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Einbrecher-Netzwerk aufgeflogen: Kroaten-Clan schickte junge Mädchen zum Ein ...

Einbrecher-Netzwerk aufgeflogen: Kroaten-Clan schickte junge Mädchen zum Einbrechen nach Deutschland

News Team
22.10.2017, 10:48 Uhr
Beitrag von News Team

Die Münchner Polizei hat im Mai eines der größten Einbrecher-Netzwerke Europas auffliegen lassen. Die Anführer eines kroatischen Roma-Clans, der für Zehntausende Einbrüche in Deutschland verantwortlich sein soll, muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

Vorwurf: Die Hintermänner schicken junge kroatische Mädchen nach Deutschland, versorgen Sie mit Einbruchswerkzeug, Wohnungen und Handys und lassen die "Arbeitsbienen" die Drecksarbeit machen. Die Beute fließt dann nach Kroatien.

Bei der Verhaftung des Anführer-Pärchens in Zagreb fand die Polizei 100.000 Euro in Bar und jede Menge Schmuck, Bilder und Brillanten. Kriminalrat Reinhold Bergmann (58) sagte der Bild am Sonntag:


Diese Banden schicken gezielt und ausschließlich junge Mädchen zum Einbrechen: Die wirken erst mal unauffälliger, unverdächtiger. Weil sie so jung sind, glauben die Bandenchefs, dass wir sie sofort laufen lassen müssen, wenn wir sie erwischen.
Wir haben es hier mit hoch mobilen Tätern zu tun, die alles tun, um die Ermittlungen gegen sie zu erschweren. Die sind nie länger, als zwei, drei Tage in einer Stadt. Sie wechseln die Bundesländer, reisen danach zurück nach Kroatien, beim nächsten Mal in ein anderes EU-Land. Dabei wechseln sie immer wieder den Namen, benutzen neue Identitäten.

Drei Roma-Mädchen führen Ermittler auf die richtige Spur

Auf die Schliche kamen die Ermittler dem Einbrecher-Clan bereits im Frühjahr 2016. Damals verzeichnete die Stadt München mehr Einbrüche als gewöhnlich (12 statt 4 pro Tag). Schnell gerieten Mädchengruppen unter Verdacht.


Bei der Überprüfung eines Mädchen-Trios (14, 15 und 19 Jahre) fanden die Polizisten unter der Kleidung Schraubendreher und –schlüssel, gefälschte Dokumente sowie Billig-Handys.

Bei Auswertungen von Fingerabdrücken und DNA-Spuren stellte sich heraus, dass die Mädchen einem aus dem Ausland gesteuerten Netzwerk mit mehreren Hundert Mitglieder angehörten.

Ermittlungen und Observierungen über ein Jahr

Ein Jahr lang observierten die Ermittler die Verdächtigen, hörten Telefonate ab und ertappten so in Nordrhein-Westfalen, Stuttgart und Hamburg 20 Mädchen auf frischer Tat. Jeder fünfte Einbruch in Deutschland soll auf das Konto dieser Gruppierung gegangen sein. Kriminalrat Bergmann sieht Parallelen zu Mafia-Strukturen:

Es geht hier nicht darum, eine spezielle Volksgruppe zu diffamieren. Aber wir mussten feststellen, dass dieser Roma-Clan über seine eigenen Parallel-Strukturen verfügt: Probleme werden immer innerhalb des Clans geregelt, es gibt eigene Gerichte und Gesetze. Mit der Polizei wird nicht gesprochen, zumindest nichts Zielführendes. Das hat fast etwas von einem Mafia-Ehrenkodex. Das Auftreten uns gegenüber war sehr selbstbewusst und frech.

30 bis 40 Einbrechers-Clans in Kroatien

Die Ermittler sind sicher, dass es in Kroatien noch 30 bis 40 solcher Einbrecher-Netzwerke gibt. Bergmann:

Diese Clans leben und ernähren sich auf diese Art. Das ist gelebte Tradition, seit vielen Generationen. Wenn jetzt deutsche Gerichte empfindliche Haftstrafen gegen Einbrecherinnen aussprechen, gerät das sehr lukrative System ins Wanken. Ich denke, unsere Vorgehensweise wird mittlerweile auch von den Tätern sehr ernst genommen.

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