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8-köpfige Familie nach Klippensturz ausgelöscht - Die Polizei hat einen schl ...

8-köpfige Familie nach Klippensturz ausgelöscht - Die Polizei hat einen schlimmen Verdacht

News Team
02.04.2018, 17:09 Uhr
Beitrag von News Team

War es ein Unfall oder eine absichtliche Tat? Die Behörden sind sich unsicher. Denn es gibt Indizien, die in beide Richtungen deuten: Am 23. März war ein mit acht Personen besetzter SUV auf dem Highway 1 (Kalifornien) bei Mendocino über die Klippen geschossen und 30 Meter in die Tiefe gestürzt. Zwei Mütter, Sarah und Jennifer Hart (beide 38), und ihre sechs Adoptivkinder starben.

Während die Leichen der beiden Frauen sowie von drei Kindern geborgen werden konnten, fehlt von drei weiteren Kindern noch jede Spur. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass auch sie beim Unfall ums Leben kamen.

Die Beweislage vor Ort sowie die Auswertung der Fahrzeugdaten ließ bei den Ermittlern den Verdacht aufkommen, dass es sich beim Klippensturz um ein mit Absicht herbeigeführtes Unglück handeln könnte. Dies sagte Greg Baarts von der California Highway Patrol gegenüber US-Medien. Demnach habe es keine Bremsspuren gegeben. Der Tempomat des Wagens war auf 90 Meilen pro Stunde (144 km/h) eingestellt gewesen. Allerdings gebe es weder einen Abschiedsbrief noch andere Hinweise auf einen erweiterten Suizid.

"Es gibt viele Ungereimtheiten"


Die Familie hatte ihr Haus nördlich von San Francisco verlassen und war rund 800 km nach Mendocino gefahren. Laut Polizei hatten sie nicht viel Gepäck dabei. Auch das Zuhause habe nicht nach einer langen Abwesenheit ausgesehen. Was ist also geschehen?

"Es gibt viele Ungereimtheiten. Einige Fragen werden wohl niemals beantwortet werden"

, mutmaßte einer der Ermittler in der "Washington Post". Während Angehörige von einem verliebten Paar sprechen, das sich mit Hingabe um die Adoptivkinder kümmerte, ihnen Kunst, Musik und die Natur nahebrachte, zeichnen Nachbarn ein ganz anderes Bild.

Demnach seien Sarah und Jennifer Hart nach der Adoption ihrer sechs afroamerikanischen Kinder in den vergangenen Jahren häufig umgezogen, um Nachforschungen zu umgehen.

Kinder baten Nachbarn verzweifelt um Hilfe


In Woodland, nördlich von San Francisco lebten sie seit Mai letzten Jahres. Seitdem habe es mehrere Vorfälle gegeben, so dass sich die Nachbarn ans Jugendamt wandten. So soll eines der Mädchen eines Nachts mit einer Decke vor der Tür der Nachbarn, Bruce und Dana DeKalb, gestanden haben.

"Sie sagte, sie werde missbraucht und müsse beschützt werden"

, so Bruce DeKalb. Am folgenden Tag sei die komplette Familie zu den DeKalbs gekommen und hätte sich entschuldigt. "Sie sagten, sie hatten einfach eine schlechte Woche."

Der 15-jährige Devonte kam fast jeden Tag und bat um essen. Er behauptete, seine Eltern würden in als Bestrafung hungern lassen und flehte die Nachbarn an, Essen in einer Box in der Nähe des Gartenzauns zu deponieren. Daraufhin schalteten die DeKalbs eine Woche vor dem Unglück das Jugendamt ein. Mitarbeiter des Amtes versuchten dreimal, die Familie zu kontaktieren: drei Tage vor dem Unfall, am Unglückstag und am darauffolgenden Dienstag.

Mutter wegen häuslicher Gewalt verurteilt


Mittlerweile kam heraus: Sarah Hart ist den Behörden wohl bekannt. 2011 wurde die 38-Jährige wegen häuslicher Gewalt zu 90 Tagen Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Nachdem ihre damals sechsjährige Adoptivtochter mit blauen Flecken an Bauch und Rücken zur Schule gekommen war, hatten die Lehrer die Polizei informiert. Hart gab vor Gericht an, ihr Ärger sei außer Kontrolle geraten, als sie ihrer Tochter "den Po versohlen wollte".

Sohn Devonte erreichte 2014 bei einem Protestmarsch gegen den Mord eines Polizisten an einem dunkelhäutigen Mann nationale Berühmtheit. Der damals 12-Jährige hielt ein Schild mit der Aufschrift "Gratis Umarmungen" in die Höhe und fiel einem weißen Polizisten weinend in die Arme. Die Harts seien bekannt dafür gewesen, Einigkeit, Toleranz und Liebe zu zelebrieren, so Angehörige.

Doch was davon war reine Fassade, um ein schlimmes Familienleben zu vertuschen? In den USA ist derweil längst ein Rassen-Thema entstanden. Einige Internet-User bezeichneten den Unfall als sechsfachen Mord zweier weißer Mütter an ihren dunkelhäutigen Kindern. Andere wiederum trauern mit den Hinterbliebenen. Die Ermittlungen werden sich wohl noch eine ganze Weile hinziehen. Doch alle Fragen werden sich auch dann nicht beantworten lassen.

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