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Vielen Verbraucherinnen ist ihre Macht gar nicht bewusst

Vielen Verbraucherinnen ist ihre Macht gar nicht bewusst

Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
08.05.2017, 12:21 Uhr

Aus der Ansprache der Landesvorsitzenden Inge Gehlert zur Eröffnung des Stützpunkts Verbraucherbildung im DEF

Es freut mich, dass so viele von Ihnen, aus den verschiedenen Organisationen und uns befreundeten Verbänden, den Weg zu uns an den Kufsteiner Platz gefunden haben. Für viele wird es das erste Mal sein, dass sie unser Haus, auf das wir sehr stolz sind, sehen.

Wir sind unseren Müttern dankbar, dass sie damals nach dem 2. Weltkrieg das Wagnis auf sich genommen haben, und dieses Haus errichtet haben, um alleinlebenden Frauen bezahlbaren und auch geschützten Wohnraum zu schaffen. Im letzten Jahr konnten wir das 60jährige Jubiläum feiern und das Haus hat auch noch heute seine Berechtigung. Bezahlbarer Wohnraum in Ballungsgebieten, auch das ist eine verbraucherpolitische Aufgabe.

Verbraucher bestimmen die Zukunft, sie stellen Weichen. Unter diesem Motto stand 1979 der Kirchentag, wo die AEH sich vorstellte und mit den Besuchern diskutierte. Vielen Verbrauchern und vor allem Verbraucherinnen ist ihre Macht gar nicht bewusst. Es wird immer wieder der „mündige Verbraucher“ beschworen, aber von Seiten der Hersteller ist eigentlich der manipulierte Verbraucher das Idealbild. Nicht die freie Kaufentscheidung zählt, sondern die durch Werbung geschickt suggerierte.

Daher ist es notwendig, dass es unabhängige Beratung gibt, die nicht werbefinanziert oder durch die Industrie bezahlt wird. Der DEF hat sich schon früh für Verbraucherberatungsstellen eingesetzt, ich denke hier auch an Marga Kersten aus Gelsenkirchen, die die Verbraucherberatung in Nordrhein-Westfalen angestoßen hat, oder eben auch an Irmgard von Meibom, die ihre wichtige Arbeit im vorparlamentarischen Raum vorantrieb, auch im Deutschen Frauenrat.

Aber mit diesen Frauen endete unser Engagement nicht. Auch heute sitzen unsere Vertreterinnen in den Verbraucherzentralen, sei es auf Bundes- sei es auf Landesebene. Und so freue ich mich heute hier Irmtraut Pütter begrüßen zu können, die den Bundesverband jahrelang im vzbv vertreten hat und heute für die BAGSO auch wieder dort die Verbraucherinteressen vertritt. Ebenso ist die engagierte Verbraucherschützerin und unsere Vertreterin im vzbv, Sigrid Lewe-Esch heute hier und wird den Festvortrag halten. Aus der Bayerischen Verbraucherzentrale ist Lydia Klein gekommen, die auch viele Jahre die AEH in Bayern geleitet hat. Diese profilierten Frauen machen es uns möglich, Verbraucherthemen aktuell aufzubereiten und an unsere Orts- und Anschlussverbände zu bringen.

Besonders auch mit unserer Medienarbeit sind wir ganz am Puls der Zeit, denn die Digitalisierung wird unser ganzes Leben viel stärker verändern als wir uns das im Augenblick noch vorstellen können. Hier wollen wir neugierig bleiben, nicht den Kopf in den Sand stecken, weil doch überall nur Probleme lauern, sondern aktiv mit gestalten, in die Diskussion einbringen, damit die Rechte der Verbraucher gewahrt bleiben und nicht nur die Rechte der Hersteller. Hier auf deren Pflichten hinzuweisen, ist das Gebot der Stunde und das ist einerseits Sache der Verbraucherinnen und Verbraucher, andererseits die Sache der Politik, die die Rahmengesetzgebung, gerade durch Haftungsverpflichtungen, festlegen kann. Gerade in Sachen Datensicherheit könnte von den Herstellern ein größerer Einsatz verlangt werden. Denn technisch ist vieles möglich, aber es wird nur getan, wenn wir als Verbraucher unsere Macht einsetzen, durch unsere Kaufentscheidungen.

Das Programm „Verbraucherbildung Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz gibt uns die Chance, als Verbraucherbildungsstützpunkt in die Fläche zu wirken und Verbraucheraufklärung zu betreiben. Die ersten Veranstaltungen sind auch schon mit guter Resonanz durchgeführt worden, so dass wir zuversichtlich die Arbeit aufnehmen.

Inge Gehlert

Der DEF Bayern ist ein Stützpunkt Verbraucherbildung im Rahmen des Programms Verbraucherbildung Bayern des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Wir dokumentieren die offizielle Eröffnung.

4 Kommentare

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Wie wäre es, den Verbraucherschutz aufzugeben und einen neuen Schutz zu gründen - - - nämlich für die Tiere. Insbesondere der Tiere, die von den Menschen gegessen werden und von den Frauen viel zu viel und viel zu oft und unbedacht gekauft werden. "Tierschutz vor den Verbrauchern" . . . das ist wichtig.
  • 08.05.2017, 16:17 Uhr
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Ja, das stimmt vor allem im Bereich Ernährung - wir produzieren Unmengen von billigem Fleisch zu schandbaren Bedingungen, und die Belastungen der Böden und Gewässer durch die Landwirtschaft sind auch immens. Aber den Verbraucherschutz sollten wir keinesfalls aufgeben, denn es geht da auch um die ganze Technik, um Datenschutz, Telefone, Fernseher, Smartphones, Tablets und Compuert, ums Internet, um umweltfreundlichere Technologien, und ob Wasser und Energie für die Haushalte zur kommunalen Daseinsvorsorge gehören sollen oder ob man es dem freien Markt zu dessen Regeln gibt. Oder um die Banken und ihre Geschäftsmodelle, um zu teure oder gar unnötige Versicherungen... Das sind jetzt nur ein paar Beispiele - wir brauchen einen guten unabhängigen Verbraucherschutz, ganz unbedingt.
  • 09.05.2017, 10:02 Uhr
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Verbraucherzentralen informieren hier, Tipps auch bei den Länderministerien für Verbraucherschutz, dem Bundesjustizministerium, oder bei Verbänden. Verbraucherschutzthemen beim DEF finden sich unter http://www.def-bayern.de/aktuelles-termine/#p239 und http://aeh.def-bayern.de/
  • 09.05.2017, 10:04 Uhr
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Deutscher Evangelischer Frauenbund Bayern
Das war jetzt bisschen lang, entschuldigen Sie bitte, aber Verbraucherschutz ist uns wirklich wichtig.
  • 09.05.2017, 10:05 Uhr
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