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U-Bahn-Prügler in einem Tag gefasst - Warum fahndete die Polizei so spät mit ...

U-Bahn-Prügler in einem Tag gefasst - Warum fahndete die Polizei so spät mit Foto?

News Team
03.01.2018, 09:47 Uhr
Beitrag von News Team

Es dauerte keine 24 Stunden nach Veröffentlichung der Fahndungsfotos bis die Polizei die vier U-Bahn-Schläger von Berlin Neukölln identifiziert hatte.

Das Quartett hatte bereits am 9. Juli 2017 einer Frau am U-Bahnhof Neukölln von hinten zwischen die Beine gegriffen. Als ihr Ehemann die Grapscher daraufhin zur Rede stellen wollte, traten und schlugen sie ihn, so dass er ärztlich behandelt werden musste. Danach flüchtete die Angreifer.

Erst ein halbes Jahr später veröffentlichte die Polizei am Dienstag (2.1.) Bilder einer Überwachungskamera, um die Schläger zu ergreifen. Drei der Tatverdächtigen wurden dank Hinweisen aus der Bevölkerung noch am selben Tag identifiziert, den vierten erkannten Polizisten.

Kritik an später Fahndung


Nun wird Kritik laut, weshalb nicht schon früher mit Foto nach dem Quartett gefahndet wurde. Polizeisprecher Winfrid Wenzel rechtfertigt sich in "Bild":

Bis es zu einer öffentlichen Fahndung kommt, müssen alle vorherigen Ermittlungen abgeschlossen sein. Zudem bedarf es eines Beschlusses der Staatsanwaltschaft.

Eine öffentliche Fahndung wird also so lange wie möglich hinausgezögert, um eine mögliche Stigmatisierung zu verhindern. Denn Videomaterial kann uneindeutig sein. Ist auf den Bildern nicht die Tat zu sehen, sondern nur die Flucht, wird es schon kritisch. Denn es ist kein Beweis, dass der Verdächtige die Tat auch begangen hat.

Zunächst interne Recherchen


Bevor die Staatsanwaltschaft einen Fahndungsbeschluss trifft, müssen zunächst interne Recherchen erfolglos abgeschlossen sein. So werden zum Beispiel Videos ausgewertet, DNA-Abgleiche durchgeführt und Zeugen vernommen.

Allerdings ist die Schmerzgrenze unterschiedlich hoch. Martine Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte "Bild":


Je schwerer ein Delikt, desto schneller die Öffentlichkeitsfahndung.

CDU und FDP fordern Veränderung


Ein Unding, findet FDP-Innenexperte Marcel Luthe. Er fordert grundsätzlich ein schnelleres Vorgehen.

Wenn sich nach einem Monat abzeichnet, dass der Täter nicht zu finden ist, müssen die Fotos sofort gezeigt werden

, so der Politiker in "Bild".

CDU-Mann Burkard Dregger wird in der Zeitung ähnlich zitiert:

Lässt sich die Straftat auf den Videoaufnahmen klar erkennen, sollte die Polizei die Bilder sofort veröffentlichen. Dann zählt das Schutzbedürfnis für die gezeigten Personen nicht mehr.

Die jetzt identifizierten U-Bahn-Schläger werden aktuell verhört. Sie sind zwischen 17 und 21 Jahre alt.
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