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Polizei stellte Suche nach Unfallopfer ein - Eltern verklagen Freistaat Baye ...

Polizei stellte Suche nach Unfallopfer ein - Eltern verklagen Freistaat Bayern nach Tod der Tochter

News Team
13.03.2018, 11:15 Uhr
Beitrag von News Team

Mit dem Fall einer vor über zwei Jahren verunglückten jungen Frau muss sich am Donnerstag das Oberlandesgericht München befassen. Die Eltern klagen gegen die Entscheidung aus der ersten Instanz, die ihnen Anspruch auf Schmerzensgeld und die Erstattung der Beerdigungskosten verweigert hat.

Ihre 24-jährige Tochter war im Juli 2015 nachts auf der A8 Richtung München aus ungeklärtem Grund beim schwäbischen Dasing von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinabgestürzt. Zwei Zeugen, die den Unfall beobachtet hatten, alarmierten die Polizei.

Rettungsdienst konnte Wrack nicht finden

Dennoch waren die Feuerwehr und die Polizei nicht in der Lage, in der Dunkelheit das Auto oder die junge Frau zu finden.

Da weder am Schutzzaun noch an der Leitplanke Schäden festgestellt werden konnten und der Notrufbeamte die Zeugen hatte weiterfahren lassen, gingen die Retter davon aus, es handele sich um einen Fehlalarm. Unweit der vermeintlichen Unfallstelle wartete nämlich ein anderes Auto mit einer Panne.

Die Annahme erwies sich jedoch als falsch. Am nächsten Morgen, acht Stunden nach dem Unfall, fand ein Spaziergänger das Auto der 24-Jährigen. Sie lag tot in den Trümmern.

Eltern klagen wegen fahrlässiger Amtspflichtsverletzung

Nach der Beerdigung verklagten die Eltern den Freistaat Bayern. Aus ihrer Sicht hätte der Notrufbeamte die Zeugen nicht weiterfahren lassen dürfen, weil sie Details zum Unfall wussten, etwa den genauen Absturzort.

Außerdem spricht einiges dafür, dass die Tochter noch eine Weile am Leben war, bevor sie am eigenen Blut erstickte, meldete im Oktober 2017 die "Augsburger Allgemeine". Ein Gutachter ging davon aus, eine Rettung des Opfers wäre möglich gewesen, wenn die Polizei die Suche nicht aufgegeben hätte.

Das Landgericht in Augsburg wies die Klage dennoch ab. Die Richter sahen keine fahrlässige Amtspflichtsverletzung, sondern nur eine nicht vorhersehbare Verkettung unglücklicher Umstände.

Auch das Verhalten des Notrufbeamten bewertete das Gericht. Das Auffinden des Unfallautos wäre mithilfe der Zeugen zwar wahrscheinlich gewesen, dennoch musste der Beamte zwischen der Gefahr für die Zeugen auf der Fahrbahn und dem daraus resultierenden Schaden abwägen müssen.

Die Entscheidung ist für Donnerstag, 15. März, angesetzt. Die Eltern verlangen vom Freistaat Bayern rund 26.000 Euro als Schmerzensgeld und als Erstattung für die Beerdigungskosten.

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1 Kommentar

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Oh Gott wie fürchterlich...Zu Recht kommt das vor´s Gericht.
  • 09.05.2018, 17:51 Uhr
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