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Kleines Kind mit Kehlschnitt getötet: Fehlende Foto-Fahndung nach Vater erre ...

Kleines Kind mit Kehlschnitt getötet: Fehlende Foto-Fahndung nach Vater erregt die Gemüter

News Team
27.10.2017, 11:52 Uhr
Beitrag von News Team

Am Montagabend hat die Polizei ein zweijähriges Mädchen in Hamburg tot aufgefunden. Dem Kind wurde die Kehle durchgeschnitten. Die Mordkommission ermittelt.

Dringend tatverdächtig ist der Vater des Kindes, nach dem seit Tagen erfolglos gefahndet wird. Seine Spur verlor sich am Hamburger Hauptbahnhof.

Warum fahndet die Polizei nicht öffentlich mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Kindermörder?

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte zu "Bild": „Wir prüfen laufend eine Öffentlichkeitsfahndung.“

Offenbar sehen die Ermittler noch nicht die Voraussetzungen gegeben. Davor sollen alle anderen Spuren abgearbeitet werden. Es gebe noch Ermittlungsansätze, hieß es.

Auch auf Facebook antwortet die Polizei auf die Frage, weshalb es bisher weder Täterbeschreibung noch eine Foto-Fahndung gebe.

Ein User schreibt:

Gerade bei so einem schweren Verbrechen, MUSS eine Beschreibung des Tatverdächtigen her. Wie sollen wir sonst helfen?

Die Polizei antwortet

Derzeit liegen die Voraussetzungen für eine Öffentlichkeitsfahndung und somit auch die Veröffentlichung einer Täterbeschreibung noch nicht vor. In diesem Fall möchten wir erstmal "nur" informieren und überlassen vorerst unseren Kollegen die Fahndung. Sollte sich an dieser Taktik etwas ändern, werden wir hier unverzüglich informieren.
Auch wenn Ihnen das in dem Fall nicht gefällt, eine Fahndung durch die Öffentlichkeit ist nicht immer sinnvoll. Sollte sich das ändern, werden wir um Unterstützung bitten

Zugleich deutet die Polizei an, dass auch aus taktischen Gründen bisweilen auf eine öffentliche Fahndung verzichtet wird.

Die Nachbarn vor Ort haben nur begrenzt Verständnis für das Vorgehen. Eine Frau sagte zu "Bild": „Die Rechtslage ist doch absurd, dass nach einem Kinder-Mörder nicht mit Foto gefahndet werden darf.“

Das sind die rechtlichen Voraussetzungen für eine Öffentlichkeitsfahndung

§ 131a
Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung

(1) Die Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung eines Beschuldigten oder eines Zeugen darf angeordnet werden, wenn sein Aufenthalt nicht bekannt ist.

(2) Absatz 1 gilt auch für Ausschreibungen des Beschuldigten, soweit sie zur Sicherstellung eines Führerscheins, zur erkennungsdienstlichen Behandlung, zur Anfertigung einer DNA-Analyse oder zur Feststellung seiner Identität erforderlich sind.

(3) Auf Grund einer Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung eines Beschuldigten oder Zeugen darf bei einer Straftat von erheblicher Bedeutung auch eine Öffentlichkeitsfahndung angeordnet werden, wenn der Beschuldigte der Begehung der Straftat dringend verdächtig ist und die Aufenthaltsermittlung auf andere Weise erheblich weniger Erfolg versprechend oder wesentlich erschwert wäre.

(4) 1§ 131 Abs. 4 gilt entsprechend. 2Bei der Aufenthaltsermittlung eines Zeugen ist erkennbar zu machen, dass die gesuchte Person nicht Beschuldigter ist. 3Die Öffentlichkeitsfahndung nach einem Zeugen unterbleibt, wenn überwiegende schutzwürdige Interessen des Zeugen entgegenstehen. 4Abbildungen des Zeugen dürfen nur erfolgen, soweit die Aufenthaltsermittlung auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre.

(5) Ausschreibungen nach den Absätzen 1 und 2 dürfen in allen Fahndungshilfsmitteln der Strafverfolgungsbehörden vorgenommen werden.

Die Mutter des Kindes war am Montag auf dem Polizeirevier erschienen, um Anzeige wegen einer Bedrohung durch ihren Ehemann zu erstatten.

Gemeinsam mit der Polizei wurde die Wohnung des Ehepaares in Neugraben aufgesucht. Die Polizei wollte den Ehemann der Wohnung verweisen. Doch tragischerweise kam die Intervention zu spät. Die Beamten betraten alleine die Wohnung und entdeckten dabei den leblosen Körper der 2-jährigen Tochter. Das tote Mädchen wies eine Halsverletzung auf.

Der Vater des Kindes befand sich nicht in der Wohnung und ist dringend tatverdächtig, eine intensive Fahndung nach ihm läuft.

Die Mutter erlitt einen Schock und wird medizinisch und polizeilich betreut. Das Kriseninterventionsteam des Rotes Kreuzes ist ebenfalls eingesetzt.

Kommentare

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