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18 Jahre nach Mord und Missbrauch von Johanna (8) - Anklage gegen 41-Jährige ...

18 Jahre nach Mord und Missbrauch von Johanna (8) - Anklage gegen 41-Jährigen erhoben

News Team
15.02.2018, 10:32 Uhr
Beitrag von News Team

Dieses Verbrechen widerspricht allen Grundsätzen der Menschlichkeit. Ein Kind wurde seiner Zukunft beraubt, mit einem Mal vollständig aus dem Leben gerissen. Viele Jahre tappte die Polizei bei der Aufklärung des Falls im Dunkeln. Vergangenes Jahr dann der Durchbruch. Nun hat die Staatsanwaltschaft Gießen Anklage gegen den 41 Jahre alten Beschuldigten erhoben, wie sie an diesem Donnerstag mitteilte.

Ihm wird vorgeworfen, die damals erst achtjährige Johanna Bohnacker am Nachmittag des 2. September 1999 auf einem Radweg in Ranstadt-Bobenhausen gewaltsam in einen VW Jetta geholt und sich dann an dem Mädchen sexuell vergangen zu haben. Anschließend soll er das Kind getötet und den Leichnam in einem Waldstück abgelegt haben, wo die sterblichen Überreste erst am 1. April 2000 entdeckt wurden.

Mit diesem Plakat suchte die Polizei 2014 nach dem Mörder
Mit diesem Plakat suchte die Polizei 2014 nach dem Mörder

Die Staatsanwaltschaft Gießen wirft dem 41-jährigen Tatverdächtigen Missbrauch von Kindern und Besitz von kinder- und jugendpornographischen Schriften vor. Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Gießen wird nun anhand des über 210 Bände umfassenden Akteninhalts über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

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"Der Beschuldigte hat sich in seinen bisherigen Vernehmungen zwar verantwortlich für den Tod des Mädchens gezeigt, aber eine vorsätzliche Tötung stets bestritten", teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Erneuter Vorfall bringt Polizei auf die Spur

Der arbeitslose und ledige Mann geriet durch einen Vorfall, der sich im August 2016 in einem Maisfeld bei Nidda ereignete, in den Fokus der Strafverfolger. Hier war er zufällig von Passanten bei sexuell motivierten Fesselspielen mit einer 14-Jährigen ertappt worden. Die Ermittler konnten aufgrund des Umstands der Fesselung und des Verwendens von Klebeband Parallelen zum "Fall Johanna" herstellen.

Nachdem die Wohnräume des Mannes Mitte Februar 2017 anlässlich des Übergriffs im Maisfeld durchsucht worden waren, erhärteten sich die Verdachtsmomente. Es wurden umfangreiches kinderpornografisches Bildmaterial und weitere Beweismittel sichergestellt.

"Soko Johanna 2017"

In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde daraufhin zunächst von der Polizei in Friedberg die "AG Johanna 2017" gegründet, die kurze Zeit später beim Polizeipräsidium Mittelhessen in Gießen mit erheblichen Personalaufwand als "SOKO Johanna 2017" fortgeführt wurde. Gegenstand der Ermittlungen der etwa 30 Mann starken Sonderkommission war neben der Aufarbeitung sämtlicher Erkenntnisse aus den vergangenen 18 Jahren die Überprüfung der nunmehr festgenommen Person.

Dabei wurden umfangreiche Überwachungsmaßnahmen initiiert, zeitaufwändige digitalforensische Auswertungen getätigt, eine Vielzahl von Zeugen befragt und ergänzende Spurengutachten eingeholt. Insbesondere wurde die "Spur 11", also das auf einem am Leichenablageort aufgefundene Klebebandstück gesicherte Fingerspurenfragment, durch das Kriminaltechnische Institut des Bundeskriminalamts untersucht und mit den "neuen", seit 2017 vorhandenen Fingerabdrücken des Beschuldigten verglichen.

Die Sachverständigen konnten feststellen, dass der Abdruck des linken Daumens des Beschuldigten im Vergleich mit der "Spur 11" mehrere Übereinstimmungen aufweist. Sämtliche erkennbaren Merkmale des am Klebeband befindlichen Teilabdrucks finden sich auch am linken Daumen des Tatverdächtigen wieder.

Reihenuntersuchung im Jahr 2000

Bei den Anfang 2000 durchgeführten Reihenuntersuchungen konnte der Beschuldigte hingegen nicht als möglicher Spurenverursacher erkannt werden, weil sein damals einliegender Fingerabdruck minimale Abbildungsstörungen im Randbereich aufwies und es deshalb beim Abgleich mit der Spur zu keinem Treffer kam. Darüber hinaus haben sich die Standards der Untersuchungen in den letzten Jahren fortwährend weiterentwickelt.

Des Weiteren konnten bei der bereits erwähnten Durchsuchung Anfang 2017 auch Klebebänder in der Wohnung des Beschuldigten sichergestellt werden. Die Asservate wurden dem Hessischen Landeskriminalamt zur Untersuchung übersandt. Die Spurenexperten konnten hierbei feststellen, dass sich an den am Leichenablageort aufgefundenen Klebebandresten die gleichen Acrylfasern wie an den Klebebändern aus der Wohnung des Beschuldigten befinden.

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