:

  • Auffällig ungewöhnliche Preise
  • Profil besteht noch nicht lange
  • Wenige Zahlungsmethoden, etwa nur Vorkasse
  • Hohe angebotene Stückzahlen (andere Auktionen des Accounts prüfen)

Letztendlich hilft es schon, wenn man sich vergegenwärtigt, dass auch bei eBay niemand etwas freiwillig massiv unter Wert verkauft oder mehr Geld zu zahlen bereit ist, als man selbst dafür aufruft.

9. Die Smartphone-Katastrophe


Was ist das?
Smartphones stecken bei mittlerweile über 80 Prozent aller Deutschen in der Tasche. Und das Knifflige an diesen Geräten ist, dass sie sehr viele Einfallstore darstellen. Klassische Kriminalität ist dabei nur eine Spielart und bei Weitem nicht die größte. Viel stärker verbreitet ist die Tatsache, dass Serienzustand-Smartphones, sofern sie nicht richtig eingestellt werden, unglaubliche Mengen privatester Daten ihrer Benutzer an undurchsichtige Unternehmen weiterleiten.

Alle Smart-Funktionen außer Telefonie und Mobildaten sollten nur eingeschaltet werden, wenn man sie benötigt. Etwa GPS zum Navigieren.
Alle Smart-Funktionen außer Telefonie und Mobildaten sollten nur eingeschaltet werden, wenn man sie benötigt. Etwa GPS zum Navigieren.

Welche Gefahr entsteht?
Besonders kritisch ist in diesem Fall, dass es so viele unterschiedliche Hebelpunkte gibt:

  • Über Apps können Viren eingeschleust werden
  • Das GPS kann den Standort weitergeben
  • Die NFC-Funktion kann für Diebstähle missbraucht werden
  • Die Sensoren können über Apps Nutzerdaten weiterleiten

Die größte Gefahr ist es, dass viele User nicht realisieren, welche Berechtigung jede App verlangt. Im Zweifelsfall stammt jedes der Programme von einem anderen Hersteller, der, weil er in anderen Ländern sitzt, nicht dem deutschen Datenschutz unterworfen ist. Und es darf auf alle möglichen Dinge im Handy zugreifen.
So könnte eine Diät-App vielleicht das tägliche Bewegungspensum überwachen – damit aber gleichzeitig zumindest die theoretische Möglichkeit offerieren, ein Bewegungsprofil des Nutzers zu erstellen. Tatsächlich ist die Bandbreite möglicher Risiken so gigantisch, dass die Überschrift „Smartphone-Katastrophe“ nicht übertrieben ist.

Wie kann man sich schützen?
Am sichersten wäre es, gar kein Smartphone zu verwenden. Wo das nicht geht, sollte man folgendes beherzigen:

  • NFC-, Standort- und ähnliche Funktionen nur einschalten, wenn sie unmittelbar benötigt werden
  • Apps nur aus lizensierten Quellen (Play-Store, App Store) herunterladen
  • Die Berechtigung jeder App prüfen und solche, die für den Betrieb nicht benötigt werden, entziehen
  • Kein automatisiertes Hochladen von Medien (bspw. Fotos) in Cloud-Speicher

Und das Wichtigste: Niemals persönliche Daten wie etwa Kontonummern oder Passwörter auf dem Gerät speichern.

10. Die Social-Media-Falle


Was ist das?
In sozialen Netzen tummeln sich nicht nur Freunde, sondern auch „andere“. Schon Facebook selbst weiß unglaublich viel über seine Benutzer. Hinzu kommt, dass viele auch allzu bereitwillig ihre Daten preisgeben – und damit vielleicht echten Kriminellen Tür und Tor öffnen.

Welche Gefahr entsteht?
Dazu gehören die Facebook-Urlaubs-Einbrecher. Viele posten Urlaubsfotos, die aufgrund falscher Konto-Einstellungen für eine viel größere Zielgruppe als den eigenen Freundeskreis sichtbar sind. Ist dann das Profil auch noch so konfiguriert (leider Facebook-Standard), dass Fremde ebenfalls kompletten Einblick darauf haben, braucht es nur eine „Endlich am Strand“-Nachricht und die im Profil angegebene Adresse und schon wissen Einbrecher, wo sie gefahrlos zuschlagen können.

Wie kann man sich schützen?
Auch hier gilt, der sicherste Schutz wäre es, ganz auf soziale Medien zu verzichten. Doch auch ohne diesen Radikalschnitt geht es:

  • Keine Profil-Angaben zu Adresse, Beruf, Bildungsweg und Co. machen
  • Das Profil so konfigurieren, dass nur Menschen aus der Freundesliste es sehen können
  • Keine Telefonnummer eingeben, egal wie oft Facebook danach fragt
  • Privatfotos nicht auf der Seite von Dritten (etwa Zeitungs-Facebook-Seiten) posten, dann werden sie nämlich auch für andere sichtbar

Zudem sollte man sich immer vor Augen führen, dass Facebook seine Dienste nicht aus Mildtätigkeit anbietet, sondern unsere Daten das Geschäftsmodell sind. Je weniger man verrät (und dazu gehört auch jedes „Like“) desto besser.

Zusammenfassung & Fazit


Unsere Zeit ändert sich rasend schnell. Aus dem Grund erscheinen auch beinahe wöchentlich neue Probleme und Betrugsmaschen. Sie alle zu kennen, ist beinahe unmöglich. Dennoch kann man den meisten davon mit den guten Tricks der alten Schule begegnen: Vorsicht, gesundes Misstrauen, genaue Informationsrecherche vorab und eifersüchtiges Hüten seiner privatesten Daten.

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