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Nur der Feuerwehr-Kommandant ging in die Gartenlaube: "So etwas Schlimmes noch nie erlebt"

News Team
01.02.2017, 12:03 Uhr
Beitrag von News Team

Als seine Kinder nicht auf Anrufe reagierten, machte sich dieser Vater auf die Suche nach den beiden. Er fand sie in einem Szenario des Grauens. Sechs junge Menschen starben im fränkischen Arnstein in einer Gartenlaube

Die Obduktion ergab jetzt, dass sie durch eine Kohlenmonoxidvergiftung ums Leben kamen.


Die Ursache für den Austritt des giftigen Gases sei "weiterhin Gegenstand kriminalpolizeilicher Ermittlungen".

Mit der "Augsburger Allgemeinen" sprach jener Feuerwehrmann über den Einsatz, der zuerst die Hütte betreten hatte. Jürgen Illek gilt als sehr erfahren, engagiert sich seit Jahrzehnten bei der Feuerwehr und ist seit etlichen Jahren Kommandant. Einer, der so lange im Einsatz ist, hat viel gesehen, auch Schreckliches, auch viele Tote. Doch die Bilder aus der Laube übertreffen alles an Grausamkeit.

„So etwas Schlimmes habe ich aber noch nie erlebt“, sagte Illek der Zeitung.

Der Kommandant denkt sofort an seine Kollegen. Viele von ihnen sind im Alter der Toten. Gerade mal 18 oder etwas älter. „Ich wollte dann nicht, dass einer meiner Leute noch reingeht“, sagte der 60-Jährige der "Augsburger Allgemeinen" weiter.

Man weiß nie, wie Menschen so etwas verkraften. Das sind Bilder, die einen einholen.

Was war geschehen? Am Samstagabend hatte Rebecca (18), die Tochter des Mannes, ihren Geburtstag gefeiert. Dazu hatten sie und ihr Bruder Florian (19) sich mit ihren vier Freunden Kevin (19), Felix (19), Michael (18) und Rene in einem gemauerten Gartenhaus im unterfränkischen Arnstein getroffen.

Der Vater wollte am nächsten Morgen nachsehen, ob alles in Ordnung ist.

Doch in Ordnung war nichts. In der Hütte lagen die Leichen der Jugendlichen. Alle sechs waren in der Nacht auf Sonntag gestorben.

Es deutete nichts auf ein Gewaltverbrechen hin.

Familie hat schon einmal zwei Kinder verloren


"Ich kannte das Mädchen und den Jungen gut, deren Vater die Jugendlichen gefunden hat. Wahnsinnig furchtbar das Ganze. Die Familie hatte es sowieso schon schwer", erzählt eine Anwohnerin, die seit 50 Jahren in Arnstein lebt, im Gespräch mit FOCUS Online. Die Familie hätte bereits vor einigen Jahren zwei Kinder verloren, die kurz nach der Geburt gestorben seien.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung wurde schon früh als mögliche Todesursache gesehen. Die Brotzeithütte, wie der alte Gartenschuppen in den ehemaligen Weinbergen genannt wird, wurde durch einen Holzofen beheizt. Die modernen Fenster waren nachträglich eingebaut worden.

Was ist eine Kohlenmonoxid-Vergiftung?


Kohlenmonoxid-Vergiftungen (CO-Intoxikationen) sind international die Hauptursache tödlicher Vergiftungen. In Deutschland führen diese zu ca. 3000 Todesfällen jährlich. Die Dunkelziffer ist hoch, da eine CO-Intoxikation auf Grund ihrer unspezifischen Symptomatik oft nicht erkannt bzw. falsch interpretiert wird. CO ist ein unsichtbares und geruchloses Gas, welches die Atemwege nicht reizt und so unbemerkt als silent killer selbst durch Betondecken und Wände dringt.

Was ist eine Rauchgas-Vergiftung?


