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Sexueller Missbrauch beim Schwimmkurs: Immer mehr mögliche Opfer melden sich

Sexueller Missbrauch beim Schwimmkurs: Immer mehr mögliche Opfer melden sich

News Team
13.11.2017, 14:37 Uhr
Beitrag von News Team

Ein selbständiger Schwimmlehrer aus Baden-Baden sitzt wegen sexuellen Missbrauchs von zwei Mädchen in Untersuchungshaft. Der 33-Jährige soll seine Taten mit der Unterwasserkamera aufgenommen haben.

Eltern von zwei fünfjährigen Mädchen hatten jeweils Anzeige erstattet. Videoaufnahmen, die der Schwimmlehrer gemacht hatte, dokumentierten noch den Missbrauch von vier weiteren Mädchen mit noch ungeklärter Identität.

Laut "Stuttgarter Nachrichten" könnte der Fall jedoch ein noch viel größeres Ausmaß annehmen. Der Tatverdächtige hatte in den vergangenen Jahren Hunderte Kinde an mehreren Orten in Baden-Württemberg unterrichtet.

Nach einem Rundbrief der Polizei an die Eltern meldeten sich bereits 20 vier- bis siebenjährige Mädchen bzw. deren Eltern. Es gebe Anhaltspunkt für sexuellen Missbrauch in den Bädern Achern, Bad Liebenzell, Baden-Baden, Gernsbach und Kuppenheim. Das teilte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden am Montag mit.

Übergriffe im Wasser und Umkleiden


Die mutmaßlichen Taten könnten zwischen Oktober 2015 und Juni 2017 passiert sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Taten unter Wasser, außerhalb des Beckens sowie in den Umkleiden geschehen sind. Der 33-Jährige schweigt zu den Missbrauchsvorwürfen.

Pädophile nutzen oft jede Gelegenheit, um ihren Trieb auszuleben. Das könnte auch in diesem Fall so sein, so dass die Anzahl der Taten sich möglicherweise stark vergrößert

, zitierte "Focus Online" den ermittelnden Staatsanwalt.

"Kinder dürfen schreien und heulen"

Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhem Rörig, stellte klar, dass Schwimmlehrer Hilfestellung geben müssten und dabei auch Beine und Bauch der Kinder berühren. Aber:

Den Kindern muss klar gemacht werden, dass sie schreien oder heulen dürfen, wenn ihre Geschlechtsteile angefasst werden und dass sie äußern, wenn sie sich in Gegenwart des Schwimmlehrers unwohl fühlen. Wenn die Kinder den Schwimmunterricht verweigern, sollten bei den Eltern alle Alarmglocken klingeln.

Rörig setzt auch im Schwimmunterricht auf das Vier-Augen-Prinzip. Der Lehrer dürfe nie allein und unbeobachtet mit dem Kind im Wasser und in der Umkleidekabine sein.

Die Ermittlungen werden laut Staatsanwaltschaft wohl Monate dauern.
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