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Schuldig des 10-fachen Mordes: Lebenslänglich für Beate Zschäpe - Doch sie will es nicht akzeptieren

News Team
11.07.2018, 11:44 Uhr
Beitrag von News Team

Über fünf Jahre dauerte das Verfahren. Am Mittwoch haben die Münchner Richter im NSU-Prozess schließlich ein Urteil gefällt. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wurde des zehnfachen Mordes für schuldig befunden. Das heißt: lebenslänglich.


Das Oberlandesgericht München stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Das heißt: Für Zschäpe gibt es kaum Hoffnung auf eine vorzeitige Entlassung. Ohne die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld hätte die Strafe nach 15 Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden können.

Laut "Bild" gab es nach der Urteilsverkündung kurzen Applaus im Gerichtssaal. Zschäpe selbst nahm das Urteil regungslos hin. Ihr Verteidiger Wolfgang Heer, der auf Freispruch plädiert hatte, kündigte jedoch Revision an.

Anklage forderte Höchststrafe


Der Prozess um die NSU-Morde war eines der längsten Indizienverfahren der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Bundesanwaltschaft hatte die Höchststrafe, lebenslange Haft, Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie anschließende Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Anklage war überzeugt, dass die 43-Jährige an allen Verbrechen des NSU beteiligt war: 9 Morde an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, Mord an einer deutschen Polizistin, zwei Bombenanschläge mit Dutzenden Verletzten, 15 Raubüberfälle. 2011 hatte Zschäpe zudem die letzte Fluchtwohnung des NSU in Zwickau in Brand gesetzt.

In der Urteilsbegründung verlas Richter Götzl, dass die Morde durch Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt "in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken mit der Angeklagten Zschäpe" geschahen.

Die Taten trafen die Opfer völlig überraschend in Alltagssituationen, in denen diese nicht mit einem Angriff rechneten. Darauf kam es den Tätern auch an.

Zschäpe hatte in ihrem Schlusswort am letzten Dienstag das Gericht noch um Milde gebeten.

Bitte verurteilen Sie mich nicht stellvertretend für etwas, was ich weder gewollt noch getan habe.

Sie habe erst "Stück für Stück das schreckliche Ausmaß der schrecklichen Taten" erfasst.

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