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Hat der Weltspartag ausgedient? Geldanlegen im Zinstief

Hat der Weltspartag ausgedient? Geldanlegen im Zinstief

Helmut Achatz
28.10.2016, 11:59 Uhr
Beitrag von Helmut Achatz

Sparen bei 0 Zins – lohnt sich das noch? Wie an jedem letzten Werktag im Oktober – seit 1924 übrigens – feiern auch dieses Jahr wieder die Sparkassen den „Weltspartag“, obwohl es eigentlich nichts zu feiern gibt.

Der Slogan „dein Sparschwein – ein wertvoller Schatz. Mach mehr daraus“, klingt wie Hohn. Für Guthaben auf dem Sparbuch zahlt die Stadtsparkasse München beispielsweise 0,01 Prozent Zinsen pro Jahr – immerhin nicht „0“, das traut sie sich nicht, noch nicht. Damit lässt sich nicht „mehr aus seinem Geld machen“, wie die Sparkassen propagieren.

Eigentlich sollten die Sparkassen und Volksbanken – auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken gibt’s meist nur 0,01 Prozent – diesen Tag still und heimlich begraben. Denn seinen Zweck, Kinder fürs Sparen zu begeistern, erfüllt er angesichts dieser Zinssätze sicher nicht.

Früher gab’s höhere Zinsen

Das war schon mal anders, wie wir Alten uns sicher erinnern können. Da war das Spar-Büchse-Leere ein freudiges Ritual. Wer kann sich noch an die alten Sparbüchsen erinnern? Da kam der Mann von der Sparkasse mit seinem Schlüssel, leerte die Büchse, zählte das Geld und trug die Zahl ins Sparbuch ein. Lang ist’s her.

Dank Gespartem plus Zins konnten sich die Kinder dann ein Rad leisten oder etwas Anderes. Finanzprofi Robert Halver sagte vor einiger Zeit, der Weltspartag ist kein Freudentag mehr, er ist ein Volkstrauertag“.

Schuld daran ist die Europäische Zentralbank (EZB). Ihr Chef Mario Draghi hat die Zinsen auf 0 gedrückt – und verlangt von Banken und Sparkassen Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der EZB parken. Das heißt, die Finanzinstitute wollen gar kein Geld mehr, weil sie für Überschüssiges ja Strafgebühren zahlen müssen.

Sparen ist kontraproduktiv

Sparen ist sogar kontraproduktiv bei einem Zins von 0,01 Prozent, denn gleichzeitig verliert das Geld an Wert wegen der Inflation, die mittlerweile wieder bei 0,7 Prozent liegt. Das heißt, wer sein Geld zur Sparkasse bringt, verliert pro Jahr 0,69 (0,7 minus 0,01) Prozent. Der Inflationscheck von Ypos veranschaulicht das sehr bildlich.

Wer wirklich noch Zinsen für sein Geld bekommen will, muss schon anderswo suchen – beispielsweise bei Zinsplattformen wie Zinspilot, Weltsparen und Savedo, die Einlagen bei Banken im europäischen Ausland ermöglichen und mittlerweile Milliarden eingesammelt haben.

Mehr dazu unter vorunruhestand.de

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2 Kommentare

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Helmut Achatz
dieses Mal wird das Vermögen real weniger, denn die Inflation ist schon wieder bei 0,7 Prozent: 0,01 - 0,7 = -0,69
  • 28.10.2016, 15:54 Uhr
  • 1
Was übrig bleibt sind Schulden machen und Vermögenswerte schaffen, die Wertbeständig sind.
  • 04.11.2016, 18:06 Uhr
  • 1
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