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Wozu braucht mann einen Hund?

Wozu braucht mann einen Hund?

11.10.2017, 13:57 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Zum diesjährigen „Tag des Hundes“ erhielt ich den Auftrag, einen Bericht über das Kieler Tierheim zu schreiben. Scheinbar qualifizierten mich die für mich so typische männlich-markante Härte und Eiskaltigkeit besonders, ein üblicherweise „gefühlsbelegtes“ Thema rational zu erfassen und sachlich widerzugeben. Frauen können sowas ja nicht.
Mein erster Schritt diente mehr der allgemeinen Orientierung: Ich sah mir die Homepage des Tierheims an und blätterte durch die Bilder. Eines war dabei, das besonders nachdrücklich auf mich wirkte, aber diesen Eindruck schüttelte ich dann schnell ab.
Obwohl … Da „Hund“ das Thema war, könnte ich ja auch gleich diesen ins Zentrum meiner Überlegungen stellen. Und so blätterte ich zurück. „Mina“ war nicht nur eine Rüdin sondern auch ein reinrassiger Mischlingshund – überwiegend eigenwillig. Zumindest das klang interessant. Ich nahm mir vor, sie mir zu merken.
Komisch nur, dass ich nachts nicht schlafen konnte. Mein Unterbewusstsein schob mir immer wieder ihr Bild vor das innere Auge, um mich damit – spirituell gesehen – von der Auseinandersetzung mit einem meiner innersten Probleme abzulenken. Wenn ich nur wüsste, von welchem.
So passierte es auch in der zweiten und in der darauffolgenden Nacht. So machte ich mich denn schlaftrunken auf ins Tierheim, um einen Interviewtermin zu vereinbaren und informativ vielleicht auch einen Blick auf den Hund.
Tatsächlich führte mich jemand zu ihrem Zwinger, im Auslauf konnte ich sie mir angucken und ich fand nichts Besonderes an ihr. So schnell war das Thema also erledigt. Dennoch willigte ich auf einen begleitenden Spaziergang ein, den ein Tierpfleger mir anbot, um eventuell Impulse für meinen Beitrag zu finden.
Wie schon erwartet war es total langweilig, Tierpfleger nebst Hund auf diesem Spaziergang zu beobachten – und das musste der arme Kerl jeden Tag machen. Zu seiner Entlastung willigte ich ein, am nächsten Tag diesen Spaziergang mit Mina selbst durchzuführen.
An meinen Schlafstörungen änderte das jedoch nichts.
Der erste Spaziergang allerdings überzeugte mich gründlich von Nutzen und Effektivität eines Hundes. Ich hatte es offensichtlich mit einem überaus talentierten Spürhund zu tun. Tatsächlich gab es nicht eine Wurstverpackung am Wegesrand, die der Hund nicht fand – so alt sie auch sein mochte. Das war enorm. Begegnete mir der Hund doch anfangs völlig unverbindlich (ich hatte erwartet, dass er sich freut), konnte ich die Konzentration auf seine wesentliche Aufgabe nun gut akzeptieren.
Abträglich empfand ich es allerdings, wieviel Schmutz ein solches Tier mit sich bringt. Schon nach dem vierten Hundespaziergang war mein guter, schwarzer Kapuzenpullover voller heller Hundehaare. Dennoch entschloss ich mich, das Wesen eines Hundes ergründen zu wollen und zu beginnen, bewusst und ernsthaft mit ihm umzugehen.
Zum Einstieg besorgte ich mir das „Handbuch für den pädagogisch interessierten Hundehalter“ und erstand für kleines Geld bei ebay eine Hundepeitsche. Ich wollte mehr erfahren über diesen „Dackelblick“, vor dem mich jedermann warnte. Und so war ich natürlich gewappnet, als der mir das erstemal begegnete. Allerdings war ich noch nicht erfahren genug, und als sie diesen Blick steigerte, indem sie sich hinsetzte und treu zu mir aufschaute, war ich tatsächlich zunächst ein wenig ratlos. Als sie dann aber noch den Kopf schief legte, verwarf ich jeden rationalen Gedanken an die Hundepeitsche.
Ich fühlte mich selbst hilflos und völlig aufgelöst in dem Moment und suchte das Gespräch mit meiner Freundin in aller Offenheit. „Mein Schatz, du bist verliebt“, war ihre lachende Antwort auf meine Schilderungen.
Frauen verstehen halt nichts von Hunden …

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32 Kommentare

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Tja, so kann es gehen
Offenbar kennt dich deine Freundin besser als du dich selbst.
  • 28.10.2017, 10:31 Uhr
  • 0
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Sie hat absolut recht....du bist verliebt....auch wenn du ja so rational bist...Mina hat dein Herz im Sturm erobert

