wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Von Frauenmörder vergewaltigt: Gefängnispsychologin nimmt sich das Leben

Von Frauenmörder vergewaltigt: Gefängnispsychologin nimmt sich das Leben

News Team
19.02.2018, 13:28 Uhr
Beitrag von News Team

Susanne Preusker durchlebte ein Martyrium. Jahre lang kämpfte sie gegen die Schatten der Vergangenheit - öffentlich, mutig, beeindruckend. Nun ist die ehemalige Gefängnispsychologin aus dem Leben geschieden. Ihr Mann und ihr Sohn äußern auf der Webseite der Autorin tiefe Trauer:

"Voller Achtung und Liebe trauern wir um Susanne Preusker, geliebte Mutter und Ehefrau. Sie hat sich am Dienstag, 13. Februar 2018, entschieden, aus dem Leben zu scheiden. Wir danken ihr für viele glückliche Momente, humorvolle Stunden und all das, was sie ausmachte."


Der 7. April 2009 hatte das Leben Preuskers schlagartig verändert. In einem Büro der Justizvollzugsanstalt Straubing ist die 52-Jährige zugegen, während ein verurteilter Sexualstraftäter ein Telefonat führt. Er nützt die Situation, das Vertrauen der Therapeutin, das er sich in vielen Sitzungen erschlichen hat, und schlägt zu. Er nimmt Susanne Preusker als Geisel, knebelt sie, vergewaltigt sie mehrfach.

In der WDR-Dokumentation "Sieben Stunden Todesangst" stellt sich Preusker diesen schrecklichen Momenten. Sie sagt: "Ich dachte: Ich will nicht in diesem Scheißknast, in diesem Scheißbüro durch so einen beschissenen Typen auf so erbärmliche Art und Weise sterben."

Sie kommt frei und stellt sich seitdem den Dämonen dieses Tages. Ängste verfolgen sie, und dennoch bleibt sie aktiv, so gut es irgendwie geht. Susanne Preusker schreibt Bücher und Debattenbeiträge - über ihr Martyrium und über die therapeutische Kraft, die Hunde Menschen geben können.

Im FOCUS verfasst sie einen Artikel über die damals neue Rechtssprechung zur Sicherungsverwahrung und fordert: "Lasst sie niemals frei!":

Es gibt ihn wirklich, den nicht therapierbaren Kriminellen mit seinen eigenen Vorstellungen zu Werten, Normen, Menschenbildern oder Lebensentwürfen, die den unseren so gar nicht entsprechen wollen.

Einer von denen hat mich, seine Sozialtherapeutin, nach vierjähriger intensiver Therapie, die allen wissenschaftlichen Kriterien Genüge getan hat, als Geisel genommen und vergewaltigt. Trotz eines individuell abgestimmten Betreuungs- und Behandlungsangebots. Einfach so. Berufsrisiko? Vielleicht.

Am Ende reichte die Kraft nicht. Am letzten Dienstag nahm sich Susanne Preusker das Leben. Es ist kein später Sieg für ihren Peiniger. Dafür hat die Autorin zu viel hinterlassen, an wertvollen Gedanken, positiven Absichten und Zeichen ihres Kampfes gegen das Böse in der Welt.

2 Kommentare

Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.
"Lasst sie niemals frei"
Diesen Satz unterschreibe ich sofort.
Zum Thema passend war gestern in der Sendung -Hart aber fair- ARD- eine Diskussion darüber ob unsere Gesetze zu lasch sind. Das war interessant!
Wer sich das noch gerne ansehen möchte, kann dies über die Mediathek tun.
  • 20.02.2018, 09:39 Uhr
Nachsatz: Es tut mir sehr leid das Frau Preusker am Ende doch die Kraft verlassen hat weiter zu machen. Mein Beileid den Angehörigen.
  • 20.02.2018, 09:42 Uhr
Melden Sie sich jetzt mit Ihrem Nutzerkonto an, um Kommentare zu hinterlassen.

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren