wize.life
Neu hier? Jetzt kostenlos registrieren und mitmachen! Warum eigentlich?
Partnerangebot
Experte klärt auf, weshalb er die Angst vor Enteignung von Gold-Käufern für  ...

Experte klärt auf, weshalb er die Angst vor Enteignung von Gold-Käufern für blanken Unsinn hält

Partner Tipp
09.05.2017, 14:32 Uhr
Beitrag von Partner Tipp

Nicola Facciorusso, Geschäftsführer der Rosland GmbH erklärt, weshalb er insbesondere in diesem Jahr den Kauf von Gold empfiehlt und welche Tücken lauern. Rosland GmbH vermarktet in Deutschland selektive Goldmünzen in limitierter Auflage und bester Golderhaltungsqualität. Facciorusso stellt dar, nach welchen Kriterien das Unternehmen bei der Zusammenstellung der selektierten Produkte vorgeht. Auch auf das ewige Gerücht von der drohenden Gold-Enteignung geht er ein.

Herr Facciorusso, in den vergangenen fünf Jahren hat Gold rund ein Fünftel an Wert eingebüßt, seit seinem relativen Höchststand – inflationsbereinigt – rund 1/3. Muss sich ein Investor trotzdem nach wie vor mit Edelmetallen auseinandersetzen oder ist das pure Liebhaberei?

Facciorusso: Bei der Euroeinführung am 1. Januar 2002 lag der Preis für eine Unze Gold (31,10 Gramm) bei 313 Euro, der Schlusskurs am 28. April 2017 waren 1.163 Euro. Es sind akkumuliert 270%, was im Jahr einer durchschnittlichen Rendite von knapp 18% entspricht. Genau im selben Zeitraum hat der DAX30 sich von 5.160 auf 12.438 Punkte entwickelt: eine Performance von 140%, die aufs Jahr gerechnet mit „nur“ 9% ca. die Hälfte als Gold rentiert hat. Egal, ob seit der Euroeinführung oder seit zehn Jahren, langfristig haben Anleger mit Gold grundsätzlich genauso, wenn sogar oft mehr Gründe zu Freude als mit Aktien gehabt. Dazu ist der Goldpreis nicht von Quartalszahlen und Jahresbilanzen abhängig und hat kein Ausfallrisiko wie manche Unternehmen, welche das im Kapitalmarkt aufgenommene Fremdkapital sowie Dividenden und Zinsen an Aktionäre und Anleihegläubiger jederzeit kürzen oder gar nicht zurückzahlen können.

Auf Euro-Basis sieht der Rückgang weniger dramatisch aus. Muss man Währungsexperte sein, um in Edelmetalle investieren zu können?

Facciorusso:
Nein, man muss kein Experte sein um Edelmetalle zu kaufen. Das oben genannte Ergebnis eines Goldkaufs in Euro spricht Bände, egal, ob seit 2002 oder von 2006 bis heute: Gold ist ein Marathon und kein Sprint. Ich kann nur auf den Sinn eines weisen Zitates von Kostolany hinweisen, was für Aktien und Gold leitend ist: "Nach dem Kauf an der Börse in einer Apotheke auch Schlaftabletten kaufen, um nach Jahren als reicher Mann aufzuwachen.“



Rosland Gold setzt auf bekannte Marken wie Formel-1 oder die ‚Gute alte D-Mark‘: das bekannte goldene 1-DM-Stück. Wer interessiert sich für diese Nischenprodukte?

Facciorusso:
Rosland hat vom globalen Lizenznehmer für die kommerzielle Verwertung der Formel 1 Weltmeisterschaft „Formula One World Championship Limited“ den weltweit exklusiven Vertrieb der offiziellen Gold- und Silbermünzen der Formel 1 erhalten. Von den im letzten Jahr ab Juli wurden jeweils 5.000 Goldmünzen je Grand Prix emittiert, alle als ¼ Unze und gesetzliches Zahlungsmittel in höchster Golderhaltungsqualität. Derzeit sind lediglich nur noch wenige Münzen übriggeblieben, je nach Grand Prix eine einstellige bis dreistellige Menge. Die bedeutende limitierte Auflage und die hohe Goldqualität dieser Münzen sind bei den Käufern die ersten beiden Hauptargumente, warum sie sich für diese Münzen als Ergänzung oder gar Alternative zu modernen und numismatischen Klassikern entscheiden. Gesonderte Münzengattungen wie diese, und das gilt ebenfalls für die großartige aber in Deutschland noch unterschätzte 1 Deutsche Mark aus Gold, entwickeln in der Regel eine eigene Preisdynamik, die vom Käufer letztendlich als drittes Hauptargument für die Kaufentscheidung angesehen wird.

Außerhalb der Fachkreise kennt kaum jemand den Unterschied zwischen Münzen und Medaillen, zwischen Bullion und Coins, zwischen Münzen und Barren. Könnten Sie kurzerhand für Aufklärung sorgen?

Facciorusso: Münzen sind ja ein Zahlungsmittel. So schön also manche Gold- und Silbermedaillen sein mögen, sie haben keinen Nennwert. Ich empfehle sie nicht, denn es ist kein Geld, sondern nur teuer erkaufte Liebhaberei, die in der Regel keinen Mehrwert zum Goldpreis hat. Bei „kleineren“ Gewichten von Goldmünzen muss man sich vorstellen, dass der Käufer in ein Goldgeschäft oder eine Bank mit 1000 Euro in bar reingeht, und mit einem tatsächlichen Goldwert von 500 bis 900 Euro rausgeht, überzeugt dass er mit diesen kleinen Goldmünzen eine richtige Entscheidung getroffen hat. Um den Wert seines eingesetzten Kapitals wieder zu sehen, muss der Goldpreis 10% bis 50% steigen, und auch dann hat der Käufer immer noch nichts gewonnen. Der Preis einer Goldmünze wird weltweit von ihrem Zustand bestimmt: aber wer bestimmt „den Zustand“ einer Münze? Weltweit geben Goldhändler ein und derselben Münze jeweils eine eigene subjektive Qualitätseinstufung. Was für Händler A Qualität X ist, ist Händler B bei derselben Münze Qualität Y. Dazu kommt, dass eine Goldmünze, sobald sie angefasst und gebraucht wird, einen Teil des Mehrwertes zum Tagesgoldwert verliert. Diese weltweit gängigen Bewertungs- und Handlungsmethoden kosten Münzsammler unvorstellbar viel Geld. Deswegen verkaufen wir ausschließlich Münzen, die entweder von Hersteller als originale Polierte Platte herausgegeben werden, oder von den zwei weltweit führenden unabhängigen Begutachtungsinstituten PCGS und NGC garantiert und zertifiziert werden, um Kunden beim Kaufen und Verkaufen vor subjektiven Qualitätsmeinungen und gegen den Wertverfall der Golderhaltungsqualität zu schützen. Laut Statistik besitzen in Deutschland angeblich 25 Millionen Bundesbürger direkt, also physisch, oder indirekt in Form von Zertifikaten oder ähnlichem Gold für einen geschätzten Wert von 396 Milliarden Euro: Das „Goldverhalten“ in Deutschland hat Spielraum nach oben. b

...und mit welchem Part davon ist man langfristig am sichersten aufgehoben?

Facciorusso:
Was für Aktien und anderen Vermögensformen gut ist, ist auch für Gold gut. Die breite Allokation ist bei Gold ein noch unterschätztes Element, um Chancen und Risiken aus dieser Anlageentscheidung zu diversifizieren. Als erstes gilt es, Gold als langfristiges Liquiditätsersatzmittel zu betrachten, das im Laufe des Lebens einem selbst oder Kindern und Enkelinnen Freude bereiten kann, so wie es seit zig Jahren der Fall ist. Zweitens: Gold soll als Teil des Vermögens angespart und verstanden werden - so wie bei Aktien, Anleihen und Immobilien, jedoch mit dem Zusatz, dass eine Goldmünze eigentlich der erste, erschwinglichere Schritt zum physischen Eigentum ist, für Jedermann.

Wie kann ein Interessierter überhaupt in Edelmetallen anlegen? Es gibt ja auch so exotische Sachen wie Gold-Zertifikate, Gold-Anleihen etc. – wie wären die aus Ihrer professionellen Sicht heraus einzuschätzen?

