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Junge (12) ruft weinend 112 an, weil sein Bruder (2) nicht mehr atmet und wi ...

Junge (12) ruft weinend 112 an, weil sein Bruder (2) nicht mehr atmet und wird zum Helden

News Team
18.10.2017, 09:20 Uhr
Beitrag von News Team

Ein Junge aus Korbach ist jetzt mit dem Johanniter-Juniorenpreis ausgezeichnet worden! Er rettete seinen kleinen Bruder durch heldenhaftes Handeln.

Es war ein ruhiger Septemberabend vor einem Jahr in Korbach. Markus und Rudolf befanden sich in der Obhut von Oma Lydia. Als diese eine Windel für den Jüngsten holte, entwischte der Zweijährige in den Garten.

Als Oma und der Bruder ihn suchten, fanden sie ihn im Pool treibend. Sie zogen ihn aus dem Wasser, aber Rudi atmete nicht mehr.


Der Junge rief weinend die 112 an

Da die Oma als Spätaussiedlerin aus Russland nur ein altes, schwer mundartlich gefärbtes Deutsch spricht, wählte Markus weinend die 112, so wie er es in der Schule gelernt hatte. Am anderen Ende der Leitung war Michael Seebold, zweifacher Familienvater, erfahrener Leitstellenmitarbeiter und Rettungsprofi mit einem Gespür für die besonderen Fälle. Das war das Glück für alle Beteiligten.

Markus berichtet schluchzend, was passiert ist. Michael Seebold weiß in diesem Moment genau, dass er erst einmal das Kind beruhigen muss, damit er dem Kleinen helfen kann. Und dann auf die Seite legen und über den Mund beatmen.

Kurz darauf hustet Rudi und beginnt wieder zu atmen. Zu diesem Zeitpunkt trifft auch der Notarzt ein und alles wird gut. Erleichterung auf allen Seiten.

Markus tat genau das Richtige und holte unverzüglich Hilfe. Er blieb bei seinem kleinen Bruder und konnte dank der Anweisung von Seebold genau das Passende ausführen. Das Kind handelte trotz der Aufregung, der Angst und der anfänglichen Hilflosigkeit, die es verspürte.

"Einfach bewundernswert"

"Für mich ist es einfach bewundernswert, dass ein Neunjähriger trotz seiner emotionalen Anspannung so vernünftig und klug handelt", sagte Sebastian Dietz, Laudator des Johanniter-Juniorenpreises. "Diese Tapferkeit, die Markus an den Tag gelegt hat, und, trotz der fast erdrückenden Verantwortung, die auf seinen jungen Schultern lastete, zuzuhören und das Richtige zu tun, ist phänomenal. Manch Erwachsener hätte damit Schwierigkeiten!"

Der Paralympics-Goldmedaillengewinner von Rio und Para-Weltmeister im Kugelstoßen, der selbst einen schweren Verkehrsunfall hatte, überreichte den Johanniter-Juniorenpreis Markus Rud, der in Begleitung von Markus Seebold die Bühne betrat.

"Zusammenspiel von Ersthelfer und Rettern ausschlaggebend"

Die Jury sprach sich, obwohl weitere Nominierungen von beeindruckenden Hilfeleistungen junger Menschen vorlagen, für diesen Fall aus, weil das Zusammenwirken von Ersthelfer und Leitstelle hier auch exemplarisch durchgeführt wurde. Die telefonische Reanimation ist zum Beispiel in der Region Hannover in der Rettungsleitstelle bereits eingeführt, dies ist aber nicht überall in Deutschland so. "Dieser Fall von Markus und seinem Bruder belegt, wie wichtig es ist, dass gewisse Notfallregeln - wie das Wählen der 112, das Dabeibleiben, die Beschreibung des Vorfalls - verinnerlicht sind, um dann gemeinsam mit dem Profi die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen", bestätigte Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstands der Johanniter-Unfall-Hilfe. "Das Zusammenspiel von Ersthelfer und Rettungspersonal ist ausschlaggebend."

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