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Kälte-Crash: Als Wehrführer Heinz vom herzkranken Baby im Stau hört, beweist ...

Kälte-Crash: Als Wehrführer Heinz vom herzkranken Baby im Stau hört, beweist er Herz und Verstand

News Team
05.12.2017, 11:23 Uhr
Beitrag von News Team

Am Adventssonntag um 13:08 Uhr alarmiert die Leitstelle die Feuerwehr Heiligenstadt. Schwerer Unfall auf der A38! Ein Lastzug ist umgekippt, liegt quer über der schneebedeckten Autobahn.

Die Heiligenstädter rücken sofort aus, zusammen mit anderen Feuerwehren. Die Anspannung bei Wehrführer Heinz Anhalt ist groß. Gibt es Verletzte, ist der Tank des Lastwagens beschädigt? Was er auf dem Weg zu Unfallstelle nicht weiß: Im Stau hinter der Unfallstelle stehen Autos mit Babys - eines davon verträgt die Kälte wegen einer Herzkrankheit nicht.


Wehrführer Heinz Anhalt am Einsatzort

Vor Ort stellt sich heraus, dass keine Menschen verletzt sind, sodass der Rettungsdienst den Einsatz abbrechen kann. Erleichterung. Die Feuerwehr sperrt umgehend die Autobahn und auch die Autobahnauffahrt in Heiligenstadt. Niemand weiß zu diesem Zeitpunkt, wie lange die Bergung dauern wird. Wann der Verkehr wieder fließen kann. Rundherum kracht es immer wieder, denn die Straßenverhältnisse sind schlecht.

Bei Wehrführer Heinz Anhalt, der direkt am Lkw steht, melden sich besorgte Eltern. Sie sind durch den Schnee zu ihm gerannt. "Eine Familie hatte Angst um ein kleines herzkrankes Kind. Es darf keiner Kälte ausgesetzt sein", erzählt Heinz Anhalt zwei Tage nach dem Einsatz im Gespräch mit wize.life.

Die Eltern eines anderen kleines Kindes haben die in der Nähe wohnenden Großeltern des Babys alarmiert, damit die sich zur Autobahn durchkämpfen und das Kind abholen.

Ein weiteres Elternpaar ist ebenso in großer Sorge um ihr kleines Kind. Der Sprit im Wagen geht zur Neige. Es droht kalt zu werden. Ihre zusätzliche Sorge: Abgase der laufenden Motoren schaden dem Baby.

Es ist so kalt, und die Bergung so kompliziert, dass sich Feuerwehr und Polizei entscheiden, den Verkehr gegen die Fahrtrichtung abzuleiten.

Um die Bergung vorzubereiten setzten die Einsatzkräfte vor Ort die maschinelle Zugeinrichtung des Rüstwagens ein und befreien die Fahrbahn von Eis.

Zur Bergung des Lkw wird ein Spezialunternehmen gerufen, und Wehrführer Heinz Anhalt versteht schnell, wo er jetzt am schnellsten helfen kann. Eines ist ihm klar: Die Autos mit den beiden Babys müssen schnell von der blockierten Autobahn.

Heinz Anhalt entscheidet unkonventionell. Seine Order: "Wir nehmen die beiden Autos der Familie zwischen unsere Fahrzeuge und geleiten sie so schnell wie möglich von der Autobahn."

Im Korso fährt die Heiligenstädter Wehr mit den beiden Pkw gegen die Fahrtrichtung durch den Stau! Als sich die Wege von Feuerwehren und Familien trennen, winken die Eltern erleichtert aus ihren Fahrzeugen den Einsatzkräften zu.

Nach vier Stunden endet der Einsatz für die 23 Männer und Frauen der Heiligenstädter Wehr. Das Handeln von Wehrfürher Heinz Anhalt zeigt: Im Einsatz zählen schnelle und richtige Entscheidungen - nicht jede davon lässt sich im Feuerwehr-Lehrbuch einstudieren. Erfahrung und Gespür für die Situation machen den Unterschied, wenn es drauf ankommt.

Nicht der Aufbau einer umfassenden Versorgung für die im Stau stehenden Menschen war in diesem Fall das Allheilmittel. Es ging um individuelle Lösungen für zwei Familien, die besonders schnell Hilfe brauchten.

Der umgestürzte Truck konnte schneller als gedacht ein Stück zur Seite gezogen werden, sodass auch die anderen Fahrzeuge bald vorbeigelotst werden konnten.

EIN DANK AN ALLE EINSATZKRÄFTE. UND EIN DANK AN ERFAHRENE MANNEN WIE WEHRFÜRHER HEINZ ANHALT, DIE DURCH IHRE ENTSCHEIDUNGEN MENSCHLICHKEIT UND HILFSBEREITSCHAFT BEWEISEN.

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