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Verhinderter Gewaltexzess in Leverkusen - Polizeichef warnt vor sozial abgeh ...

Verhinderter Gewaltexzess in Leverkusen - Polizeichef warnt vor sozial abgehängten Stadtteilen!

News Team
07.04.2017, 08:48 Uhr
Beitrag von News Team

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Arnold Plickert, warnt vor Auseinandersetzungen zwischen Gruppen aus anderen Kulturkreisen in Deutschland. Dieses Phänomen registriere man schon länger, sagte er der „Welt“.

"Sie haben ein ganz anderes Werteverständnis. Da ist schon eine Beleidigung die höchste Form der Strafe. Es reicht ein Satz, und dann wird äußerst aggressiv darauf reagiert. Ehre und Imponiergehabe spielen dabei eine ganz große Rolle. Man nimmt die Häufung solcher Konflikte deutlicher war, weil sie sehr spektakulär sind. Aber wir haben solche Exzesse auch in kleineren Gruppen.“

In Leverkusen hatten sich nach einem Streit zweier Mädchen auf Snapchat und Facebook am Dienstagabend insgesamt mehr als 100 gewaltbereite junge Männer in mehreren Stadtteilen versammelt. Passanten informierten die Polizei, die mit einem Großaufgebot ausrückte. Die Beamten konnten die drohenden Auseinandersetzungen verhindern. Fast alle der Jugendlichen und jungen Männer zwischen 16 und 25 waren polizeibekannt. Insgesamt wurden 111 Männer kontrolliert. Unter ihnen waren laut Polizei viele mit unterschiedlichem Migrationshintergrund. Acht Männer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, sie sind aber wieder auf freiem Fuß.

Gefährlicher Einsatz

„In Leverkusen waren wir zum Glück vorbereitet, weil wir frühzeitig einen Tipp bekommen haben, und konnten durch frühzeitiges Einschreiten einen Konflikt verhindern. Meistens wird die Polizei mit solchen Ereignissen konfrontiert, ehe sie sich darauf vorbereiten kann. Dann dauert es, bis Verstärkung kommt. Das ist für die Kollegen vor Ort eine sehr gefährliche Zeit“, sagt Plickert. „In Leverkusen haben wir auch eine Passivbewaffnung festgestellt, das heißt, einige Personen waren mit Schutzwesten, Quarzsandhandschuhen und Mundschutz ausgestattet. Das erinnert mich an Auseinandersetzungen zwischen Hooligans und Rockern. Vereinzelt könnte es durchaus Anbindungen an solche Szenen geben.“

Er warnt: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht immer mehr sozial abgehängte Stadtteile bekommen. Dort ist die Schwelle zur Kriminalität und zu Gewaltexzessen sehr niedrig. Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist insgesamt einen Rückgang bei den Gewalttaten aus, allerdings ist die Zahl der Übergriffe auf Polizisten stark angestiegen. 2015 waren es 13. 800 Übergriffe auf Beamte, und 2016 waren es schon 16.800, eine Steigerung um 20 Prozent. Das sehe ich mit großer Sorge.“

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