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Mississippi Roast Sandwich

Mississippi Roast Sandwich

16.06.2016, 17:25 Uhr
Beitrag von wize.life-Nutzer

Es ist eines der rätselhaftesten Rezepte, über die ich je gestolpert bin. Ich habe es lange angestarrt. Aber ich bin auch neugierig geworden, denn schließlich hat sich sogar die „New York Times“, die ich in kulinarischen Belangen für wirklich seriös halte, dafür erwärmt. Kein Mensch kennt es hier, aber es ist weltweit eines der meistgeteilten Rezepte in den sozialen Medien, millionenfach auf Pinterest und Facebook gepostet: Mississippi Roast. Vor etwa 15 Jahren war es einfach ein Rindsbraten vom Hals, den eine gewisse Robin Chapman aus Ripley, Mississippi, ihrer Familie vorsetzte – ein Braten, den sie mit Ranch-Dressing, einer Salat-Fertig- Marinade aus mayonnaise- und joghurtähnlichen Chemikalien, einem Würfel Instant-Bratensauce und mehr als 100 Gramm Butter in den Slow Cooker stopfte und für Stunden sich selbst überließ.

Der Roast ging viral, die Google-Suche spuckt heute 120.000 Ergebnisse für „Mississippi Roast“ aus.

Der „New York Times“ aber ist es zu verdanken, dass man den Braten auch riechen und essen kann. Die Food Section hat ihn von Fertigprodukten befreit und daraus eine Art pulled beef mit lauter frischen Zutaten und verblüffend harmonischem Geschmack gemacht. Deshalb hole ich ihn jetzt, noch ein Stück weiterentwickelt, als Pausenfüller zur Europameisterschaft – gleichsam auch für TTIP-Gegner akzeptabel aufbereitet.

Für 8 bis 10 Vorrundenspiele:
1 kg intensiv marmorierten, gut durchzogenen Rinderhals mit Salz und Pfeffer einreiben, anschließend einige EL Mehl darüber verteilen und ins Fleisch massieren. In etwas Pflanzenöl auf allen Seiten scharf anbraten, in einen Bräter mit Deckel geben, zwei Dutzend Pfefferoni und 3 EL Butter rundherum legen, Bräter verschließen und ins 100 Grad warme Backrohr schieben.

Dann mit einem Ei-Dotter, 1 TL Senf, einem Spritzer Zitronensaft und 1/8 Liter Pflanzenöl eine Mayonnaise aufschlagen.

1 EL davon mit 1 EL Apfelessig, 1 EL Buttermilch, 1 TL getrocknetem Dillkraut und 1 TL edelsüßem Paprikapulver zu einer Emulsion aufschlagen, diese Sauce über den Braten gießen, Deckel wieder verschließen und 6 bis 8 Stunden schmoren.

Das Fleisch muss sich danach wie pulled pork in feine Fasern zerfleddern lassen. Das pulled beef mit einigen EL von der Bratensauce gut vermischen und mit den Pfefferoni kühl stellen. Vor dem Matchanpfiff aus dem Kühlschrank nehmen, damit die Zutaten in der Halbzeit zimmerwarm sind. Ein Baguette in ca. 15 cm lange Segmente schneiden und längs (sodass die Hälften an einer Seite noch zusammenbleiben) halbieren.

Beide Hälften mit cremigem Gorgonzola bestreichen, eine davon mit Salatblättern oder jungen Spinatblättern, zwei Scheiben Tomaten, einem geschmorten Pfefferoni und reichlich Fleischfasern belegen, zweite Baguettehälfte darauflegen und servieren.

Das ewig geschmorte Fleisch hält sich übrigens im Kühlschrank durchaus einige Tage.

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9 Kommentare

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hmm, klingt lecker, wird auf Grill bzw. aus Slow Cooker mal getestet
  • 18.06.2016, 16:50 Uhr
  • 1
Im Kugelgrill etwas Holz zum Räuchern und bei max. 110°C ist das ein Traum. Ab und zu mal verändern mit Rub oder Marinaden.

Hier einige Tipps und Tricks:

http://www.seniorbook.de/themen/kate...2-marinaden
  • 18.06.2016, 18:56 Uhr
  • 0
Danke für die Tipps. Pulled Pork von Grill oder Slow Cooker gab's des Öfteren, das wäre mal was anderes
  • 18.06.2016, 20:57 Uhr
  • 0
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Also Loey, alles was recht ist, aber 6-8 Stunden Stromkosten bekommt von mir kein Braten, 2 Dutzend Pfefferoni drumrum drapiert auch nicht.
  • 17.06.2016, 16:11 Uhr
  • 0
Genuß bekommt man nicht ganz umsonst.

Ich mache es immer im Kugelgrill, das ist dann 2,98€ für Holzkohlen-Briketts
  • 17.06.2016, 18:26 Uhr
  • 0
ok - danke für die Antwort - das Rezept überzeugt einfach nicht.
  • 17.06.2016, 19:56 Uhr
  • 0
Na, es wird doch nicht das Motto sein:"Was der Bauer..."

Probiere es, es ist ein Traum.
  • 17.06.2016, 19:58 Uhr
  • 0
Nee danke, zerfleddertes Fleisch ist nicht meins.
  • 17.06.2016, 19:59 Uhr
  • 0
Dann fange erst mal mit Pulled Pork an.
  • 17.06.2016, 20:01 Uhr
  • 1
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