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Steueroasen

29.03.2017, 14:52 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Der Bundesfinanzminister Dr. Schäuble versprach gegen Steuerflucht hart vorzugehen. Der Gesetzentwurf wirkt aber an vielen Stellen weichgeklopft. So will Wolfgang Schäuble Steueroasen nur bekämpfen, wenn sie außerhalb Europas liegen. Und was ist mit Luxemburg, Monaco oder Irland? Europas 20 größte Banken. 2015 verbuchten sie Gewinne häufig in Steueroasen: 25 Milliarden Euro - 26 Prozent aller Gewinne. Der deutsche Bürger darf das nicht. Er muss seinen Lohn hierzulande versteuern. Europäische Banken dagegen zahlten auf sagenhafte 383 Millionen Euro - gar keine Steuern. Nach einer aktuellen Studie der Hilfsorganisation Oxfam wiesen europäische Banken 2015 Gewinne in Höhe von gut 10 Milliarden Euro in Hongkong aus, knapp 5 Milliarden in Luxemburg und
mehr als 3 Milliarden in Belgien. Auch die Deutsche Bank nutzte Steueroasen in Europa. Am deutschen Konzernsitz machte sie Milliarden-Verluste. Gewinne
fielen trotzdem an - zum Beispiel in Steueroasen: knapp zwei Milliarden Euro.
Luxemburg. Hier erklärte die Deutsche Bank rund 1,2 Milliarden
Euro Gewinne. Die Deutsche Bank zahlte 2015 in Luxemburg Ertragssteuern - in
Deutschland aber nicht. Hier verbuchte die Bank stattdessen eine
Erstattung: 408 Millionen Euro vom Finanzamt.
Die Folgen sind schwerwiegend, besonders in Schwellenländern – zum Beispiel im bitterarmen Indonesien: 2015 machten europäische Banken hier zwar 973 Millionen Euro Umsatz. Aber vor Ort profitierte kaum jemand. Denn versteuert
wurden hier gerade mal 43 Millionen Euro Gewinne.
Anders in der Steueroase Monaco. Hier weisen dieselben Banken, bei einem ähnlichen Umsatz von 918 Millionen Euro, viel mehr Gewinne aus: nämlich 358 Millionen. So landen die Steuern der Banken bei den Reichen.
Und weil das Bundesfinanzministerium von Wolfgang Schäuble lt. Pressekonferenz am 27.3.2017 mitteilte, das es offenbar keine Steueroasen in der Europäischen Union kennt, bleibt wohl alles, wie es ist.
Toll, oder?

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3 Kommentare

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Wer sich damit abfindet, daß die größten Kapitalverbrechen in Europa bestimmen wer was zu bezahlen hat, darf sich nicht beschweren. Wer wählt den diese Leute, die sich Tagtäglich an den Völkern Europas vergehen? Wir haben doch diese Leute wie Junker, und Konsorten in ihre Ämter gebracht und lassen uns von Bankgangstern wie Draghi enteignen.
  • 31.03.2017, 13:00 Uhr
  • 2
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wahrscheinlich hat er selbst dort Gelder bebunkert.....
http://www.rp-online.de/politik/kohl...d-1.2264014
und sowas sitzt seit Jahrzehnten in unserer Regierung als "Bundesminister für Finanzen" - johhhhhhhh.....
  • 29.03.2017, 20:56 Uhr
  • 2
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Steueroasen wird es wohl immer geben, aber nicht für "ALLE" !
  • 29.03.2017, 16:55 Uhr
  • 2
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