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Studie: Kriminelle Chefs schädigen häufig die eigenen Unternehmen

Studie: Kriminelle Chefs schädigen häufig die eigenen Unternehmen

News Team
06.06.2016, 08:05 Uhr
Beitrag von News Team

Berlin – Sie sind männlich, Mitte 30 bis Mitte 50, Führungskraft und schon mindestens sechs Jahre im Unternehmen beschäftigt – so sieht der typische Wirtschaftskriminelle aus. Das zeigt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft KPMG, die der „Welt“ exklusiv vorliegt. „Der Täter ist ausgesprochen respektiert, ein freundlicher Typ, und entspricht so gar nicht dem landläufigen Klischee vom bösen Kriminellen“, sagte Alexander Geschonneck, Partner bei KPMG und dort Leiter des Bereichs Forensic.

750 Fälle haben die Experten weltweit untersucht und dabei ein Täterprofil erstellt. Zwar gibt es auch reichlich Angriffe von außen, etwa durch Hacker oder organisierte Banden. Alleine zwei Drittel aber sind sogenannte Innentäter, die noch dazu in der Hierarchie weit oben stehen und häufig unbeschränkte Autorität genießen. „Sie wissen aufgrund ihrer Stellung im Unternehmen sehr genau, wie sie Kontrollen umgehen können und wie sie ihre Taten am besten vertuschen“, beschrieb Geschonneck.

Die Folgen sind erheblich. „Täter, die an Schaltstellen im Unternehmen sitzen, verursachen die größten Schäden“, sagte Geschonneck. Seiner Untersuchung zufolge summiert sich der Schaden schon in jedem dritten Fall auf über eine Million Dollar. Und dazu komme noch der Reputationsverlust, der sich in Zahlen kaum messen lässt. Alleine deutschen Firmen, die neben US-Konzernen zu den Hauptangriffszielen von Wirtschaftskriminellen gehören, entstehe mittlerweile ein jährlicher Schaden in Höhe von gut 40 Milliarden Euro, sagt Geschonneck mit Verweis auf vorherige Untersuchungen von KPMG. Das Motiv der Täter sei dabei in der Mehrheit der Fälle ein persönlicher Vorteil, aber auch Gier und das schlichte Gefühl „Ich kann es und ich mache es“.

Die Unternehmen machen es den Kriminellen dabei einfach. Weltweit haben laut Studie knapp zwei Drittel der Firmen nur unzureichende Kontrollen und Schutzmaßnahmen. In Europa liegt dieser Anteil sogar bei fast 75 Prozent. „Es gibt häufig eine völlig falsche Risikowahrnehmung“, kritisierte Geschonneck. „Viele Firmen wissen gar nicht, wo sie überall verwundbar sind.“ Dazu herrsche vielfach eine gefährliche Kultur des Vertrauens. „Vor allem inhaber- und familiengeführte Unternehmen setzen bei ihren Mitarbeitern auf das Vertrauensprinzip – und machen sich damit angreifbar. Denn die Erfahrung zeigt, dass grundlegende Kontrollmechanismen wie die Funktionstrennung und das Vier-Augen-Prinzip oft vernachlässigt werden“, sagte Geschonneck. Aber auch finanzielle Aspekte spielen bei der fehlenden Vorbeugung eine Rolle. „Die Mehrzahl der Unternehmen ist leichtsinnigerweise nicht bereit, signifikante Beträge in die Prävention zu investieren.“ Schätzungen zufolge geben Mittelständer in Deutschland lediglich rund 20.000 Euro im Jahr für die Bekämpfung von Betrug, Diebstahl, Unterschlagung, Produktpiraterie und Geldwäsche aus. Bei Großkonzernen sei es immerhin ein zweistelliger Millionenbetrag. Vorreiter sind dabei börsennotierte Unternehmen. „Firmen in einem regulierten Umfeld sind oftmals besser geschützt“, berichtete Geschonneck.

1 Kommentar

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Was eindeutig beweist, dass die kapitalistische Privat-Wirtschaft total veraltet uneffektiv und unbrauchbar ist.
Da brauchen wir uns nicht wundern, dass uns China weit überlegen ist. Dort sorgt eine sozialistische Partei für Ordnung. Wer die guten Prinzipien verlässt bekommt einfach die LIZENZ entzogen.
  • 07.06.2016, 09:02 Uhr
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