Die Rauchgasvergiftung, auch Rauchgasintoxikation kurz Rauchgasintox, ist eine Vergiftung durch Inhalation der im Brandrauch enthaltenen gesundheitsschädigenden Gase. Schlecht ziehende Öfen, defekte Boiler sowie Auspuffabgase in einer Garage oder anderen geschlossenen Räumen können ebenfalls zu einer Gasvergiftung führen.

(Quelle: Wikipedia)

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12 Kommentare

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Dieser hat leider mit Folgen mangelhafter Bildung (kein Abgasproduzent in geschlossenen Räumen) zu tun.
  • 06.02.2017, 01:16 Uhr
  • 0
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das gehört halt auch zum Job, so schlimm es auch ist.
  • 03.02.2017, 16:39 Uhr
  • 0
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Grosse Hochachtung vor diesem Einsatzleiter
  • 02.02.2017, 07:43 Uhr
  • 0
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Schrecklich!! Das Schlimmste, was passieren kann !!!
  • 01.02.2017, 20:36 Uhr
  • 1
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  • 01.02.2017, 19:32 Uhr
  • 2
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Sehr schlimme Sache !
  • 01.02.2017, 15:04 Uhr
  • 1
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Ein ganz ausgesprochen tragischer Fall - in einer Gartenlaube mit Holzofen!

Es muss aber gar kein Raum oder Gebäude mit HOLZOFEN oder mit Heizkamin sein:

Bei ausgesprochen dicht schließenden Fenstern und Aussentüren sind leistungsfähige Dunstabzugshauben ohne weiteres in der Lage, Heizungs-Abgase aus dem Heizkessel oder gar über einen zweiten Kaminzug IN das Haus zu saugen ...

und so relativ schnell mehrere Stockwerke mit Heizungs-Abgasen zu füllen!

Auch den geschilderten Fall mit "Rauchgaseinsaugung über den zweiten Kaminzug" habe ich persönlich erlebt - TROTZ vorschriftsmäßigem Zuluftgebläse, das sich bei Betrieb der Dunstabzugshaube in höheren Stufen automatisch zuschaltet!

Deshalb sollte man bei Betrieb von (Abluft-)Dunstabzugshauben in höheren Leistungsstufen ein näher gelegenes Fenster als Zulufteintrittsmöglichkeit öffnen, um längerdauernden stärkeren Unterdruck zu vermeiden.
  • 01.02.2017, 14:24 Uhr
  • 5
offene Feuerstellen im Haus sind schon immer eine Gefahrenstelle, die eine besondere Aufsicht benötigen. Ich hatte z.B. einen Kamin im Einsatz, der längere Zeit nicht im Betrieb war. Beim Anheitzen zog der Rauch nicht ab. Das ganze Haus war verraucht. Warum ? Der Kamin wurde von Wespen zur Behausung übernommen und hatten den Kamin zugebaut. Der Schornsteinfeger streikte und die Feuerwehr musste ran. Die Wespen wehrten sich, hatten aber keine Schangse. Nach etwa 2 Stunden war die Wohnung gelüftet und der Kamin brannte in alter Gewohnheit.
  • 01.02.2017, 18:42 Uhr
  • 2
Unfassbar so eine Tragödie.
  • 01.02.2017, 18:51 Uhr
  • 1
man sollte wissen, wenn man zur Feuerwehr möchte, kommt einiges auf einem zu, denn wo Andere weglaufen, rennt der Feuerwehrmann hin. Im Fall des Einsatzes mit den Toten, hat der Wehrleiter in meinen Augen gut gehandelt und den im Einsatz befindlichen jungen Wehrleuten einiges erspart.
  • 01.02.2017, 18:59 Uhr
  • 3
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Grausam, wenn junge Leute, die eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich hätten, sterben müssen.

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann ich mir hier gut vorstellen. Neue Fenster schließen sehr gut, und bei der Kälte wurde bestimmt auch nicht sooft durchgelüftet. Wer weiß auch, wie diese Gartenlaube - insbesondere der Rauchabzug dieses Holzofens - gebaut ist.

Ich denke, dass sie irgendwann eingeschlafen sind und leider nie mehr aufwachten.
  • 30.01.2017, 12:11 Uhr
  • 4
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