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Bis zu 900.000 Deutsche betroffen - Bundesregierung äußert sich zu Medikamenten-Rückruf

News Team
22.07.2018, 14:44 Uhr
Beitrag von News Team

Wegen einer potenziell krebserregenden Substanz wurden Anfang Juli mehrere blutdrucksenkende Medikamente zurückgerufen. Auf eine Anfrage der Grünen zu der Zahl der möglicherweise Betroffenen hat sich nun die Bundesregierung geäußert. Bis zu 900.000 Deutsche könnten das verunreinigte Blutdruckmittel eingenommen haben.

Dies geht aus einer Antwort der parlamentarischen Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Sabine Weiss, hervor, die dem Berliner Tagesspiegel vorliegt. Demnach seien allein im Jahr 2017 zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung rund neun Millionen Packungen valsartanhaltiger Arzneimittel verordnet worden.

„Da rund 40 Prozent der Chargen von dem Rückruf betroffen sind, könnten auf Grundlage der oben genannten Verordnungszahlen zirka 900.000 Patientinnen und Patienten betroffen sein“, sagte Weiß gegenüber dem Berliner Tagesspiegel. Allerdings bestehe nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) „kein akutes Gesundheitsrisiko“.

VIDEO! Valsartan-Rückruf wegen Krebsgefahr - Diese Hersteller sind betroffen

Grüne kritisieren Umgang der Behörden mit dem Thema

Für die Grünen haben die Behörden dem Thema jedoch nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt. Im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel sagte Kordula Schulz-Asche, Pharma-Expertin der Grünen im Bundestag, die Aussage der EMA beruhige wenig.

Als problematisch betrachten sie die Tatsache, dass die Verunreinigungen über einen langen Zeitraum unentdeckt bleiben konnten. Offiziellen Angaben zufolge sind diese auf Produktionsumstellungen bei einem chinesischen Pharmazulieferer im Jahr 2012 zurückzuführen.

„Bei potenziell Millionen von betroffenen Patienten, welche die verunreinigten Medikamente über eine längere Zeit einnahmen, muss alles dran gesetzt werden, im Interesse der Patientensicherheit sofort Klarheit zu schaffen,“ sagte Schulz-Asche im Gespräch.

Patienten, die Valsartan einnehmen, sollten ihren Arzt und ihre Apotheke kontaktieren. Das empfiehlt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). In Fällen, in denen Patienten wegen eines Rückrufs auf ein anderes Präparat wechseln müssen, muss der Arzt ein neues Rezept ausstellen.

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