Toll wir du es geschrieben hast
  • 20.10.2017, 19:20 Uhr
  • 1
Ja *gesteh* Seit heute lebt sie bei mir.
  • 20.10.2017, 20:33 Uhr
  • 1
Sie scheint eine tolle "Dame" zu sein, wenn sie dich um die Pfote wickeln konnte
  • 20.10.2017, 20:35 Uhr
  • 0
Übrigens, meine Jüngste wird so genannt, Spitzname
  • 20.10.2017, 20:36 Uhr
  • 0
"Rüdin"?
  • 20.10.2017, 20:38 Uhr
  • 0
Ne, Sohnin
  • 20.10.2017, 20:39 Uhr
  • 0
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Sehr schön geschrieben.
  • 18.10.2017, 11:38 Uhr
  • 0
Danke
  • 18.10.2017, 12:13 Uhr
  • 0
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lass es Dir halt von mir sagen:die Frau hat wohl recht....
  • 18.10.2017, 11:36 Uhr
  • 1
Befürchte ich so
  • 18.10.2017, 12:13 Uhr
  • 0
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Liebe auf der ersten Blick nennt man sowas ..da aber Männer nicht immer so flott sind hast du es halt nicht direkt gemerkt ... sie wird ein wundervolles Hundeleben bei dir haben
  • 11.10.2017, 16:21 Uhr
  • 1
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aber von Männern, besonders von Einem
  • 11.10.2017, 16:15 Uhr
  • 0
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Sehr schöne Geschichte, ich sehe euch förmlich vor mir.
  • 11.10.2017, 15:07 Uhr
  • 3
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tja wozu eigentlich? Aus den Gründen, die du angeführt hast. Gibt es ein Happy -End? Letztendlich wird der Hund entscheiden, denke ich mir. Ich würde es euch wünschen. Danke für die Geschichte, die das Leben schrieb
  • 11.10.2017, 14:35 Uhr
  • 2
Ich denke, der Hund hat's entschieden.
Ich hole ihn vormittags eine Stunde und nachmittags zwei – dann allerdings kann ihn nichts in den Wald bewegen, ich muss mit ihm nach Hause gehen, wo wir dann allerdings nur eine halbe Stunde haben. Aber die Decke hat's ihm scheinbar angetan. Außerdem weiß er, wo die Lekkerlies liegen. Unterwegs gibt's keines von mir.
  • 11.10.2017, 14:41 Uhr
  • 0
Geduld ist alles, ich drück dir die Daumen. Falls du Lesestoff brauchst, ich kann dich eindecken
  • 11.10.2017, 14:43 Uhr
  • 0
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sowas von schön und liebevoll geschrieben, eben "roberthaft"
  • 11.10.2017, 14:07 Uhr
  • 1
Ist ja auch 'n schöner Hund
  • 11.10.2017, 14:10 Uhr
  • 0
....ja....und vielleicht kann er/sie lesen.
  • 11.10.2017, 20:10 Uhr
  • 0
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das ist die Ader, die ich an dir mag
humorvoll, wortgewandt, emotional

ist die Rüdin bei dir eingezogen?
  • 11.10.2017, 14:03 Uhr
  • 2
Ich arbeite dran. Das Bild ist von ihrem ersten Besuch bei mir am letzten Samstag. Das Tierheim gibt die Tiere nicht heraus, bevor Halter und Hund sich nicht kennengelernt haben und das Tierheim davon überzeugt ist, dass sie sich verstehen. So eine "Kennenlernphase" kann bis zu zwei Monate dauern.
Hartes Brot.
  • 11.10.2017, 14:07 Uhr
  • 4
diese Kennenlernphase ist wichtig - für Hund UND Mensch

ich wünsche dir und Mina viel Erfolg in dieser Phase und danach
  • 11.10.2017, 14:16 Uhr
  • 0
Sie gilt als "schwierig".
Aber ich manchmal auch.
Ich denke, hier haben sich zwei gefunden
Danke.
  • 11.10.2017, 14:17 Uhr
  • 2
DAS denke ich auch
  • 11.10.2017, 14:19 Uhr
  • 1
Ich hatte es in den letzten Monaten mit dem Panikhund meiner Freundin zu tun (tatsächlich könnte das Minas Zwillingsschwester sein). Es war nicht einfach für den Hund. Er wurde erst zugänglich, als ich das Gespräch aauf Hundeschwanzsuppe brachte.
  • 11.10.2017, 14:26 Uhr
  • 0
Robert, das war gemein. Das werd ich mir merken. Du darfst vermutlich nie mehr neben Karo sitzen. Sie bekommt sonst noch einen Schock fürs Leben....
  • 11.10.2017, 15:06 Uhr
  • 0
ich sage dazu nur....ein Leben ohne Hund ist möglich. ..aber
nicht lebenswert Die "Rüdin" hat Dich jetzt schon überzeugt
  • 11.10.2017, 15:16 Uhr
  • 1
DAS ist Ansichtssache
ich finde mein Leben ohne Hund sehr lebenswert
  • 11.10.2017, 15:18 Uhr
  • 0
musst Du mir immer widersprechen?

Aber Du weißt ja von wem es kommt
  • 11.10.2017, 15:20 Uhr
  • 0
bei Pauschalierungen widerspreche ich ganz gerne

dass es für dich nicht lebenswert wäre, weiß ich
  • 11.10.2017, 15:23 Uhr
  • 0
  • 11.10.2017, 15:27 Uhr
  • 0
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