Facciorusso:
Wer sich für physisches Gold entscheidet, entscheidet sich ja ergänzend zu anderen Formen des Sparens: Wenn Gold, dann, weil es physisch ist, wenn Papierinvestitionen, dann lieber Aktien. Dabei muss erwähnt werden, dass der tatsächliche Vorrat an physischem Gold bei den täglich gehandelten Gold-Terminkontrakten de facto inexistent ist. Als Beispiel: Am 25. Januar 2016 betrug der COMEX-Vorrat an Gold lediglich 74.000 Unzen (1 Unze = 31,10 Gramm), während am selben Tag das Anrecht auf 40 Millionen Unzen gehandelt wurde. Das heißt, für 542 gehandelte Unzen Gold konnte nur 1 Unze an tatsächlichem physischem Gold abgerufen werden (0,20% des gesamten Tagesvolumens). Dieser Zustand ist tagtäglich derselbe. Auch heute. Diesbezüglich muss man sich fragen, was würde es dann passieren, wenn die restlichen 99,8 Prozent der ausstehenden gehandelten Terminkontrakten mit tatsächlichem physischem Gold auch bedient werden müssten? Dabei muss erwähnt werden, dass die Produktionskosten je Unze von 263 Dollar im Jahr 2001 auf 870 Dollar im Jahr 2015 gestiegen sind. Sie liegen derzeit geschätzt noch höher. Sobald Gold dauerhaft unter den Produktionskosten notieren würde, würden weltweit bis zu 90 Prozent der goldproduzierenden Betriebe zahlungsunfähig werden, und das Edelmetall würde dann nur von den restlichen 10 Prozent der Goldminen in enorm reduzierten Menge extrahiert werden, was wiederum den Goldpreis stark steigen lassen sollte.

Ein Leitthema ist ja stets auch, dass Edelmetalle keine laufenden Erträge abwerfen, ganz im Gegensatz zu vor allem Anleihen, aber auch Dividendentiteln. Ist Gold ein Nischenthema, bei dem man rein auf Spekulationsgewinne angewiesen ist?

Facciorusso:
Gott sei Dank ist Gold nicht von Skandalen, der Laune und konservativen oder übertriebenen Business-Plänen von Vorständen abhängig. Wer laufende Erträge sucht, muss sein Glück an der Börse versuchen und täglich hoffen, dass sich die geschätzten und genannten Geschäftszahlen tatsächlich auch Börsenkurs, Dividenden und Zinsen positiv entwickeln oder dies in Zukunft tun. Bei einem in Deutschland für Gold investierten Wert von knapp 400 Milliarden Euro kann man das Thema nicht mehr eine simple „Nische“ definieren.

Haben Sie noch eine Empfehlung an unsere Leser?

Facciorusso:
Man zahlt in Deutschland für dieselbe 1 Unze als Goldmenge diverse Mehrpreise zum Tagesgoldwert, nur weil die 31,10 Gramm schwere Goldmünze aus den USA oder Kanada oder Südafrika oder Australien oder England oder Österreich kommt. Beim Verkaufen dieser Massenware aber bekommt man in der Regel denselben Tagesgoldwert - so wie bei einer Unze Goldbarren. Der Sinn des differenzierten Verkaufspreises von modernen Goldmünzen, die jährlich in Unmengen produziert werden, wenn sie in der Regel nur zum Tagesgoldpreis zurückgenommen werden, bedarf keiner Erklärung. Wenig ist mehr. Deshalb auf die begutachtete und garantierte Erhaltungsqualität von Goldmünzen in limitierter Auflage achten. br /

Fremdkapital ist ja de facto ein Leistungsversprechen, also ein Versprechen des Gegenübers oder sogar Dritter. Gold bzw. Edelmetall ist da anders.

Facciorusso:
Der Goldpreis wird nicht von Vorständen, Benchmark-Investoren, Aktionären und Quartalszahlen bestimmt. Hunderttausend verschiedene Aktien und tausende verschiedene Aktienindizes werden von Anlegern für den Zweck der beabsichtigten Gewinnmaximierung ausgewählt. Gold ist eins davon und wird stets als Absicherung ausgesucht. Unternehmen könnten Dividenden und Zinsen nicht mehr zurückzahlen oder sogar pleitegehen, oft können sie fällige Anleihen nur mit Ausgabe von neuen Anleihen zurückzahlen, Quartalszahlen können oft enttäuschen, Vorstände können Skandale verursachen, Investoren stellen stets tausend kritische Fragen, um dann das anvertraute Geld nur nach Benchmarks zu verwalten oder in Unternehmen zu investieren, die bei 500 Million Dollar Umsatz bis zu einer Milliarde Dollar Verlust machen, aber mit 50 Milliarden „bewertet“ werden. Gold kann nur dann enttäuschen, wenn Händler den Preis der Gold-Kontrakte (Papiergold) plötzlich und vorübergehend in eine bestimmte Richtung treiben, ohne den tatsächlichen, grundlegenden, langfristigen Trend nach oben entscheiden zu ändern. Gold macht immer Sinn.

