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Er war der Liebling der Nation in Polen: Deutscher Behörden-Chef lässt Wisen ...

Er war der Liebling der Nation in Polen: Deutscher Behörden-Chef lässt Wisent abknallen

News Team
18.09.2017, 18:16 Uhr
Beitrag von News Team

Von Amtswegen ist im Osten Brandenburg am Mittwoch der Abschuss eines Wisent erfolgt. Das Tier hatte von Polen kommend die Grenze nach Deutschland passiert.

Der Umweltverband WWF Deutschland hat am Freitag eine Strafanzeige gegen den Leiter des Lebuser Ordnungsamtes gestellt, wie der RBB berichtet. Der Behörden-Chef hatte, den Wisent zum Abschuss frei gegeben. Die Abschussfreigabe eines streng geschützten Tieres ohne eine ersichtliche Gefährdung sei eine Straftat, so die Begründung für die Anzeige. Von wildlebenden Wisenten gehe keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus.

Auch für Benjamin Raschke von den Brandenburger Grünen stellt der Abschuss einen Skandal dar. Auf Facebook schreibt er:

Für mich sieht das völlig unverhältnismäßig aus - wurde alles getan, um einen Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr zu finden? Und worin genau bestand überhaupt die Gefahr für die Öffentlichkeit? Der Umweltminister muss aufklären!

Das Umweltministerium gab sich ebenso "entsetzt und empört", wie der RBB weiter berichtet. Weder das Ministerium noch das Landesumweltamt seien in die Vorgänge eingebunden gewesen.

"In dem Moment, in dem mein Amtsbrandmeister mir sagt, dass das Tier möglicherweise eine Gefahr darstellt, war ich nicht überfordert, sondern habe direkt die Entscheidung getroffen", sagte Amtsdirektor Heiko Friedemann dem rbb-Nachrichtenmagazin Brandenburg Aktuell am Freitag: "Ich habe da kein Abwägungsermessen, sondern Leib und Leben geht vor."

Auch in Polen erntete der Abschuss empörte Reaktionen. Der Wisent war im Nachbarland ein Star gewesen, den die Bevölkerung liebte. FOCUS Online zitiert aus einem Facebook-Kommentar: "Die Kinder haben das Tier geliebt, wir haben ihn alle sehr lieb. Er lief immer so ruhig und elegant. Er war so wichtig für uns alle wie der Eisbär Knut für Berlin. Wir sind in Polen alle sehr traurig!"

1 Kommentar

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Warum gibt es bisher keinen Strafantrag gegen die Jäger? Sie hätten wissen müssen, dass ihr Tun krass gesetzwidrig war. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Staatsanwaltschaft weiter darüber hinweg sehen wird. Immerhin kostet der Abschuss eines Wolfs, der den gleichen Schutzstatus genießt, neben einer satten Geldstrafe auch den Entzug des Jagdscheines und die Einziehung der Waffen.
  • 19.09.2017, 09:09 Uhr
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