Indes, es gab ja auch schon ein Verbot von Goldbesitz – in den USA seit 1933. Könnte so etwas nicht jederzeit wieder passieren?

Facciorusso:
Zunächst sind die grundsätzlich psychologischen und unterschiedlichen Beweggründe von Gold- und Aktienkäufen ein erwähnenswerter Faktor, der für die Antwort auf diese Frage eine wichtige Rolle spielt. Während Aktienkäufe von Hoffnung auf hohe Renditen bis hin zu Euphorie und Gier getrieben werden, ist die vorrangige Motivation für den Goldkauf die Sorge um den Verlust von Vermögen und Liquidität. Das könnte auch für die meisten der knapp neun Millionen Bundesbürger gelten, die Aktien und Aktienfondsanteile besitzen, sowie für die 25 Millionen Bundesbürger, die circa 8.800 Tonnen Gold in privatem Eigentum haben, davon aber nur die Hälfte in Banktresoren verwahren.

Viel zu oft wird in Deutschland unsachlich über Szenarien eines bevorstehenden Goldverbots und von Enteignungsmaßnahmen durch die Bundesregierung berichtet. Dadurch wird Gold als Risikoanlage dargestellt und konkret angeregt, Gold am besten in bar und anonym zu kaufen und es selbst aufbewahren, um der angeblich drohenden staatlichen Enteignung zu entgehen. Deutschland ist das einzige Land in der EU, wo Gold ohne jegliche Identitätsprüfung bis 15.000 Euro in bar gekauft werden kann. Das schlüpfrige Interesse der Behörden einen wachsenden Goldmarktwert von mittlerweile 400 Milliarden Euro nicht zu regulieren, ist in Deutschland in kritischen Zeiten wie diesen unverständlich und unpassend.

Die im Markt unterstellte künftige staatliche Enteignung bezieht sich auf eine sehr gewagte Interpretation des Grundgesetzartikels 14 Absatz 3: Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.“

Wir sind keine Juristen, aber aus beruflicher Historie kennen wir Finanzmärkte und folgen realitätsbezogenen Wirtschaftskriterien. Wie ein Gesetz in Deutschland entsteht, erklärt die Bundesregierung auf der eigenen Website www.bundestag.de sehr verständlich. Demzufolge droht in Deutschland kein Goldverbot und keine Enteignung. Der Lissaboner EU-Vertrag von 2009 regelt und schützt den freien Warenhandel innerhalb der Europäischen Union, dazu fördert der EU-Vertrag sogar die Verwendung von Gold (u.a. MwSt.-Richtlinie 98/80/EG). Ein Goldverbot bzw. eine Goldenteignung müssten – gegen geltendes EU-Gesetz – von der Bundesregierung oder einer Fraktion von mindestens 31 Bundestagsabgeordneten erst dem Bundesrat für eine Stellungnahme zugeleitet werden. Nach dem der Bundesrat dem Kanzler eine Stellungnahme über Verbot oder Enteignung abgegeben hat, leitet die Bundesregierung diese „Empfehlung“ für die Erarbeitung eines Gesetzentwurfes dem Bundestag weiter. Sobald dieser Gesetzentwurf auf der Tagesordnung des Bundestages steht, wird der Entwurf in Ausschüssen bearbeitet und demzufolge als daraus resultierender variierter Gesetzentwurf im Bundestag zur Abstimmung vorgelegt.

Nachdem der im Bundestag mehrheitlich beschlossene Gesetzentwurf dem Bundesrat vorgelegt wird, wird dieser als neues Gesetz beschlossen. Das Gesetz trifft aber erst in Kraft, wenn es vom Bundeskanzler unterzeichnet dem Bundespräsidenten für die Prüfung der Übereinstimmung mit dem Grundgesetz vorgelegt wurde und dieser zustimmt. In diesem absurden Szenario wäre ein Goldverbot oder eine Goldenteignung in Deutschland möglich, nachdem das Gesetz nach Verkündung und Anzeige im Bundesgesetzblattes in Kraft treten würde. Abgesehen von völlig unpassenden ökonomischen und juristischen Kriterien... welcher Abgeordnete und welche Partei wollen unter 25 Millionen Wählern und Goldbesitzern unvorstellbare historische und soziale Unruhe riskieren? Die Unterstellung eines Goldverbots und einer Enteignung wird willkürlich und ohne Realitätsbezug generiert.

Mehr zum Thema

wize.life News per Push Benachrichtigung in Ihrem Browser aktivieren

Benachrichtigungen aktivieren